Monster Beverage Aktie: 43 % jährliche Rendite in den letzten 20 Jahren

Kaum ein Unternehmen hat sich besser entwickelt als Monster Beverage. Wer vor 20 Jahren 1.000 USD investiert hat, verfügt heute über ein Vermögen von mehr als 1,3 Mio. USD. Kann es Monster auch in Zukunft gelingen, überdurchschnittliche Renditen zu erwirtschaften?

Inhaltsverzeichnis

Übersicht Monster Beverage Aktie

Datum04. Oktober 2021
Zahl der Aktien527,9 Mio.
Aktienkurs93 USD
Marktkapitalisierung49.000 Mio. USD
Nettocashposition2.100 Mio. USD
Unternehmenswert46.900 Mio. USD
ISINUS61174X1090

Investitionsthese zur Monster Beverage Aktie

Monster Performance: In den letzten 20 Jahren ist der Aktienkurs von Monster Beverage um unglaubliche 43 % pro Jahr angestiegen. Wer damals Aktien für 1.000 USD gekauft hat, konnte sich daraus ein Vermögen von mehr als 1.300.000 USD aufbauen. 

Monster Gewinnmarge: Das Unternehmen erwirtschaftet eine extrem hohe Gewinnmarge von 35 %. Obwohl die Herstellungskosten nur bei wenigen Cents liegen, sind die Kunden bereit, zwei Dollar für eine Dose zu bezahlen. Selbst nach Abzug der hohen Marketingaufwendungen bleibt ein satter Gewinn übrig.

Monster Wachstumsaussichten: Das Unternehmen wächst kräftig. Das Wachstum dürfte sich fortsetzen. Energydrinks kommen aus einer Nische und setzen sich in immer mehr Bevölkerungsschichten durch. Zudem ist Monster Beverage der Einstieg in zahlreiche internationale Märkte gelungen.

Monster Geschäftsmodell: Die Kapitalbindung ist gering. Der Umsatz ist wiederkehrend, da Energydrinks als Gewohnheitsprodukte von vielen Käufern täglich konsumiert werden. Die Cash-Generierung ist hoch und steigt weiter an.

Monster Beverage Aktie ins Depot? Die Erfolgsstory hält seit 20 Jahren an. Ist sie nun plötzlich vorbei, oder verfügt die Monster Beverage Aktie auch in Zukunft noch über reichlich Energy? Kann die enorme Wertsteigerung weitergehen? Wir untersuchen es in der jetzt folgenden Analyse. Also, schnapp dir deine Dose und los geht’s!

Geschäftstätigkeit der Monster Beverage Aktie

Historische Aktienkursentwicklung

Der Aktienkurs der Monster Beverage Aktie in den letzten 20 Jahren
Bildquelle: comdirect.

In dieser Analyse werfen wir zuerst einen Blick auf die historische Kursentwicklung. Die Monster Beverage Aktie hat sich in der Vergangenheit phänomenal entwickelt. In den letzten 20 Jahren ist der Aktienkurs von 0,07 USD auf 93 USD angestiegen. Damit hat das Unternehmen die allermeisten anderen Aktien weit hinter sich gelassen.

Logarithmische Kursentwicklung der Monster Beverage Aktie

Der Aktienkurs der Monster Beverage Aktie in den letzten 20 Jahren
Bildquelle: comdirect.

Bei einem so langen Betrachtungszeitraum bietet es sich an, den Kurs in einer logarithmischen Darstellung anzuschauen. Nun erkennen wir die prozentualen Kursveränderungen viel besser. Jede Verdopplung des Aktienkurses entspricht dem gleichen Abstand auf der Y-Achse.

Sofort zu erkennen: Besonders stark ist der Aktienkurs von 2003 bis 2006 angestiegen. Seitdem geht es etwas langsamer voran. Wobei „langsam“ eigentlich das falsche Wort ist. 2006 stieg der Aktienkurs auf knapp zehn USD an. 15 Jahre später kratzt der Kurs bereits an der 100 USD-Marke.

Somit hat sich die Aktie in diesem Zeitraum nochmals verzehnfacht.

Welches Vermögen wäre aus einer Investition von 1.000 USD in den letzten 20 Jahren entstanden?

Was wurde aus einer Investition von 1.000 USD in die Monster Beverage Aktie vor 20 Jahren?
Bildquelle: Stock Return Calculator von DQYDJ.

Der Stock Return Calculator von DQYDJ ist ein hilfreiches Tool. Der Calculator zeigt an, was für ein Vermögen aus einer anfänglichen Investition von 1.000 USD vor 20 Jahren entstanden wäre. Ein Wert von 1.370.000 USD. Wahnsinn.

Monster Beverage hat seinen Aktionären einen enormen Vermögenszuwachs ermöglicht. Nun schauen wir uns an, was hinter dieser gewaltigen Erfolgsgeschichte steckt. Dabei wollen wir einen Schwerpunkt darauf legen, ob die Story auch in Zukunft fortgesetzt werden kann.

Unternehmensgeschichte von Monster Beverage

In den 1930er-Jahren startete die Hansen-Familie mit dem Verkauf von frischen Säften in Los Angeles.

Ab den 1970er-Jahren erweiterte der damalige CEO Tim Hansen das Produktangebot um haltbare Säfte, Saftmischungen und Limonaden. Das Unternehmen war gewachsen. Dennoch rutschte Hansen aufgrund von Fehlentscheidungen in die Insolvenz.

1990 übernahm eine von Rodney Sacks und Hilton Schlosberg angeführte Investorengruppe die geschäftlichen Aktivitäten. So richtig in Gang gekommen waren die Geschäfte im Markt für Fruchtsäfte jedoch nicht.

Die beiden Manager beobachteten, wie das österreichische Unternehmen Red Bull auf dem US-Markt startete. Das Format des Energydrinks war geboren. Wuchs stark an. Die Kunden waren bereit, zwei USD für eine winzige Dose zu bezahlen. Red Bull flog die Dosen in die USA ein und verdiente trotzdem Geld.

In typischer US-Mentalität sagten sich die Manager von Monster Beverage:

If they (Red Bull) can do it, we can do it!

Gesagt, getan. Im Jahr 2002 stieg das Hansen-Unternehmen in den Markt für Energydrinks ein. Die Marke Monster war geboren. Der Aktienkurs kam ins Laufen.

Im folgenden Video wird die Gründungsstory von Monster Beverage genau erklärt. Harold Taber, der ehemalige CEO der Coca-Cola Bottling Company of Los Angeles, erzählt den Studenten, wie es gelungen ist, zu Red Bull aufzuschließen. Das Video geht eine Stunde, wer sich für Marketing und/oder Betriebswirtschaft interessiert, kann einiges mitnehmen.

In dieser Analyse beschränken wir uns auf die wichtigsten Aspekte.

Wie konnte Red Bull vom Thron gestoßen werden? Red Bull war bereits auf dem US-Markt vertreten und expandierte stark. Die Monster Beverage-Manager hatten einen simplen, aber gleichzeitig genialen Einfall:

Sie dachten an eine mehr als doppelt so große Dose. Der Preis sollte jedoch nicht höher als für eine Red Bull Dose sein. In der Herstellung kostet die größere Dose nur wenige Cents mehr. Im Verkauf aber hat eine doppelt so große Dose einen viel höheren Wert. Also machen die Kunden das bessere Geschäft, wenn sie zur Monster-Dose greifen. Das war die Gründungsidee.

Damals untersuchte das Management das Potential des geplanten Energydrinks mit einer Fokusgruppe. Den eingeladenen Teilnehmern wurden verschiedene Dosen und Plastikflaschen vorgestellt. Als die rund 500 Milliliter große Dose gezeigt wurde, rief ein Teilnehmer:

That can is a Monster!

Und schon war der Name des neuen Energydrinks gefunden. Jahr für Jahr schossen Umsatz und Gewinn des Unternehmens stark nach oben.

2014 folgte der nächste Meilenstein. Im US-Markt war Monster Beverage kräftig gewachsen. Doch das internationale Geschäft lief nur schleppend an. Für Monster war es enorm schwierig gewesen, neue Märkte aufzubauen.

Doch das Management hatte den zweiten genialen Einfall: Coca-Cola konnte für eine weitreichende und enge Partnerschaft gewonnen werden. Diese beinhaltet folgende Punkte:

  • Vertrieb: Coca-Cola übernimmt den weltweiten Vertrieb für die Energydrinks von Monster. Dafür erhält das Unternehmen eine Vergütung für jede abgesetzte Dose. Ein riesiger Erfolg für Monster! Seitdem nimmt die internationale Expansion Fahrt auf. Coca-Cola ist in nahezu jedem Supermarkt, jeder Tankstelle, jedem Restaurant vertreten. An immer mehr Verkaufsstellen werden durch diese Kontakte nun auch Monster Energydrinks platziert.
  • Produktion: Monster Beverage kann auf die Produktionsstätten von Coca-Cola zurückgreifen. Da diese hochautomatisiert sind, kommt es zu Kosteneinsparungen.
  • Zusätzliche Marken: Weiterhin erhält Monster Beverage sämtliche Energydrinkmarken aus dem Coca-Cola-Konzern. Coca-Cola sicherte zudem zu, nicht mehr selbst im Energydrinkmarkt mitzuspielen. Einer der gefährlichsten Konkurrenten ist über Nacht zum Verbündeten geworden.
  • Coca-Cola erhält ein Aktienpaket an Monster: Im Gegenzug erhält Coca-Cola ein Aktienpaket von damals knapp 17 % der Monster Beverage Aktien, die im Zuge einer Kapitalerhöhung neu ausgegeben worden sind. Kurzfristig ist es dadurch zu einer Verwässerung gekommen. Der Gewinn verteilt sich nun auf mehr Aktien. Langfristig aber haben sich die Wachstumsperspektiven stark verbessert.

Das Aktienpaket soll sicherstellen, dass Coca-Cola ein inneres Interesse daran hat, Monster Beverage so erfolgreich wie möglich zu machen.

2016 übernahm Monster Beverage seinen größten Aromalieferanten AFF. Mit diesem Schritt stellte das Unternehmen sicher, dass die Konkurrenz nicht mehr an die geschmacklichen Geheimnisse des Unternehmens herankommt. Die Übernahme diente zur Vertiefung des Burggrabens gegenüber der Konkurrenz.

Heute ist Monster Beverage der zweitgrößte Energydrinkhersteller der Welt. Der österreichische Konkurrent Red Bull liegt nur noch knapp vor Monster. Da Monster stärker wächst, ist in den nächsten Jahren von einem Wechsel auf die Nummer eins Position auszugehen.

Branche der Energydrinks

Die folgende Grafik stammt aus einer Investorenpräsentation von Coca-Cola aus dem Jahr 2017. Damals hat das Unternehmen die erwarteten jährlichen Wachstumsraten (CAGR, zweite Spalte) verschiedener Segmente innerhalb der nichtalkoholischen Erfrischungsgetränke aufgezeigt.

So soll der globale Markt für Energydrinks um 7-8 % jährlich wachsen. Tee und Kaffee wachsen hingegen nur um 3-4 % pro Jahr. In anderen Worten: Von allen aufgeführten Segmenten wächst der Markt für Energydrinks am stärksten.

Energydrinks sind das wachstumsstärkste Segment der nichtalkoholischen Erfrischungsgetränke

Coca-Cola zeigt die erwarteten Wachstumsraten im Markt für nichtalkoholische Erfrischungsgetränke auf.
Bildquelle: Coca-Cola Investor Day 2017, Präsentation von Francisco Crespo, S. 2, Coca-Cola.

Woher kommt das starke Wachstum? Die Kunden entscheiden sich aus verschiedenen Gründen für den Kauf von Energydrinks:

  • Geschmack: Allein Monster bietet in den USA fast 50 verschiedene Geschmacksrichtungen an.
  • Marke/Image: Monster ist eine Marke der Jugend. Das Unternehmen ist sehr aktiv im Bereich des Sponsorings. So entsteht ein angesagtes Image.
  • Koffein: Der (gefühlte) Leistungsdruck in unserer Gesellschaft steigt immer weiter an. Wir sollen überall Höchstleistungen abliefern: Auf der Arbeit, im Fitnessstudio, im Familien- und Freundeskreis. Zudem verkürzt sich durch den großen Erfolg der Streamingdienste und Videospiele bei vielen Personen die Schlafdauer. Eine große Portion Koffein bietet den gewissen „Kick“ und schafft (zumindest kurzfristig) Abhilfe.

Anfangs waren Energydrinks hauptsächlich unter 15-34 jährigen Jugendlichen/Männern beliebt. Mittlerweile werden die Getränke von immer mehr Bevölkerungsschichten konsumiert. Auch das führt zu einem starken Wachstum.

Marktanteile im US-Markt für Energydrinks

Marktanteil der führenden Energydrinkhersteller in den USA, Monster Beverage und RedBull.
Bildquelle: Monster Beverage Investorenpräsentation, Januar 2021, S. 7, Monster Beverage.

Diese Grafik zeigt den Marktanteil verschiedener Energydrinkhersteller (im US-Markt, in den letzten zwei Jahren) auf. Die grün gestrichelte Linie zeigt den kumulierten Marktanteil aller Energydrinkmarken von Monster Beverage auf. Folgende Dinge fallen uns auf:

  • Nr. 1 Position: Der Marktanteil von Monster Beverage liegt bei fast 40 % – und somit über dem Marktanteil von Red Bull.
  • Nr. 1 und 2 beherrschen den Markt: Monster und Red Bull zusammen kommen auf einen Marktanteil von ca. 75 %! Damit beherrschen die beiden Unternehmen den Markt weitgehend. Die Preissetzungsmacht steigt an.
  • Marktanteile verschieben sich kaum: In den letzten beiden Jahren haben sich die Marktanteile kaum verändert.

Marktanteile auf dem US-Markt von Amazon

Marktanteil der Energydrinkhersteller auf Amazon
Bildquelle: Monster Beverage Investorenpräsentation, Januar 2021, S. 11, Monster Beverage.

Immer mehr Energydrinks werden online über Amazon gekauft. Daher ist es erfreulich, dass Monster Beverage (Kürzel: MEC) auch im Online-Geschäft einen Marktanteil von 38,6 % erreicht. Der Online-Marktanteil von Red Bull liegt dagegen nur bei 15,1 %.

Dafür ist es der aufstrebenden Energydrinkmarke Celsius gelungen, online einen Marktanteil von 13,4 % zu erreichen.

Kurz ein paar Worte zu Celsius: Dieses Unternehmen ist ebenfalls an der Börse notiert. Es wird die nächste Analyse auf unserem Blog werden. Uns fallen extrem viele Ähnlichkeiten zu Monster Energy ab dem Jahr 2003 auf. Damals ist der Kurs einige Jahre extrem gut gelaufen.

Kann sich dieses Szenario bei Celsius wiederholen? Entsteht hier gerade eine „Monster Beverage 2.0“? Wir sind selbst schon ganz gespannt auf die Analyse. Falls du diesen Artikel nicht verpassen möchtest, dann melde dich am besten jetzt direkt für unseren Newsletter an.

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Fazit zur Branchenanalyse

Der Markt für Energydrinks wächst stark. Monster steht kurz davor, Red Bull als globale Nummer eins abzulösen. Das Wachstum dürfte noch viele Jahre anhalten, da eine hohe Dosis Koffein für viele Konsumenten in einem stressigen Alltag etwas Abhilfe schafft. Immer mehr Bevölkerungsschichten beginnen damit, Energydrinks zu konsumieren.

Geschäftsmodell von Monster Beverage

Was wird angeboten?

Die verschiedenen Marken von Monster Beverage in der Übersicht.
Bildquelle: Monster Beverage Investorenpräsentation, Januar 2021, S. 1, Monster Beverage.

Monster Beverage ist nach Red Bull der weltweit zweitgrößte Hersteller von Energydrinks.

Im Jahr 2020 hat Monster Beverage ca. sechs Milliarden Dosen verkauft. Dies entspricht 11.035 verkauften Dosen – in jeder einzelnen Minute.

Energydrinks bestehen in der Regel aus Wasser, Zucker (oder zuckerfreien Süßstoffen), Geschmacksstoffen (oder Säften), Kohlensäure und Koffein. Sie bieten den Konsumenten mehrere Vorteile:

  • Erfrischung/Durstlöscher
  • angenehmer Geschmack (Geschmäcker sind verschieden, daher gibt es eine große Auswahl an Geschmacksrichtungen)
  • Koffein-Boost

Durch die Kombination dieser drei Mehrwerte entsteht für viele Kunden ein Getränk, das einen Preis von 2 Euro oder Dollar durchaus rechtfertigt. Dies ist äußerst interessant, denn die Herstellungskosten liegen nur bei wenigen Cents.

In anderen Branchen mühen sich die Unternehmen damit ab, auf ihre Herstellungskosten noch ein paar Prozent Gewinnmarge draufzuschlagen. In der Energydrink-Branche spielen die Herstellungskosten hingegen kaum eine Rolle.

Der Preis ergibt sich aus dem wahrgenommenen Mehrwert und nicht aus den Herstellungskosten.

Überblick über die Marken von Monster Beverage

Marken von Monster Beverage.
Bildquelle: Geschäftsbericht 2020, S. 3, Monster Beverage.

Mittlerweile gibt es die Drinks von Monster Energy in fast 50 verschiedenen Geschmacksrichtungen. Es gibt eine Vielzahl von Getränken:

  • der klassische Energydrink mit Kohlensäure und Zucker
  • zuckerfreie Energydrinks
  • Energydrinks auf Teebasis (sozusagen stark koffeinhaltige Eistees)
  • Energydrinks auf Saftbasis
  • Energydrinks als Proteinshake
  • Energydrinks auf Kaffee- bzw. Milchbasis

Durch den Ausbau der Produktvielfalt ist es gelungen, immer neue Kundengruppen für die Getränke zu gewinnen.

Neben der mit Abstand wichtigsten Marke „Monster“ vertreibt Monster Beverage rund 15 weitere Energydrink-Marken. Diese sind preislich meist tiefer angesiedelt. So können aufstrebende Länder eingenommen werden. Dort sind die Einkommen der Bevölkerung noch nicht hoch genug, um einen Absatzmarkt für die Hauptmarke zu schaffen.

Mit einem Umsatzanteil von 94 % bleibt die namensgebende Hauptmarke „Monster“ jedoch die mit Abstand wichtigste Marke des Unternehmens.

Wie werden die Energydrinks hergestellt?

Monster stellt die Drinks nicht selbst her. Das Unternehmen ist äußerst schlank aufgestellt. Trotz eines Börsenwertes von fast 50 Mrd. USD arbeiten nur 3.700 Mitarbeiter für das Unternehmen. Monster konzentriert sich auf folgende Teile der Wertschöpfung:

  • Entwicklung neuer Produkte: Ständig werden neue Geschmacksrichtungen auf den Markt gebracht.
  • Marketing: Durch Sponsoring und Werbung sollen die Produkte möglichst begehrenswert gemacht werden.
  • Vertrieb: Maximierung der Verfügbarkeit, Lieferung der Dosen zu den Verkaufsstellen.

Die eigentliche Herstellung der Getränke ist auf Lohnabfüller ausgelagert. Monster liefert die Rezeptur und das Design der Dosen. Nur die für den Geschmack verantwortlichen Aromen werden selbst herstellt, dieses Geheimnis wird gut gehütet.

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Wer sind die Kunden?

Durch die Vetriebspartnerschaft mit Coca-Cola ist es Monster Beverage gelungen, die Getränke in mittlerweile 154 Ländern zu verkaufen.

In diesen Ländern ist Monster Beverage geschäftlich aktiv

Monster Beverage expandiert international.
Bildquelle: Monster Beverage Investorenpräsentation, Januar 2021, S. 13, Monster Beverage.

Inzwischen hat Monster den Großteil der Welt abgedeckt.

Die Dosen werden hauptsächlich über Tankstellen, Supermärkte und Kioske verkauft. Zudem vertreibt Monster seine Produkte auch über Amazon, Apotheken (in den USA), und über das US-Militär an Soldaten.

Umsatzentwicklung nach Regionen

Monster Beverage wächst im internationalen Geschäft sehr stark.
Bildquelle: Aktienfinder.net.

Die grünen Flächen zeigen die Umsatzentwicklung im US-Geschäft auf. Die blauen Flächen zeigen die Entwicklung im Geschäft außerhalb der USA auf.

Seit dem Beginn der Partnerschaft mit Coca-Cola im Jahr 2014 hat das internationale Wachstum stark zugelegt. Die Kooperation geht auf.

Der folgende Screenshot aus dem Geschäftsbericht zeigt die Umsatzentwicklung außerhalb der USA noch einen Tick detaillierter auf:

Das internationale Geschäft von Monster Beverage wächst stark

Umsatzanteil nach Regionen der Monster Beverage Aktie.
Bildquelle: Geschäftsbericht 2020, S. 97, Monster Beverage.

Beispiel Asien: Im Jahr 2018 erwirtschaftete Monster Beverage in Asien einen Umsatz in Höhe von 251 Mio. USD. Zwei Jahre später stieg der Umsatz bereits auf 424 Mio. USD an. Dies entspricht einem Umsatzanstieg von 69 % – innerhalb von zwei Jahren.

Marktanteil von Monster Beverage in wichtigen internationalen Märkten

Marktanteil von Monster Beverage in internationalen Märkten.
Bildquelle: Monster Beverage Investorenpräsentation, Januar 2021, S. 19, Monster Beverage.

Während der Marktanteil von Monster Beverage in Deutschland (Spalte „Portfolio Value Share“) „nur“ bei 15 % liegt, erreicht das Unternehmen in Japan, Polen und Südkorea bereits einen Marktanteil von mehr als 50 %. Coca-Cola kann Monster Beverage bei der internationalen Expansion stark unterstützen. Ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz.

Strategie: So stellt sich Monster die eigene Zukunft vor

Bei Monster stehen keine großen strategischen Änderungen an. Der Wachstumskurs soll fortgesetzt werden. Die Angebotsvielfalt wird weiter ausgebaut. Der Eintritt in weitere Länder steht bevor.

Finanzkennzahlen und Bewertung

Nachdem wir uns mit der Branche, der Historie, den Zukunftsaussichten und der Geschäftstätigkeit befasst haben, versuchen wir nun, die Aktie so gut wie möglich zu bewerten.

Umsatzentwicklung der Monster Beverage Aktie

Umsatzentwicklung der Monster Beverage Aktie.
Bildquelle: Aktienfinder.net.

Von links unten nach rechts oben: Seit mehr als 20 Jahren ist der Umsatz des Unternehmens in jedem einzelnen Jahr angestiegen. Anfangs war das prozentuale Wachstum enorm hoch. Seit 2013 hat sich das Umsatzwachstum in einer engen Bandbreite von 9-12 % pro Jahr einpendelt.

Bei dieser Geschwindigkeit verdoppelt sich der Umsatz alle sieben Jahre. Damit wächst Monster etwas stärker als der Markt für Energydrinks. Das Unternehmen gewinnt in vielen Märkten Marktanteile hinzu.

Entwicklung des operativen Gewinns

Entwicklung der operativen Marge von Monster Beverage.
Bildquelle: Aktienfinder.net.

Der Einstieg in den Markt der Energydrinks ist klar erkennbar: Unmittelbar nach dem Start im Jahr 2002 zog die Gewinnmarge stark an.

Zyklische Schwankungen scheint es kaum zu geben. Die Preise für die Produkte sind so gering, dass auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weiter zu den Dosen gegriffen wird. Dazu kommt noch der Aspekt des rhythmischen Konsums vieler Kunden. Auch wenn Monster die Produkte nicht im Abo verkauft: Die Konsumenten greifen immer wieder aufs Neue ins Kühlregal. Der Effekt ist derselbe.

Ab 2014 stieg die Gewinnmarge nochmals kräftig an. Die eingegangene Partnerschaft mit Coca-Cola führte zu Effizienzgewinnen.

Entwicklung des Gewinns je Aktie (EPS) der Monster Beverage Aktie im Aktienfinder.
Bildquelle: Aktienfinder.net.

Als Folge des starken Umsatzwachstums bei gleichzeitig steigender Gewinnmarge ist der Gewinn je Aktie regelrecht explodiert. Derzeit liegt er bei knapp drei USD je Aktie. Bis 2024 soll er auf mehr als vier USD anwachsen.

Gewinn- und Verlustrechnung

Gewinn-und Verlustrechnung von Monster Beverage.
Bildquelle: TIKR.com.

Der Screenshot zeigt die langfristige Gewinn- und Verlustrechnung der Monster Beverage Aktie. Wer Zahlen mag, wird mit diesem Screenshot glücklich werden. Wir beschränken uns auf die Dinge, die uns am meisten aufgefallen sind:

  • anhaltend hohes Umsatzwachstum (Total Revenues): Darauf sind wir bereits eingegangen.
  • steigende Bruttomarge (Gross Margins): Diese Kennziffer gibt an, wie hoch der Gewinnanteil nach Abzug der Herstellungskosten ist. Zu den Herstellungskosten zählen Positionen wie Aludosen, Geschmacksaromen, Wasser, Zucker und Süßstoffe. Nach Abzug dieser Kosten beträgt die Gewinnmarge ca. 60 %. Das zeigt auf, wie profitabel das Geschäftsmodell ist. Tatsächlich liegt die operative Marge jedoch „nur“ bei 35 %, weil Monster viel Geld in Marketing und Sponsoring investiert.
  • steigende operative Marge (Operating Margins): Darauf sind wir schon eingegangen.
  • keine Zinsausgaben (Interest Expense): Wenn ein Unternehmen keine Zinsen zahlen muss, dann ist es schuldenfrei. Das werden wir gleich in der Bilanz bestätigt bekommen.
  • Nettogewinnmarge steigt (% Net Income to Common Incl. Extra Item Margins): Am Ende zählt, wie viele Cents von jedem Dollar Umsatz bei den Eigentümern ankommen. Monster Beverage erreicht eine Nettomarge von 30 %.

Blick auf die Bilanz 

Bilanz der Monster Beverage Aktie.
Bildquelle: TIKR.com.

Nun geht es mit der Bilanz weiter. Hier gibt es folgende Auffälligkeiten:

  • hoher Cashbestand (Total Cash and Short Term Investments): Die verfügbare Liquidität des Unternehmens lag Ende 2020 bei mehr als zwei Milliarden USD. Vor drei Jahren war es noch weniger als eine Milliarde USD.
  • Goodwill aus Übernahme von Energydrinkmarken aus dem Coca-Cola-Konzern: Diese Position taucht ab dem Jahr 2015 auf. Ab diesem Zeitpunkt hat Monster die Energydrink-Marken aus dem Coca-Cola-Konzern übernommen.
  • keine zinstragende Verschuldung (Current Portion of Long-Term Debt und Long-Term Debt): Diese Position ist bei Monster nicht vorhanden. Das Unternehmen ist schuldenfrei.

Die Bilanz ist sehr solide. Die Eigenkapitalquote liegt bei 83 %. Der hohe Cashbestand ist vorteilhaft. Monster sitzt auf reichlich Pulver, um eigene Aktien zurückzukaufen und um Investitionen tätigen zu können.

Berechnung der Verzinsung auf das eingesetzte Kapital

Eigenkapital (31.12.2020)5.160 Mio. USD
abzüglich Goodwill-1.330 Mio. USD
= werthaltiges Vermögen/ tangible Equity3.830 Mio. USD
abzüglich Nettocashposition-2.100 Mio. USD
= gebundenes Kapital/ Capital Employed1.730 Mio. USD

Das Geschäftsmodell von Monster Beverage ist stark cash-generierend. Die Verzinsung auf das eingesetzte Kapital (ROCE) beträgt 94 %. Die Eigenkapitalrendite liegt bei 37 %. Doch dieser Wert ist durch den hohen Cashbestand nach unten verzerrt. Würde Monster Beverage das überschüssige Cash abbauen, so würde auch die Eigenkapitalrendite in Richtung 100 % ansteigen.

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Aktionärsstruktur der Monster Beverage Aktie

Wenn wir die Interessen der Großaktionäre kennen, bekommen wir eine Idee davon, mit welchem Ziel das Unternehmen geführt wird. Coca-Cola besitzt mittlerweile 19,3 % der Anteile. Die beiden Manager Rodney Sacks und Hilton Schlosberg besitzen zusammen weitere 18,5 % der Aktien. Somit sind die beiden mehr Unternehmer als Manager.

Management und dessen Vergütung

Monster Beverage wurde von den beiden Co-CEOs Rodney Sacks und Hilton Schlosberg aufgebaut. Die beiden südafrikanischen Unternehmer sind mittlerweile 71 und 68 Jahre alt. Sie führen die Geschäfte seit über 30 Jahren.

Ihr jährliches Gehalt liegt bei ca. 15 Mio. USD. Doch für die beiden Manager sind das Peanuts. Denn die gehaltenen Aktienpakete sind jeweils rund 4.500 Mio. USD wert. Sofern die Manager einen Weg finden, den inneren Wert des Unternehmens um 10 % ansteigen zu lassen, steigt ihr Vermögen um 450 Mio. USD an.

Daher ist (zumindest aus finanziellen Überlegungen heraus) die nachhaltige Wertsteigerung der Monster Beverage Aktie das größte Ziel der Manager.

Im folgenden Video ist ein rund 45-minütiges Interview mit Rodney Sacks zu sehen. Wer mehr über einen der beiden Köpfe hinter Monster Beverage lernen möchte, kann sich das Video anschauen.

Kapitalallokation/ Capital Allocation

Zahl der ausstehenden Aktien

Zahl der ausstehenden Aktien von Monster Beverage.
Bildquelle: Aktienfinder.net.

Bis zum Jahr 2007 ist die Zahl der ausstehenden Aktien leicht angestiegen. Das Unternehmen befand sich damals in einer extrem starken Wachstumsphase.

Anschließend stieg die Cash-Generierung so stark an, dass sich immer mehr überschüssige Mittel auf dem Konto anhäuften. Also startete Monster mit Aktienrückkäufen. Die Zahl der ausstehenden Aktien begann zu sinken.

Im Zuge der Coca-Cola-Partnerschaft stieg die Zahl der ausstehenden Aktien wieder an. Coca-Cola erhielt aus einer Kapitalerhöhung ein Aktienpaket von knapp 20 % am Unternehmen.

Seitdem ist die Zahl der ausstehenden Aktien erneut rückläufig. Monster Beverage zahlt keine Dividenden aus, kauft dafür eigene Aktien zurück.

Diese Aktienrückkäufe haben für die Aktionäre den Effekt einer steuerfreien Wiederanlage der Dividende. Denn würde das Unternehmen anstelle der Aktienrückkäufe Dividenden auszahlen, müssten die Anleger diese versteuern. Anschließend könnte der auf dem Konto eingegangene Betrag genutzt werden, um weitere Aktien des Unternehmens zu kaufen. Dadurch würde der Besitzanteil ansteigen. Genau diesen Effekt erreichen Aktienrückkäufe ebenfalls – es fallen dabei jedoch keine Steuern an.

Durch die Aktienrückkäufe steigt der Gewinn je Aktie um etwa drei Prozentpunkte stärker an als der Gewinn auf Unternehmensebene. Solange die Monster Beverage Aktie unterbewertet ist, stellen Aktienrückkäufe eine wertsteigernde Verwendung des Free Cash Flows dar.

Ermittlung der Renditeerwartung: Wie viel Potential steckt in der Monster Beverage Aktie?

Der fundamentale Wert eines Unternehmens ergibt sich aus den künftigen Cashflows, die den Eigentümern zustehen. Wenn wir den Wert eines Unternehmens berechnen wollen, müssen wir möglichst realistische Annahmen zur künftigen Geschäftsentwicklung treffen. Daher haben wir uns in den vorherigen Abschnitten viel mit der Geschäftstätigkeit beschäftigt.

Relevante Faktoren für die Höhe der künftigen Cash-Generierung sind:

  • die Höhe des jährlichen Umsatzwachstums aus eigener Kraft
  • die Entwicklung der Gewinnmarge

Höhe des Umsatzwachstums aus eigener Kraft

Monster ist seit 2013 um jährlich 9-12 % im Umsatz gewachsen. Aus heutiger Sicht trauen wir dem Unternehmen auch in Zukunft ein Umsatzwachstum in Höhe von ca. 10 % pro Jahr zu. Die Wachstumstreiber scheinen intakt zu sein.

Entwicklung der Gewinnmarge

Angesichts einer bereits erreichten Gewinnmarge von 35 % fehlt uns die Phantasie, künftig an weitere Margensteigerungen zu glauben. Wir rechnen mit einer stabilen Gewinnmarge.

Höhe der aktuellen Ertragskraft/ Höhe des Free Cash Flows

Für das Jahr 2022 wird ein Free Cash Flow in Höhe von ca. 1.600 Mio. USD bzw. 3,00 USD pro Aktie erwartet. Da das Geschäftsmodell kaum zyklischen Schwankungen unterliegt, erachten wir diese Ertragskraft als nachhaltig.

Bei einem aktuellen Aktienkurs von 93 USD ergibt sich somit eine Free Cash Flow-Rendite in Höhe von 3,3 %.

Renditeerwartung

Sofern sich das Bewertungsniveau (z. B. das KGV) nicht ändert, „muss“ der Aktienkurs in Zukunft im Einklang mit dem Wachstum des Gewinns je Aktie ansteigen. Bei einem operativen Gewinnwachstum von 10 % und zudem Aktienrückkäufen im Umfang von jährlich 3 % der ausstehenden Aktien ergibt sich so ein jährliches Renditepotential von 13 %.

Das ist weit weniger, als die Monster Beverage Aktie den Aktionären in der Vergangenheit eingebracht hat. Gleichzeitig ist es weit mehr, als eine Investition in den allgemeinen Markt erwarten lässt.

Entwicklung des fairen Wertes der Monster Beverage Aktie

Bewertung der Monster Beverage Aktie anhand des KGVs.
Bildquelle: Aktienfinder.net.

Diese Grafik zeigt auf, wohin sich der faire Wert der Monster Beverage Aktie in den nächsten Jahren entwicklen könnte. Die schwarze Linie zeigt die Kursentwicklung auf, die grüne Fläche die Entwicklung des Gewinns je Aktie.

Sofern die Monster Aktie auch in Zukunft mit einem KGV von 32 bewertet wird und der Gewinn bis zum Jahr 2024 auf 4 USD je Aktie ansteigt, ergibt sich in den nächsten drei Jahren ein Kurspotential von 43 % – was den eben angesprochenen 13 % jährlicher Rendite entspricht. Allerdings ist fraglich, ob das KGV wirklich bei einem Wert von 32 bleiben wird. Schauen wir dazu in die Vergangenheit:

Bewertung der Monster Beverage Aktie anhand des KGVs

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Monster Beverage Aktie.
Bildquelle: TIKR.com.

Auf dieser Grafik erkennen wir, mit welchem KGV die Monster Beverage Aktie in den letzten Jahren bewertet worden ist. Zwischen 2008 und 2011 konnte die Aktie trotz der guten Wachstumsaussichten zu einem KGV von nur 10-20 eingesammelt werden. Damals waren die Aktienmärkte sehr preiswert bewertet – auch die Aktie von Monster.

Seitdem schwankt die Bewertung in einer Spanne vom 20- bis 40-fachen Gewinn. Aktuell erscheint die Aktie anhand dieses Indikators somit weder besonders teuer noch besonders günstig zu sein. Sie könnte sich in Zukunft also tatsächlich auf Höhe des jährlichen Gewinnwachstums je Aktie nach oben bewegen.

Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass es dem Unternehmen auch in Zukunft gelingt, auf dem profitablen Wachstumspfad zu bleiben. Würde Monster (warum auch immer) nicht mehr als Wachstumsaktie wahrgenommen werden, würde die Bewertung wohl ein gutes Stück absinken. Wir können derzeit jedoch keine fundamentalen Gründe für solch ein Szenario erkennen.

Noch ein paar letzte Bemerkungen zum KGV: Bezogen auf den aktuellen Gewinn erscheint die Monster Beverage Aktie teuer. Doch der Wert eines Unternehmens ergibt sich nicht aus der aktuellen Ertragskraft, sondern aus der künftigen Ertragskraft.

Angesichts der sehr guten Positionierung des Unternehmens in einem stark wachsenden Markt ist aus heutiger Sicht davon auszugehen, dass die Ertragskraft in den nächsten Jahren weiter ansteigt. So wächst das Unternehmen voraussichtlich schnell in das aktuell erhöhte KGV hinein.

Bei einem angenommenen Wachstum des Gewinns von jährlich 13 % ergibt sich folgende Gewinnentwicklung:

JahrGewinn je Aktie (e)KGV (bezogen auf den aktuellen Kurs von 93 USD)
20212,66 USD35
20223,00 USD31
20233,40 USD27
20243,84 USD24
20254,34 USD21
20264,90 USD19

Bereits nach drei Jahren Haltedauer fällt das KGV auf einen Wert von 24 ab.

Das ist ein Bewertungsfaktor, zu dem wesentlich wachstumsschwächere Unternehmen wie Coca-Cola oder PepsiCo gehandelt werden. Sollte Monster Beverage auch in drei Jahren noch immer ein wachstumsstarkes Unternehmen sein, so müsste der Aktienkurs bis dahin ansteigen, da ein wachstumsstärkeres Unternehmen eine höhere Bewertung verdient hat.

Buy-and-Hold-Checkliste: Für welchen Anleger ist die Monster Beverage Aktie geeignet?

KriteriumEinschätzungErfüllt
1. Hohe Verzinsung des eingesetzten KapitalsDie Eigenkapitalrendite liegt bei weit über 30 %.Ja
2. Wachstum über viele Jahre möglich – RückenwindDer globale Markt für Energydrinks wächst seit Jahren beständig mit 7-8 % pro Jahr. Eine starke Abschwächung ist nicht zu erkennen.Ja
3. Stabiler Burggraben und Wettbewerbsvorteile         Monster hat sich in der Zielgruppe ein angesagtes Image aufgebaut. Zudem kann das Unternehmen auf das Produktions- und Vertriebsnetz von Coca-Cola zurückgreifen.Ja
4. Wiederkehrender UmsatzDie Produkte sind Gewohnheits- bzw. Suchtprodukte. Der Umsatz steigt seit mehr als 20 Jahren jedes Jahr an. Ja
5. Keine großen AbhängigkeitenDie größte Abhängigkeit besteht wohl zu Coca-Cola, mehr dazu im Kapitel Risiken. Ja
6. Solide BilanzDie Eigenkapitalquote liegt bei über 80 %, Monster ist schuldenfrei und verfügt über eine Liquiditätsposition von mehr als zwei Mrd. USD.Ja
7. Gute KapitalallokationDie stetigen Aktienrückkäufe beschleunigen das Gewinnwachstum je Aktie.Ja

Monster Beverage erfüllt alle Kriterien unserer Buy-and-Hold-Checkliste. Wer die Aktie kauft, kann das Unternehmen anschließend viele Jahre bei seinem Wachstum und der Wertsteigerung begleiten.

Der einzige störende Punkt ist wohl, dass Monster Beverage ein Ein-Segment-Unternehmen ist.

Wenn das Wachstum im Energydrinkmarkt ins Stocken gerät, gibt es für Monster keinen Ausweg. Daher sehen wir die Aktie als Beimischung in einem größeren und diversifizierten Portfolio. Das Basisinvestment sollte eher eine Coca-Cola oder PepsiCo darstellen.

Chancen und Risiken einer Investition in die Monster Beverage Aktie

Wer in Aktien investiert, setzt sich unternehmerischen Chancen und Risiken aus. Eine Investition sollte nur dann erfolgen, wenn das Chance-Risiko-Verhältnis auf Basis eigener Überlegungen als positiv eingeschätzt wird.

Chancen

Viele Jahre Wachstum voraus: Der Markt für Energydrinks ist wachstumsstark. Monster Beverage ist gut positioniert, um zusätzlich Marktanteile gewinnen zu können. Das internationale Geschäft bietet viel Wachstumspotential. Monster erwägt zudem den Einstieg in neue Produktkategorien, bspw. im alkoholischen Bereich.

Übernahmekandidat: Coca-Cola könnte Monster Beverage eines Tages übernehmen. Es ist ein reines Bauchgefühl, wir gehen auf Sicht von 10 Jahren von einer Übernahmewahrscheinlichkeit von mehr als 50 % aus. Dafür sprechen folgende Gründe:

  • enge Zusammenarbeit: Coca-Cola vertreibt die Monster Produkte weltweit. Monster ist sozusagen ohnehin schon halb in den Coca-Cola-Konzern integriert.
  • Wachstumsprofil verbessert sich: Das Management von Coca-Cola ist stark bemüht, das eigene Wachstum anzukurbeln. Allerdings gelingt das aufgrund von gesättigten Märkten nur in einem begrenzten Umfang. Durch eine vollständige Übernahme würde sich das Wachstumsprofil verbessern. Ein stärker wachsendes Unternehmen hat eine höhere Bewertung verdient. Folglich könnte der Kurs der Coca-Cola-Aktie ansteigen.
  • bereits jetzt besitzt Coca-Cola 19 % der Aktien: Somit müsste eine Übernahmeprämie nur für 81 % der Aktien gezahlt werden.

Im Falle einer Übernahme müsste Coca-Cola wohl einen ordentlichen Aufschlag auf den Kurs bezahlen. Das könnte zu einer hohen Rendite führen.

Wird Monster Beverage von Coca-Cola übernommen?
Bildquelle: Coca-Cola Investor Day 2017, Präsentation von Kathy Waller, S. 9, Coca-Cola.

Ein erster Hinweis auf eine potentielle Übernahme? Auf der Investorenpräsentation von Coca-Cola wird Monster bereits als fester Bestandteil des Coca-Cola Universums (Teil des roten Kreises besonders wertvoller globaler Marken) abgebildet.

Allerdings ist eine mögliche Übernahme natürlich eine reine Spekulation und keinesfalls garantiert.

Aktie recht wenig im Fokus: Viele Anleger sprechen häufig über die Aktien von Coca-Cola und PepsiCo. Trotz einer Marktkapitalisierung von fast 50 Mrd. USD und der sehr guten Performance des Aktienkurses fliegt die Monster Beverage Aktie oft unter dem Radar. Im letzten Management-Call haben nur drei Analysten Fragen gestellt.

Risiken

Partnerschaft mit Coca-Cola kann scheitern: Bis 2025 ist der weltweite Vertrieb der Monster-Produkte durch das Coca-Cola-Netzwerk gesichert. Danach muss der Vertrag verlängert werden. Dies erscheint zwar wahrscheinlich, es kann aber auch anders kommen. Zudem könnte Coca-Cola die Partnerschaft ein wenig vernachlässigen und vermehrt eigene Produkte statt der Dosen von Monster in den Regalen platzieren.

Schwierigkeiten in der Lieferkette: In Amerika werden Aludosen knapp. Aufgrund der Home-Office-Angebote konsumieren die Amerikaner mehr Dosen als derzeit hergestellt werden können. Daher ist der Preis für die Dosen im Jahr 2021 um 80 % angestiegen.

Zudem sind die Dosen teilweise gar nicht verfügbar. Die Hersteller der Dosen möchten in den nächsten Quartalen ihre Produktionskapazität erhöhen. Bis dahin könnten das Umsatzwachstum (durch die fehlende Verfügbarkeit) und die Gewinnmarge (durch stark gestiegene Kosten) leiden.

Sollte die Aktie daher im Kurs einbrechen, würde sie aus unserer Sicht sehr interessant für eine langfristige Investition werden. Denn wir schätzen diese Probleme nur als vorübergehend ein.

Das Wachstum könnte sich abschwächen: Bisher wächst der Markt für Energydrinks stabil mit ca. 7-8 % pro Jahr. Auch der Umsatz von Red Bull legt weiter zu, wie die folgende Grafik zeigt. Im Gegensatz zu Monster ist Red Bull nicht börsennotiert. Künftig könnte sich das Marktwachstum abschwächen.

Umsatzentwicklung von RedBull in den letzten 20 Jahren.
Bildquelle: Statista.

In den letzten 10 Jahren ist der Umsatz von Red Bull um durchschnittlich 5,5 % pro Jahr gewachsen. Monster Beverage ist es im selben Zeitraum gelungen, den Umsatz um 13,5 % pro Jahr zu steigern.

Da der Umsatz von Monster Beverage nur noch knapp unter dem Umsatz von Red Bull liegt, dürfte Monster in den nächsten Jahren zur neuen, globalen Nummer eins aufsteigen.

Regulatorische Eingriffe: Durch die Einführung einer Zuckersteuer, einem möglichen Verkaufsverbot an Jugendliche und einer Begrenzung des Koffeingehalts könnte das Wachstum künftig ausgebremst werden.

Der Konkurrenzdruck verschärft sich: Der US-amerikanische Konkurrent Celsius wächst extrem stark. Das Unternehmen könnte mittelfristig zur Gefahr für Monster werden. Noch ist der Umsatz von Monster Beverage um den Faktor 50 höher als der Umsatz von Celsius. Doch auf Amazon ist Monster nur dreimal so groß.

Hohe Wachstumserwartungen müssen erfüllt werden: Das KGV der Monster Beverage Aktie liegt rund 40 % über dem von Coca-Cola oder PepsiCo. Der Markt erwartet also, dass Monster für einen gewissen Zeitraum einige Prozentpunkte stärker wächst als die etablierte Konkurrenz. Wenn das nicht gelingt, könnte sich die Aktie schwach entwickeln.

Fazit zur Monster Beverage Aktie: Ein energiegeladenes Geschäftsmodell

Operative Einschätzung: Was für ein Geschäftsmodell. Uns gefällt eigentlich alles an diesem Unternehmen: Der positive Track-Record der Aktie, das hohe Umsatzwachstum, die Gewinnmarge von 35 %, die schuldenfreie Bilanz, der wiederkehrende Charakter des Geschäfts. Zudem erscheint uns Monster aufgrund der Partnerschaft mit Coca-Cola, dem differenzierten Produkt (doppelte Menge – selber Preis) und dem hohen Momentum im Geschäft außerhalb der USA für die Zukunft sehr gut aufgestellt. Das Unternehmen könnte weitere Marktanteile gewinnen. Das Management ist erfahren, es sind echte Unternehmer mit drei Jahrzehnten Erfahrung und einem hohen Eigenbestand an Aktien am Werk.

Einschätzung zur Bewertung: Sofern es dem Unternehmen gelingt, die Ertragskraft auch in Zukunft um 10 % pro Jahr zu steigern und zudem Aktienrückkäufe im Umfang von 3 % pro Jahr durchgeführt werden, kann die Aktie um 13 % pro Jahr hochlaufen. Ein Schnäppchen ist die Aktie angesichts eines KGVs von rund 30 aber auch nicht. Je günstiger die Aktie wird, desto interessanter wird sie für eine langfristige Investition.

Privat habe ich mir vor ein paar Monaten eine erste Position gekauft. Qualität hat ihren Preis. Dies gilt im aktuellen Nullzinsumfeld erst recht. Verglichen mit einer Coca-Cola oder einer PepsiCo erscheint mir der Bewertungsaufschlag für die besseren Wachstumsperspektiven angemessen. Falls der Kurs einige Prozent korrigieren sollte, würde ich meine Position in der Aktie ausbauen.

Was ist sonst wichtig? Als nächstes werden wir die Aktie von Celsius Holdings analysieren. Der direkte Konkurrent von Monster Beverage steht fundamental da, wo Monster im Jahr 2003 gestanden hat. Die Gemeinsamkeiten sind verblüffend. Was danach mit der Monster-Aktie passiert ist, dürfte bekannt sein. Kann es Celsius gelingen, zu Monster und Red Bull aufzuschließen? In unserem Newsletter werden wir dich informieren, sobald der Artikel live gegangen ist.

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Jetzt bist du an der Reihe: Bist du in der Monster Aktie investiert? Falls ja, warum hast du gekauft? Falls nein: Was hält dich davon ab? Sind noch Fragen offen? Dann versuchen wir diese gerne zu beantworten. Schreibe dazu einfach einen Kommentar unter dieser Analyse.

Worauf in Zukunft achten?

Ab sofort werden wir die weitere Entwicklung der Monster Beverage Aktie verfolgen. In der Zukunft sollten aus unserer Sicht folgende Punkte besonders stark beachtet werden:

Kurzfristig: Kommt die Aktie aufgrund der knappen Verfügbarkeit und der gestiegenen Dosenpreise unter Druck, weil die Marge leidet und das Wachstum vorübergehend abgeschwächt ist?

Mittelfristig: Wird der neue Konkurrent Celsius zur Gefahr werden? Gibt es Anzeichen, dass sich die Wachstumsaussichten von Monster nachhaltig eintrüben?

Langfristig: Wie geht es weiter, wenn die beiden Co-CEOs altersbedingt aufhören? Kommt es dann zur Übernahme durch Coca-Cola mit einer satten Prämie oder droht eine operative Hängepartie?

Recherchequellen

Dieser Abschnitt ist für alle, die auf eigene Faust weiter recherchieren möchten. Hier folgt eine Auflistung der wichtigsten Recherchequellen sowie der noch nicht im Verlauf der Analyse aufgeführten Quellen:

RecherchequelleWas ist dort zu finden?
Aktienfinder.netGrafiken und Kennzahlen zur fundamentalen Entwicklung 
Marketscreener.comAnalystenschätzungen zur künftigen Entwicklung
TIKR.comGrafiken und Kennzahlen zur fundamentalen Entwicklung
Statista Umsatzentwicklung von RedBull, 2000 bis 2020 
Monster BeverageEinladung zur Hauptversammlung am 15. Juni 2021, inklusive Aktionärsstruktur
Monster BeverageGeschäftsbericht 2020 
SeekingAlphaMonster Beverage Corporation (MNST) Q1 2021 Results – Earnings Call Transcript
SeekingAlphaMonster Beverage’s (MNST) Q2 2021 Results – Earnings Call Transcript
Coca-ColaInvestor Day 2017 Präsentation, Delivering Shareholder Value
Coca-ColaInvestor Day 2017 Präsentation, The Discipline of Growth
Monster BeverageInvestorenpräsentation, Januar 2021
comdirectAktienkursentwicklung von Monster Beverage
DQYDJStock Return Calculator zur Ermittlung der historischen Rendite
YouTube2017 Interview with Rodney Sacks CEO Monster Beverages MNST Energy Drinks
YouTubeHarold Taber: The Story of Monster Energy Drink [Crowell School of Business]
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Kommentare zu diesem Blogbeitrag

7 Antworten

  1. Hallo zusammen, super recherchiert 👍 habe mir bis jetzt noch keine Gedanken zu dem Wert gemacht werde dies aber nachholen 👍
    Monster ist zwar ein Einprodukt Unternehmen mit dem entsprechenden Risiko, aber einen vertieften Blick definitiv anhand eurer Analyse wert 👍 besten Dank 👍

  2. Hallo Jonathan, ich bin schon seit 89 bei Coca Cola drin und wurde erst auf Monster aufmerksam als die Kooperation mitgeteilt wurde im IR Report. Danach kam es ja zu den tragischen Momenten wo Jugendliche an Monster Drinks verstorben sind!
    Damals war das ein Riesen Thema und deshalb habe ich hier nicht weiter recherchiert – ich hatte das gar nicht so auf dem Schirm, dass sie ja das US Äquivalent zu Red Bull sind! Das gute alte Hätte-hätte Fahrradkette!
    Jedenfalls bin ich froh über meinen Coca Cola Anteil bei Monster! Meine Hoffnung ist ja – das in 2025 die beiden Herren sich aus dem Operativen Geschäft verabschieden wollen – und an Coca verkaufen 😉
    Ich hoffe, das wir bei dir hier auf dem Blog auf die kommenden „Monster“ dieser Welt, wie damals 2003 aufmerksam gemacht werden !
    „ThumbsUp!“ Good Job!
    DaBraX

  3. Moin Jonathan,
    vielen Dank für die ausführliche Analyse und Darstellung dieses interessanten Unternehmens.

    Da steckt eine Menge Arbeit drin, dafür „Daumen hoch“ !

    Kommt auf jeden Fall auf meine Watchlist und bei passender Gelegenheit in mein Depot.
    Bin persönlich (zu alt…) kein Fan von dem Produkt, aber wenn es Rendite bringt 🙂

    Schönen Tag noch!

    Gruß

    Carsten

  4. Hallo,

    an anderer Stelle habe ich einen Rückgang des US-Marktanteils, durch die zunehmende Konkurrenz, von 44% (2018) auf heute 37% gesehen. Ein Grund zur Besorgnis?

    1. Unserer Meinung nach handelt es sich hierbei um normale Schwankungen. Von Quartal zu Quartal verschieben sich die Marktanteile etwas. Aktuell hat Monster damit zu kämpfen, dass die Knappheit in der Produktion zu einigen leeren Regalen führt. Wenn das Regal leer ist, greifen die Konsumenten zu Konkurrenzangeboten. Dadurch sinkt der Marktanteil. Das Management von Monster geht davon aus, dass sich die Engpässe in der Produktion in den nächsten Monaten lösen lassen. Dann sollte der Marktanteil in die Region von 40 % zurückkehren. Dennoch verbleibt das Risiko, dass kleine Konkurrenten über die Jahre hinweg Stück für Stück Marktanteile abnehmen.

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