Übersicht zur Domino’s Pizza Aktie
Kurs je Aktie | 480 USD |
KGV 2024e/25e | 30,9/27,4 |
FCF-Rendite 2024e/25e | 3,3 %/3,7 % |
Div.-Rendite 2024e/25e | 1,2 %/1,4 % |
ISIN | US25754A2015 |
Geschäftsmodell
Domino’s Pizza ist die Nr. 1 Pizzakette der Welt. Global sind mehr als 20.600 Stores in über 90 Ländern mit dem blau-roten Logo versehen.
2023 lag der systemweite Umsatz bei mehr als 18.000 Mio. USD. Da fast alle Filialen von Franchisenehmern betrieben werden, kommt in der Gewinn- und Verlustrechnung von Domino’s Pizza nur ein kleiner Teil davon an (Lizenzeinnahmen, Technologiegebühren und in Nordamerika zusätzlich die Beschaffung von Lebensmitteln).
Dabei handelt es sich dann aber um eine Art Gewinnkonzentrat.
Wer den systemweiten Umsatz mit dem globalen Marktvolumen von 94.000 Mio. USD vergleicht, kommt auf einen Marktanteil von knapp 20 %.
In den USA liegt dieser übrigens schon bei 23 %. Und wenn wir dann noch die Regionen ausklammern, in denen der Riese sich bisher noch nicht ausgebreitet hat, kommen wir sogar auf einen Wert von 40 %.
Kaum zu glauben, aber über die Jahre ist Domino’s Pizza zum klaren Marktführer für Fast Food Pizza geworden. Doch wie ist dieses Kunststück gelungen?
Investitionsthese
Um das Rätsel zu lösen, blicken wir auf die Entwicklung der letzten acht Jahre.
In dieser Periode konnte Domino’s Pizza den systemweiten Umsatz um 80 % steigern, die Zahl der Restaurants um 50 % erhöhen und den operativen Gewinn verdoppeln.
Die Entwicklung ist umso beeindruckender, wenn man sich bewusst macht, dass der Pizzamarkt insgesamt kaum wächst.
Also bleibt nur eine Erklärung: Der Gigant muss den Konkurrenten Marktanteile weggeschnappt haben, und zwar nicht zu knapp.
In den letzten acht Jahren konnte Domino’s Pizza gegenüber der Konkurrenz kräftig Boden gutmachen. Die Marktanteilsgewinne erstrecken sich über alle Kategorien (nationale, regionale und lokale Wettbewerber).
Doch wir müssen noch tiefer bohren, um die Gründe dieser Entwicklung ausfindig zu machen. Ein großer Faktor ist die Digitalisierungsoffensive.
Fast schon berühmt ist der Pizzatracker, über den Kunden jederzeit einsehen können, wann ihre Bestellung geliefert wird.
Doch auch das Loyalitätsprogramm „Domino’s Rewards“ sollte nicht unterschätzt werden.
- Je öfter Kunden bestellen, desto mehr Vorteile und Rabatte werden ihnen geboten.
- Ein schöner Nebeneffekt ist, dass der Konzern dabei auch noch die Daten auswerten kann und so immer besser in der Angebots- und Produktgestaltung wird.
- Außerdem führen digitale Orders zu höheren Umsätzen pro Bestellung und entlasten zugleich die Mitarbeiter in den Filialen, die kaum noch zum Hörer greifen müssen, weil der Bestellprozess automatisiert wurde.
Womit wir beim nächsten Wachstumstreiber angekommen sind: Denn Domino’s Pizza ist nicht nur für die Anteilseigner eine große Erfolgsgeschichte. Das Unternehmen steht zudem für den „American Dream“.
Die knapp 7.000 Standorte in den USA werden nämlich von rund 730 Franchisenehmern betrieben, die fast alle als Pizzafahrer angefangen und sich dann hochgearbeitet haben.
Daher kennen die Kleinunternehmer ihr Geschäft besonders gut. Wer sich jetzt denkt, dass man mit einem Pizzalieferdienst nicht wirklich viel verdienen kann, täuscht sich.
Der durchschnittliche Gewinn vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern eines Standorts in den USA erreicht einen Wert von 160.000 USD. Das steht im Verhältnis zur einer anfänglichen Investition von ca. 400.000 USD.
Mit anderen Worten: In nicht einmal drei Jahren wird die anfängliche Investition zurückverdient. Kaum ein anderes Konzept ermöglicht eine so schnelle Rückzahlung der Investitionskosten.
Unter der Annahme, dass von den 160.000 USD EBITDA pro Restaurant die Hälfte als Nettogewinn verbleibt, erwirtschaftet eine Filiale einen Gewinn von 80.000 USD pro Jahr.
Nun multiplizieren wir diesen Wert mit der durchschnittlichen Zahl der Stores, die ein Franchisenehmer betreibt (9) und kommen so auf einen Jahresgewinn von mehr als 700.000 USD – und das mit dem Verkauf von Pizzas.
Wenn sich ein Geschäftsmodell so sehr auszahlt, ist die Bereitschaft groß, weitere Standorte zu eröffnen. Was uns zum nächsten Punkt führt, denn normalerweise ist das Potential für weitere Standorte in einer Region irgendwann erschöpft.
Keine Frage: Bei Domino’s Pizza wird dieser Punkt auch irgendwann zum Wachstumsproblem werden. Aber im Liefergeschäft gibt es eine Besonderheit: Je dichter das Filialnetz, desto kürzer werden Fahrtwege und -kosten. Und bei den Kunden kommt die Pizza besonders heiß und frisch gebacken an.
Daher lohnt es sich oftmals, in einer Stadt weitere Geschäfte zu eröffnen, denn durch die Verdichtung des Standortnetzes erhöht sich die Profitabilität für die Franchisenehmer.
Obendrauf entsteht dadurch ein sprichwörtlicher Burggraben, denn Wettbewerber haben es nun noch schwerer, gegen den Marktführer anzukommen.
Damit sind wir ausreichend auf das Geschäft in den Vereinigten Staaten eingegangen. Das übrigens nach wie vor 49 % zum systemweiten Umsatz beisteuert, obwohl der Anteil der USA an der Weltbevölkerung nur bei etwas mehr als 4 % liegt.
Wenn das Erfolgsmodell weltweit ausgerollt wird, vervielfacht sich das Potential. Bereits vor langer Zeit hat Domino’s Pizza mit der internationalen Expansion begonnen.
Von den ca. 1.100 neuen Restaurants, die jährlich unter der Marke mit dem Dominostein eröffnet werden, entfällt fast die Hälfte auf China und Indien.
Die bereits erreichte Marktposition in Hindustan ist so gut wie bei keiner anderen westlichen Fast Food Kette. Fast 2.000 Stores werden aktuell in Indien betrieben, was knapp 10 % aller Domino’s Pizza Standorte entspricht. Und jedes Jahr werden es 200 mehr.
Fassen wir die Punkte am Ende der Investitionsthese kurz zusammen: Domino’s Pizza ist zum weltweiten Marktführer im Bereich von Fast Food Pizzen aufgestiegen. Über die Jahre hat sich der Konzern zahlreiche Wettbewerbsvorteile erarbeitet.
Doch trotz der bereits erreichten Größe ist weiterhin reichlich Wachstumspotential vorhanden. Das Management traut sich zu, die Zahl der Standorte von aktuell 20.600 langfristig auf mehr als 50.000 zu erhöhen.
Eine Besonderheit von Franchise- bzw. Lizenzmodellen besteht darin, dass die Cashgenerierung bereits in der Wachstumsphase außerordentlich hoch ausfällt, da die Investitionen nicht von Domino’s Pizza selbst getätigt, sondern von den Franchisenehmern gestemmt werden.
Die Unternehmensleitung rechnet bis 2028 mit einem jährlichen Anstieg des operativen Gewinns von mehr als 8 %. Dazu kommen noch Dividenden und Aktienrückkäufe, die weitere Werttreiber darstellen.
Doch wie viel Potential ist genau vorhanden? Um das herauszufinden, schauen wir zuerst auf die historische Kursentwicklung. Danach werfen wir einen Blick auf die relevanten Kennzahlen.
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Kursentwicklung der Domino’s Pizza Aktie
In den letzten zehn Jahren stieg der Kurs der Domino’s Pizza Aktie von 75 auf 480 USD, was einer jährlichen Rendite von mehr als 20 % entspricht.
Die Corona-Pandemie ist in der Kursentwicklung kaum zu erkennen, da die Konsumenten ab März 2020 mehr Zeit daheim verbracht haben und das zu einem Nachfrageanstieg im Liefergeschäft geführt hat.
Anfang 2022 markierte der Aktienkurs noch ein neues Rekordhoch, danach setzte eine eineinhalbjährige Phase sinkender Kurse ein. Mitte 2023 kostete ein Anteilsschein fast 50 % weniger als noch wenige Quartale zuvor.
Die Gründe für die heftige Kurskorrektur waren vielschichtig:
- die Rückkehr des gesellschaftlichen Lebens hat zu einer Normalisierung des Bestellvolumens pro Standort geführt
- gleichzeitig sind die Material-, Energie- und Lohnkosten regelrecht nach oben geschossen
- außerdem war der Arbeitsmarkt so aufgeheizt, dass kaum noch Mitarbeiter verfügbar waren und die Öffnungszeiten daher an einigen Standorten verkürzt wurden
- das alles hat die Profitabilität im System stark belastet (vor allem auf Ebene der Franchisenehmer)
Seit einigen Monaten befindet sich der Kurs jedoch wieder in einer Aufwärtsbewegung. Die eben genannten Probleme sind weitgehend gelöst, die Bestellungen legen wieder zu und die Ertragslage der Franchisenehmer hat sich stark verbessert.
Das ist den Aktionären nicht verborgen geblieben, der Kapitalmarkt ist nun wieder vollständig von der Wachstumsstory überzeugt. Der zurückgekehrte Optimismus ist in der Kursentwicklung der letzten Monate gut zu erkennen.
Operative Unternehmensentwicklung
Im Jahr 2023 haben sich die Geschäfte bei Domino’s Pizza wie folgt entwickelt:
Kennzahl | 2023 vs. 2022 | Langfristige Erwartungshaltung (Abilitato Schätzungen) | Erreicht? |
---|---|---|---|
Umsatzwachstum – Im Bestand – Neueröffnungen | 4,2 % 1,7 % 3,6 % | 7 % p.a. 3 % p.a. 4 % p.a. | ❌ ❌ ❌ |
EBIT-Marge | 18,3 % vs. 16,9 % | leicht steigend | ✅ |
Kapitalallokation CAPEX-Investitionen Ausschüttungsquote Aktienrückkäufe NetDebt/EBITDA | 105 Mio. USD 33 % 270 Mio. USD 5,4 vs. 5,9 | ca. 110 Mio. USD/Jahr 30-40 % des Gewinns 500 Mio. USD/Jahr 4-6x | ✅ ✅ ❌ ✅ |
Weitere KPIs Restaurants EBITDA/Store | 20.600 160k USD, +21k | >26.000 bis zum Jahr 2028 170k USD 2024, danach weiter steigend | ✅ ✅ |
Wir sind bereits auf die Herausforderungen eingegangen, mit denen Domino’s Pizza in den letzten beiden Jahren zu kämpfen hatte. Daher haben sich einige fundamentale Kennzahlen im Jahr 2023 nicht ganz so gut entwickelt, wie wir das in einem durchschnittlichen Jahr erwarten.
Mittlerweile ist das operative Momentum zurückgekehrt, wie folgender Grafik entnommen werden kann.
Nachdem der operative Gewinn (jeweils gegenüber dem Vorjahresquartal) ab Ende 2021 gesunken ist, legt die Ertragskraft seit dem vierten Quartal 2022 wieder zu, mit positiver Tendenz.
Allerdings sollten sich langfristig agierende Anleger ohnehin nicht in den Details einiger Quartale oder Jahre verheddern, sondern vor allem die langfristige Entwicklung genau unter die Lupe nehmen.
Deshalb gehen wir die erfolgsrelevanten Kennzahlen jetzt der Reihe nach durch.
Systemweiter Umsatz
Der systemweite Umsatz gibt an, wie viel Geld die Kunden in einem bestimmten Jahr in allen Domino’s Pizza Restaurants ausgegeben haben. Diese Kennziffer ist ein Indikator für die Größe und das Wachstum des Systems.
In den letzten zwanzig Jahren ist der systemweite Umsatz um 8 % pro Jahr gestiegen.
Von 2006 bis 2008 war der Konzern in einer angeschlagenen Verfassung, im Zeitraum von 2010 bis 2021 konnte dagegen eine durchweg hohe Wachstumsrate erreicht werden.
Wir können festhalten: Domino’s Pizza befindet sich auf dem Expansionskurs. Das systemweite Umsatzwachstum wird von zwei Einflussgrößen gespeist:
- Wachstum auf bestehender Fläche
- Neueröffnungen
Umsatzwachstum auf bestehender Fläche (Same Store Sales Growth)
Diese Kennziffer gibt an, wie stark der Umsatz ohne die Eröffnung oder Schließung von Standorten gestiegen wäre. Zudem werden verzerrende Währungseffekte ausgeklammert.
Dabei handelt es sich um den mit Abstand wichtigsten Erfolgsindikator der Fast-Food-Industrie. Je höher das Umsatzwachstum auf bestehender Fläche, desto profitabler wird der Betrieb der Restaurants. Zudem deutet ein starkes Wachstum auf ein attraktives Angebot hin, das zu Marktanteilsgewinnen führt.
Von 2006 bis 2008 hatte die Nr. 1 Pizzakette mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Durch eine verbesserte Qualität, den Einsatz von kreativen Marketingmaßnahmen und eine Digitalisierungsoffensive wurde in dieser Zeit die Grundlage für eine daraufhin äußerst erfolgreiche Entwicklung geschaffen.
Ab 2009 legte der Umsatz auf bestehender Fläche jährlich weit oberhalb der Inflationsrate zu, sodass sich die Profitabilität für die Franchisenehmer immer weiter verbessert hat und ein hochprofitables System entstanden ist.
Erstaunlicherweise ist der flächenbereinigte Umsatz selbst in den Jahren 2020 und 2021 erheblich gestiegen, denn Domino’s Pizza ist einer der wenigen „Corona-Profiteure“ gewesen.
2022 und 2023 hatte das Unternehmen dann mit hohen Vorjahreswerten zu kämpfen, sodass der Umsatz auf bestehender Fläche nur stabil gehalten werden konnte.
Für das laufende Jahr 2024 hat das Management allerdings eine Beschleunigung der Wachstumsrate in Aussicht gestellt, weil Domino’s Pizza momentan von einigen Sonderfaktoren profitiert:
- Aufnahme in die Uber Eats Plattform (bisher konnten Kunden nur über die eigenen Verkaufskanäle ordern)
- Optimierung des Loyalitätsprogramms (Domino’s Rewards)
- Positionierung als preiswerter Anbieter (hilfreich in einem Umfeld, in dem die Verbraucher mit steigenden Kosten zu kämpfen haben)
Auffällig ist die sehr stabile Umsatzentwicklung auf bestehender Fläche. In den letzten 20 Jahren ging der Umsatz niemals um mehr als 2 % gegenüber dem alten Rekordniveau zurück. McDonald’s hingegen musste im Krisenjahr 2020 einen Rückgang von ca. 8 % verkraften.
Die verlässliche Unternehmensentwicklung ermöglicht ein erhöhtes Verschuldungsniveau, ohne die Firma dabei leichtfertig aufs Spiel zu setzen.
Aufgrund des viele Jahre lang sehr hohen Umsatzwachstums auf bestehender Fläche konnte der Umsatz eines durchschnittlichen Standorts erheblich gesteigert werden.
Dieser Chart wird noch viel beeindruckender, wenn man sich bewusst macht, dass die neu eröffneten Filialen in Wachstumsmärkten wie China oder Indien auf einen viel geringeren Umsatz pro Restaurant kommen.
Ein durchschnittlicher US-Standort erreicht mittlerweile schon einen Umsatz von mehr als 1,3 Mio. USD pro Jahr.
Weil der Betrieb der Pizzaläden so profitabel ist, besteht unter den Franchisenehmern ein großes Interesse zu expandieren.
Zahl der Neueröffnungen
Anhand dieser Grafik wird schön sichtbar, wie die hohen Umsatzsteigerungen auf bestehender Fläche (ab dem Jahr 2009) mit etwas zeitlichem Verzug zu deutlich mehr Neueröffnungen geführt haben.
Der Grund dafür: Die ursprünglichen Investitionen können in weniger als drei Jahren zurückverdient werden.
Wer sich als Anleger die Frage stellt, welche Fast Food Marken das größte Potential haben, muss sich also vor allem mit der Profitabilität der Franchisenehmer beschäftigen.
In den kommenden fünf Jahren will das Management gemäß der neuen Unternehmensprognose das Filialnetz um mehr als 5 % p.a. ausbauen.
Operative Gewinnmarge
Der Expansionskurs führt zu Skaleneffekten und einer im Zeitverlauf immer höheren operativen Gewinnmarge, denn die Verwaltungs- und Technologiekosten können auf immer mehr Filialen verteilt werden.
Das Management hat daher in Aussicht gestellt, dass der operative Gewinn stärker als der systemweite Umsatz steigen soll.
Der Margenrückgang des Jahres 2022 kann mit der hohen Kostensteigerung im Bereich der Lebensmittel erklärt werden. Das ist deshalb relevant, weil Domino’s Pizza in Nordamerika neben der Vergabe von Lizenzen auch noch als Lieferant für die Zutaten der Franchisenehmer fungiert.
Da sich die Margen in diesem Geschäft im Jahr 2023 aufgrund sinkender Lebensmittelpreise wieder etwas erholt haben, konnte die Gesellschaft zuletzt bereits einen großen Teil des Margenrückgangs ausbügeln.
Kapitalallokation
Für die langfristige Rendite einer Aktienanlage ist es von entscheidender Bedeutung, wie gut der erwirtschaftete operative Cashflow angelegt wird.
2023 hat Domino’s Pizza einen operativen Cashflow von 600 Mio. USD erzielt.
Dabei handelt es sich um den Betrag, um den die Liquidität innerhalb eines Jahres gestiegen ist (vor Investitionen in die Restaurants sowie Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen).
Das Management hat folgende Prioritäten bei der Mittelverwendung festgelegt:
Die höchste Priorität genießen Investitionen in das Kerngeschäft, gefolgt von Dividenden und Aktienrückkäufen. Dabei soll der Verschuldungsgrad in einer Spanne vom 4- bis 6-fachen EBITDA gehalten werden.
Gehen wir die Verwendungsmöglichkeiten des operativen Cashflows der Reihe nach durch.
1. CAPEX-Investitionen: 100 Mio. USD /17 % des operativen Cashflows
Die Kapitalinvestitionen fallen gering aus, da die Franchisenehmer die Investitionen in die Eröffnung bzw. Renovierung von Restaurants selbst finanzieren müssen.
Sie sind daher vor allem auf die Weiterentwicklung der Technologie (App für die Kunden, Betriebssystem für die Stores) zurückzuführen.
2. Dividenden: 170 Mio. USD /28 % des operativen Cashflows
Die Ausschüttungsquote von Domino’s Pizza ist vergleichsweise gering. Vor zwei Monaten gab die Gesellschaft allerdings eine kräftige Dividendensteigerung von 25 % bekannt, seitdem werden aufs Jahr hochgerechnet 6,04 USD pro Aktie ausgeschüttet.
3. Aktienrückkäufe: 270 Mio. USD /45 % des operativen Cashflows
Der Liquiditätszufluss, der nach Investitionen ins operative Geschäft und den Dividendenzahlungen noch übrig ist, wird über Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückgegeben.
Domino’s Pizza kauft laufend eigene Aktien zurück, in den letzten zehn Jahren sank die Zahl der sich im Umlauf befindlichen Wertpapiere um knapp 5 % pro Jahr.
Während Dividendenzahlungen von Anlegern versteuert werden müssen, sind Aktienrückkäufe nahezu steuerfrei. Somit handelt es sich um eine besonders steuereffiziente Form der Kapitalrückführung an die Anteilseigner. Der Zinseszinseffekt kann sich in seiner vollen Kraft entfalten.
Künftig wird sich die Zahl der ausstehenden Aktien allerdings langsamer reduzieren, denn die Unternehmensleitung hat eine leicht geänderte Verschuldungspolitik angekündigt.
In der Vergangenheit hat der Fast Food Konzern nicht nur den Free Cash Flow ausgekehrt, sondern sich obendrauf auch noch zusätzliche Schulden aufgeladen, um noch mehr eigene Aktien erwerben zu können.
In einer Phase niedriger Zinsen führt das zu einer noch zügigeren Steigerung beim Gewinn je Aktie. Mittlerweile ist das Zinsniveau allerdings so stark gestiegen, dass diese Praxis vorerst der Vergangenheit angehört.
Ab sofort soll die Verschuldung etwa konstant gehalten werden, was bei einer gleichzeitigen Ertragssteigerung zu einer schrittweisen Entschuldung (NetDebt/EBITDA) führt.
Daher dürfte die Zahl der ausstehenden Aktien in den kommenden Jahren „nur noch“ um 2-3 % pro Jahr zurückgehen.
Der Effekt ist dennoch weiterhin spürbar: Wenn der Nettogewinn um 8 % pro Jahr steigt, treiben die Rückkäufe das Wachstum des Gewinns je Aktie auf einen Wert von 10-11 %.
NetDebt/EBITDA
Mit einer Verschuldung vom 5,4-fachen EBITDA (2023) befindet sich Domino’s Pizza 80 % oberhalb des Wertes vom 3-fachen EBITDA, der üblicherweise als Grenze einer gerade noch soliden Finanzlage gilt.
Die hohe Schuldenlast erhöht das Risiko einer Investition deutlich. Wer als Anleger so ruhig wie möglich schlafen möchte, macht also besser einen Bogen um das Wertpapier.
Doch es gibt auch einige Gründe, die diese Strategie nachvollziehbar machen:
- So fließt dem Konzern ein sehr verlässlicher Strom von Lizenzgebühren zu
- Diesen stehen kaum Investitionen gegenüber
- Die geringe Ausschüttungsquote erhöht den finanziellen Spielraum ebenfalls
- Und am Ende hat der Fremdkapitalhebel den besonders starken Anstieg beim Gewinn je Aktie (und des Aktienkurses) zusätzlich angetrieben.
Was uns zum nächsten Kapitel führt: Investoren sollten darauf achten, dass sie für die Übernahme von erhöhten Risiken ausreichend entschädigt werden. Beschäftigen wir uns daher nun mit der Bewertung der weltweit führenden Pizzakette.
Bewertung der Domino’s Pizza Aktie
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KGV der Domino’s Pizza Aktie
Bevor wir zum Fazit kommen, validieren wir unsere Einschätzung zur Bewertung der Domino’s Pizza Aktie anhand des historischen Kurs-Gewinn-Verhältnisses.
In den letzten 15 Jahren wurde die Nr.1 Pizzakette durchschnittlich zum 25-fachen Gewinn gehandelt, in den letzten zehn Jahren lag das mittlere KGV sogar bei einem Wert von 30.
Bezogen auf den erwarteten Gewinn des Jahres 2025 liegt die Bewertung mit einem KGV von 27 derzeit exakt in der Mitte der historischen Bewertungsspanne.
Da die Verzinsung von „risikolosen“ Anlagen (Staatsanleihen etc.) zuletzt aber deutlich gestiegen ist, müsste das Wertpapier von Domino’s Pizza eigentlich mit einem Bewertungsabschlag auf den historischen Durchschnittswert gehandelt werden.
Wenn wir hierfür einen Discount von 20 % ansetzen, landen wir bei einem fairen Wert von nur 380 USD (17,60 Gewinn je Aktie, 27er KGV, 20 % Abschlag) je Anteilsschein.
Fazit: Die Domino’s Pizza Aktie hat langfristig großes Wertsteigerungspotential, ist derzeit allerdings kein Schnäppchen ⚠️
Operative Entwicklung: Domino’s Pizza ist die Nr. 1 Pizzakette der Welt. Die operative Entwicklung fällt überzeugend aus.
Anleger beteiligen sich an einem hochprofitablen, stark wachsenden und verlässlich sprudelnden Strom von Lizenzeinnahmen. Eine Cash Maschine, die immer mehr Liquidität erwirtschaftet.
Das Wersteigerungsmodell besteht aus sieben Elementen:
- stetiges Umsatzwachstum auf bestehender Fläche
- resultiert in einer hohen Profitabilität für die Franchisenehmer
- ermöglicht zahlreiche Neueröffnungen
- treibt die Einzahlungen in den Marketingtopf in die Höhe, das führt uns zurück zu Punkt 1
- die ersten vier Elemente ermöglichen einen starken Anstieg der operativen Ertragskraft
- das erlaubt die Aufnahme von zusätzlichem Fremdkapital
- und führt zu einem überproportionalen Wachstum des Gewinns je Aktie
Domino’s Pizza überzeugt mit folgenden Stärken:
- hohe Profitabilität für die Franchisenehmer
- sehr gute Positionierung in Wachstumsmärkten
- großes und anhaltendes Expansionspotential
- stark wachsende und wiederkehrende Lizenzeinnahmen
Die Risiken und Schwächen liegen in folgenden Punkten:
- kein Immobilienbesitz
- hoher Leverage, viel Fremdkapital mit hohem Zinsaufwand
Bewertung: Keine Frage, bezogen auf die aktuelle Ertragskraft (KGV 2024/2025e: 31/27) ist die Domino’s Pizza Aktie sehr teuer bewertet. Erst recht im aktuellen Umfeld der gestiegenen Zinsen.
Anleger sollten jedoch nicht nur auf den aktuellen Gewinn achten, sondern auch das künftige Steigerungspotential mit einbeziehen.
Im August 2020 habe ich mir eine erste Position Domino’s Pizza Aktien in mein Depot gekauft. Damals lag das KGV sogar bei einem noch höheren Wert von 33. Trotzdem stieg der Kurs in der bisher etwas mehr als dreijährigen Haltedauer bereits um rund 30 %.
Das Management hält langfristig mehr als 50.000 Stores für möglich, aktuell sind es erst 20.000 Standorte. Alle acht Stunden öffnet ein weiteres Geschäft mit dem blau-roten Logo die Türen.
So steigt der Strom aus hochprofitablen Lizenzeinnahmen in immer neue Höhen.
So gehe ich vor: Warum bin ich im Sommer 2020 trotz der alles andere als preiswerten Bewertung mit einer ersten Position in die Domino’s Pizza Aktie eingestiegen? Weil ich vom langfristigen Wachstums- und Wertsteigerungspotential überzeugt bin und als Anteilseigner daran teilhaben möchte.
Die Renditeerwartung sehe ich zwar im zweistelligen Prozentbereich, allerdings stehen den Chancen auch erhöhte Risiken gegenüber (Hauptpunkt: Die stark ausgereizte Verschuldungskapazität).
Daher werde ich erst nachkaufen, wenn sich das Chance-Risiko-Verhältnis verbessert. Wer ebenfalls von den Aussichten überzeugt ist und noch nicht investiert ist, kann sich eine erste Position ins Depot legen.
Alternativ bietet sich der schrittweise Einstieg über einen Aktiensparplan an. Durch die regelmäßigen Aufstockungen werden Anleger zwar nie zum Tiefstkurs, aber eben auch nicht zum Höchstkurs einsteigen, sondern sich über die Laufzeit des Sparplans einen Durchschnittskurs sichern.
Wir werden die weitere Unternehmens- und Kursentwicklung im Auge behalten.
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Recherchequellen
Dieser Abschnitt ist für alle, die auf eigene Faust weiter recherchieren möchten. Hier folgt eine Auflistung der wichtigsten Recherchequellen:
Recherchequelle | Was ist dort zu finden? |
---|---|
Abilitato | Alle Artikel zur Domino’s Pizza Aktie |
Aktienfinder.net | Grafiken und Kennzahlen zur fundamentalen Entwicklung |
Marketscreener.com | Analystenschätzungen zur künftigen Entwicklung |
TIKR.com | Grafiken und Kennzahlen zur fundamentalen Entwicklung |
Domino’s Pizza | Geschäftsbericht 2023 |
Domino’s Pizza | Ergebnisse des Jahres 2023 |
Domino’s Pizza | Investorenpräsentation, Dezember 2023 |
TIKR.com | Transkript zum Domino’s Pizza Investor Day 2023 |
SeekingAlpha | Transkript zum Domino’s Pizza Q4/2023 Management Call |