Domino’s Pizza Aktie: Top geführt, stark wachsend, hohe Aktionärsrendite

Domino’s Pizza ist die Nr. 1 Pizzakette der Welt. Seit dem IPO ist die Domino's Pizza Aktie um jährlich 26 Prozent gestiegen. Zuletzt gab es einen Kursrücksetzer von 32 Prozent. Ist das eine gute Gelegenheit, um die Aktie mit Rabatt zu kaufen?

Inhaltsverzeichnis

Übersicht Domino’s Pizza

Datum16. April 2022
Zahl der Aktien37,7 Mio.
Aktienkurs390 USD
Marktkapitalisierung14.700 Mio. USD 
Nettofinanzverschuldung4.900 Mio. USD
Unternehmenswert19.600 Mio. USD
ISINUS25754A2015

Investitionsthese zur Domino’s Pizza Aktie

Ein Investment in die Domino’s Pizza Aktie erscheint aus folgenden Gründen interessant:

Nr. 1 Position: Domino’s Pizza ist die Nr. 1 Pizzakette der Welt. Das Unternehmen erobert nach den USA nun die Schwellenländer.

Erfolgreiche Vergangenheit: Seit dem Börsengang im Jahr 2004 ist die Aktie um jährlich 26 % gestiegen.

32 % Kursrücksetzer: Nachdem es mit dem Aktienkurs jahrelang nur aufwärts ging, notiert die Domino’s Pizza Aktie aktuell 32 % unter dem Allzeithoch.

Ist das eine gute Gelegenheit, um mit Rabatt einzusteigen? Finden wir es heraus!

Neu: Domino’s Pizza Aktienanalyse auch als Video verfügbar

Wer lesefaul ist, kann sich das folgende Video anschauen. Aaron Israel hat uns auf seinen YouTube-Kanal „Homo Oeconomicus“ eingeladen. Dort haben wir gemeinsam über die Domino’s Pizza Aktie gesprochen. 

Im Video konnten wir nicht jedes Detail der vollständigen Analyse auf diesem Blog erwähnen, aber wir sind auf die relevanten Punkte bzw. das „Big Picture“ eingegangen. Viel Spaß beim Anschauen!

Geschäftstätigkeit von Domino’s Pizza

Branche

Domino’s Pizza ist in der Fast Food Industrie tätig. Das Unternehmen ist kein typischer „Italiener“, sondern hat sich auf die Abholung und Lieferung von Pizzen spezialisiert.

74 % des Gewinns werden in den USA erzielt, daher schauen wir uns diesen für das Unternehmen so bedeutenden Markt genauer an.

US Pizza-Markt von wenigen großen Anbietern dominiert

Marktanteil von Domino's Pizza im US Pizzamarkt
Bildquelle: Investorenpräsentation, 2022, S. 14, Domino’s Pizza.

Marktanteil: Die vier größten Anbieter erreichen einen Marktanteil von 52 % aller Fast Food Pizzen.

Domino’s Pizza verkauft mit einem Marktanteil von 22 % mehr als jede fünfte Fast Food Pizza der USA. Im Untersegment der Lieferung erreicht der Marktanteil von Domino’s sogar bei 31 %.

Die anderen drei nationalen Ketten sind:

  • Pizza Hut (Nummer 2; Im Besitz der Muttergesellschaft YUM! Brands, die börsennotiert ist)
  • Little Caesars Pizza (Nummer 3; Im Familienbesitz)
  • Papa John’s (Nummer 4; börsennotiert)

Das Marktwachstum lag Unternehmensangaben zufolge in den letzten fünf Jahren bei nur 2,5 % pro Jahr. Das Untersegment der Lieferung ist jedoch um jährlich 8,6 % gewachsen. In diesem Segment ist Domino’s besonders stark vertreten.

Es zählt nicht nur der Geschmack: Als wir auf Twitter und Instagram Accounts informiert haben, dass wir uns als Nächstes die Domino’s Pizza Aktie anschauen werden, haben wir einige Antworten in folgendem Stil erhalten:

„Mir schmeckt die Pizza von Domino’s einfach nicht. Wie kann dieses Konzept überhaupt funktionieren?“

Wir sehen drei Gründe:

  1. Die Geschmäcker sind verschieden.
  2. Das deutsche Angebot von Domino’s Pizza ist nicht mit dem US-Angebot von Domino’s Pizza vergleichbar.
  3. Viele Kunden entscheiden nicht nur nach dem Geschmack, sondern ebenfalls nach folgenden Kriterien:
    • Bequemlichkeit
    • Geschwindigkeit
    • Konsistenz
    • Technologie
    • Lage/Verfügbarkeit
    • Preis

Worauf wir hinweisen möchten: Investoren sollten das Geschehen möglichst objektiv aus der Vogelperspektive beobachten. Wer selbst kein iPhone nutzt, kann trotzdem in die Apple Aktie investieren. Entscheidend ist es, dass man ein gutes Gefühl dafür bekommt, warum die Kunden bei einem Unternehmen einkaufen.

Es mag bessere Pizzen als die von Domino’s Pizza geben. Doch bei der Bequemlichkeit, Geschwindigkeit und Konsistenz zieht die Kette davon.

Geschäftsmodell von Domino’s Pizza

Was wird angeboten?

Domino’s Pizza ist die größte Pizzakette der Welt. Weltweit sind mehr als 18.800 Stores in über 90 Ländern mit dem blau-roten Logo versehen.

Das gesamte Konzept ist auf Effizienz getrimmt:

  • Die Stores sind klein, sodass die Eröffnung vergleichsweise günstig ist. Zwei Drittel des Umsatzes werden mit der Lieferung erzielt, ein Drittel mit der Abholung.
  • Das Menü ist schlank, sodass sich die Kunden schnell entscheiden können und die Arbeiten in der Küche nicht zu kompliziert werden. Angeboten werden Pizzen (in verschiedenen Größen und Ausführungen), Pasta, Salate, Desserts und Getränke.
  • Mithilfe von Technologie wird der Bestellprozess soweit wie möglich automatisiert.

All diese Punkte führen zu Einsparungen. Diese ermöglichen es Domino’s Pizza, das Angebot preiswert zu halten. Das erhöht die Zahl der Bestellungen.

Erfolgsgeheimnis Bequemlichkeit

Typisch USA: Die Abholung der Pizza wird noch bequemer gemacht
Bildquelle: Investorenpräsentation, 2022, S. 9, Domino’s Pizza.

Domino’s Pizza weiß, dass der Alltag der meisten Menschen stressig ist. Daher sind viele Konsumenten auf der Suche nach möglichst bequemen Essensangeboten. Domino’s Pizza ist ein Meister der Bequemlichkeit:

  • Die Bestellung erfolgt in wenigen Klicks in der Domino’s Pizza App. Über 29 Mio. Kunden haben sich für das Kundenprogramm „Piece of the Pie“ angemeldet. Immer wieder erhalten sie Sonderangebote und Gratis Pizzen.
  • Während der Zubereitung informiert ein „Pizza Tracker“, wie weit die Zubereitung der Pizza bereits ist.
  • Die Pizzen werden nach Hause oder ins Büro geliefert. Da die Fahrzeuge in den USA mit einem GPS-System ausgestattet sind, informiert ein „Delivery Tracker“ in Echtzeit, in wie viel Minuten die Pizza ankommt.
  • Wer die Pizzen selbst abholen will, kann in den USA nun im Auto sitzen bleiben. Ein Mitarbeiter bringt die Bestellung zum parkenden Auto. Dieses 2021 neu eingeführte Angebot kommt sehr gut an.

Domino’s Pizza als Tech Unternehmen

Domino's Pizza gewinnt wegen der hervorragenden Technologie Marktanteile
Bildquelle: Investorenpräsentation, 2022, S. 8, Domino’s Pizza.

Mithilfe der selbst entwickelten Technologie kann der Pizzariese Domino’s die lokalen Anbieter ausstechen:

  • Ganze 75 % der Bestellungen in den USA werden digital getätigt. Das spart Lohnkosten.
  • Zudem ist die Software so programmiert, dass die Kunden im Durchschnitt 25 % mehr Umsatz pro Bestellung machen als bei einer telefonischen Bestellung.
  • Anschließend speichert Domino’s Pizza die Kundendaten und kann die Kunden mit Marketingaktionen immer wieder zu neuen Bestellungen anregen.

Wie werden die Produkte hergestellt?

Domino’s Pizza hat sich tief in die Wertschöpfungskette eingegraben. Auch das ist gegenüber lokalen Anbietern ein Vorteil.

Fabriken zur Herstellung der Zutaten: In den USA wurde ein eigenes Netzwerk an Fabriken aufgebaut, in denen Pizzateig hergestellt wird. Domino’s Pizza kauft die Zutaten zentral ein, durch das Beschaffungsvolumen von jährlich 2,6 Mrd. USD können Einsparungen erzielt werden.

Anschließend werden die Zutaten mit eigenen Lastwagen zu den Stores gefahren. Dort werden die Pizzen hergestellt.

Eigene Auslieferung: Während andere Anbieter der Fast Food Industrie (z. B. McDonalds) auf externe Lieferdienste setzen, betreibt Domino’s Pizza auch diesen Schritt der Wertschöpfungskette selber. Einerseits können so eine höhere Qualität und eine schnellere Lieferung sichergestellt werden, anderseits spart sich das Unternehmen die hohen Gebühren von ca. 8-10 USD pro Bestellung.

In den letzten Jahren leidet Domino’s Pizza etwas darunter, dass die externen Lieferdienste ihr Wachstum mit großen Rabattschlachten angekurbelt haben. Unternehmen wie DoorDash und Uber Eats schreiben nach wie vor große Verluste. Wenn den Kunden ein Rabatt von bspw. 20 % auf die Bestellung angeboten wird, bestellen mehr Kunden über diese Lieferdienste. Allerdings führt das zu einem stetigen Cash Burn, der dauerhaft kaum durchzuhalten sein wird.

Umso beeindruckender, dass Domino’s Pizza trotz dieses Gegenwinds sich weiterhin so stark entwickelt. Vermutlich werden die externen Lieferdienste in den kommenden Quartalen ihre Liefergebühren anheben müssen, um den Cash Burn zu stoppen. Dieser Schritt wird die Wettbewerbsfähigkeit von Domino’s Pizza nochmals verbessern.

Die Burggraben-Strategie von Domino’s Pizza

Durch die Eröffnung weiterer Stores baut sich Domino's Pizza einen Burggraben auf
Bildquelle: Investorenpräsentation, 2022, S. 15, Domino’s Pizza.

Die Lieferung von Domino’s Pizza ist deshalb so wirtschaftlich, weil das Unternehmen eine „Burggraben-Strategie“ verfolgt. Diese funktioniert so:

  1. In einer Stadt werden zusätzliche Stores eröffnet.
  2. Das Liefergebiet wird unter den neuen Stores aufgeteilt. Jeder Store beliefert nun ein kleineres Gebiet.
  3. Die Fahrtwege pro Bestellung verkürzen sich. Das hat mehrere Vorteile:
    • Die Pizzen kommen schneller an.
    • Die Pizzen kommen wärmer an.
    • Die Fahrtkosten pro Bestellung sinken (weniger Lohnkosten und weniger Benzinkosten) durch kürzere Strecken.

Diese Vorteile führen dazu, dass die Kunden noch mehr Pizzen bestellen, wodurch die neuen Stores gut ausgelastet werden. Der Gewinn in der jeweiligen Stadt erhöht sich, der Marktanteil wird ausgebaut, für Wettbewerber ist es schwieriger als zuvor.

Wer sind die Kunden?

Gemessen an der Zahl der Stores befindet sich ein Drittel der Stores in den USA und zwei Drittel in Ländern außerhalb der USA.

Zahl der Domino's Pizza Stores nach Regionen
Bildquelle: Investorenpräsentation, 2022, S. 13, Domino’s Pizza.

Wie wird der Ertrag realisiert?

Domino’s Pizza betreibt nur einen verschwindend kleinen Anteil der Stores selbst. 98 % der Stores werden von Franchisenehmern geführt.

Dabei handelt es sich um Unternehmer, die einen oder mehrere Stores auf eigene Rechnung betreiben. Sie bestimmen die Preise und stellen eigene Mitarbeiter ein. Domino’s Pizza tritt als Lizenzgeber auf und übernimmt unter anderem folgende Aufgaben:

  • Bereitstellung der weltweit bekannten Marke
  • Bereitstellung des hocheffizienten Store-Konzeptes
  • Bereitstellung der Software und der Technologie (Website, POS, Online-Bestellungen, App, Pizza Tracker, Delivery Tracker, Kundenprogramm)
  • Belieferung mit Zutaten
  • Durchführung nationaler Marketing-Kampagnen

Für diese Services müssen die Franchisenehmer 5,5 % ihres Umsatzes an Domino’s Pizza bezahlen. Dazu kommen weitere 6 % des Umsatzes, die in nationale Marketing-Kampagnen fließen.

Warum sollte ein Franchisenehmer 11,5 % seines Umsatzes an Domino’s Pizza abführen?

Weil es sich für ihn lohnt.

Gewinnentwicklung eines durchschnittlichen Stores in den USA, pro Jahr

Der durchschnittliche Gewinn eines Domino's Pizza Stores liegt bei 170.000 USD
Bildquelle: Investorenpräsentation, 2022, S. 20, Domino’s Pizza.

Seit dem Jahr 2010 ist der Gewinn (EBITDA) pro Store von 67.000 USD auf 170.000 USD gestiegen. Der durchschnittliche Store erwirtschaftet einen Gewinn von mehr als einer Sechstelmillion USD – jedes Jahr. Das auf Effizienz getrimmte Konzept funktioniert trotz der hohen Abgaben so gut, dass die Franchisenehmer immer mehr Stores eröffnen wollen.

Dazu ein paar Statistiken zu den Franchisenehmern in den USA:

  • Der durchschnittliche Franchisenehmer ist seit mehr als 18 Jahren im System.
  • 99 % der Franchiseverträge wurden von den Franchisenehmern im Jahr 2021 erneuert.
  • Der durchschnittliche Franchisenehmer betreibt acht Stores und erwirtschaftet somit mehr als 1 Mio. USD Gewinn (EBITDA) jährlich.

Das Erfolgsmodell von Domino’s Pizza

Die folgende Grafik ist die wahrscheinlich wichtigste Folie dieses Artikels. Sie zeigt, warum sich Domino’s Pizza so gut entwickelt:

Das Erfolgsmodell der Domino's Pizza Aktie: Gut geführt, gut wachsend, gute Kapitalallokation
Bildquelle: Investorenpräsentation, 2022, S. 19, Domino’s Pizza.
  • Ein hocheffizientes Konzept führt dazu, dass der Gewinn je Store bei 170.000 USD pro Jahr liegt, und das bei begrenzten Investitionskosten.
  • Folglich wollen die Franchisenehmer weitere Stores eröffnen, um ihren Gewinn zu steigern.
  • Gleichzeitig wächst der Umsatz in den bestehenden Stores.
  • Somit ergibt sich ein starkes Wachstum des Umsatzes, der im gesamten Domino’s System erzielt wird.
  • Domino’s Pizza fließt als Franchisegeber ein fixer Teil des Umsatzes als Gebühr zu, somit steigt mit dem Umsatz auch der Gewinn.
  • Der zunehmende Gewinn wird genutzt, um die Bilanz mit zusätzlichen Schulden aufzuladen.
  • Der Gewinn und neu aufgenommene Kredite werden genutzt, um so viele Aktien wie möglich zurückzukaufen.
  • Das führt zu einem noch stärkeren Wachstum beim Gewinn je Aktie – und damit langfristig zu hohen Aktionärsrenditen.

Der detaillierte Blick auf die 4 Segmente

Domino’s Pizza teilt das Geschäft in vier Segmente auf. Schauen wir uns diese im Detail an, um ein noch besseres Verständnis des Geschäftsmodells zu erhalten:

Segment U.S. Stores

  • In diesem Segment werden alle Stores in den USA gebündelt.
  • Etwa 6.200 Stores werden von insgesamt 735 Franchisenehmern betrieben.
  • Etwa 400 Stores werden selbst betrieben. In diesen Stores testet Domino’s Pizza Änderungen am System (Technologie-Innovationen, Marketing-Aktionen, operative Verbesserungen etc.).

Segment International

  • In diesem Segment werden alle Stores außerhalb der USA gebündelt.
  • In den meisten Ländern gibt es sogenannte Master Franchisenehmer. Diese haben das Recht, in einem ganzen Land alle Stores zu betreiben. Zudem dürfen sie selbst Lizenzen an Subunternehmer vergeben.
  • Eigene Stores betreibt Domino’s Pizza in den internationalen Märkten nicht. Die lokalen Franchisenehmer kennen sich besser mit den örtlichen Bedingungen aus (Kultur, Gesetze, Kundenverhalten).
  • Die Master Franchisenehmer müssen ca. 3 % des Umsatzes an Domino’s Pizza abgeben. Zudem verpflichten sie sich, neue Stores zu eröffnen.
  • Das Segment trägt nur 7 % zum Umsatz bei, spült jedoch 26 % des Gewinns in die Kassen.
  • Das liegt daran, dass Domino’s Pizza insgesamt nur 100 Mitarbeiter für das Segment beschäftigen muss – was zu einer Gewinnmarge von 77 % (!) führt.

Segment Supply Chain

  • In Nordamerika betreibt Domino’s Pizza 21 regionale Teig- und Logistikzentren. Zudem wird ein Standort für die Verarbeitung von Gemüse betrieben.
  • 900 Lastwagen beliefern die Stores in Nordamerika mehrmals die Woche mit den Zutaten.
  • In diesem Segment wird zwar viel Umsatz erzielt, doch die Margen sind begrenzt. Denn die Franchisenehmer sind nicht verpflichtet, die Zutaten bei Domino’s Pizza einzukaufen. Sie können sie auch von anderen Zulieferern beziehen. Daher muss Domino’s Pizza darauf achten, dass die Preise wettbewerbsfähig sind.

Segment U.S. Franchise Advertising

  • In diesem Segment werden die Marketingabgaben der Franchisenehmer in den USA (6 % vom Umsatz) gebündelt.
  • Das Segment arbeitet auf Non-Profit-Basis.
  • Mit den Einnahmen werden Marketingkampagnen bezahlt, die den Umsatz ankurbeln sollen.

Strategie: So stellt sich Domino’s Pizza die eigene Zukunft vor

Domino’s Pizza möchte die Wachstumsmöglichkeiten in den internationalen Märkten nutzen.

  • Das Unternehmen sieht allein in den 20 größten Märkten das Potential für mehr als 10.000 weitere Stores.
  • Auch in den USA möchte Domino’s die Zahl der Stores weiter erhöhen.
Das Management von Domino's Pizza sieht großes Wachstumspotential in den Schwellenländern
Bildquelle: Investorenpräsentation, 2022, S. 17, Domino’s Pizza.

Neben der Expansion investiert Domino’s Pizza in die Technologie. Es werden bereits erste Tests zur Auslieferung von Pizzen mit autonomen Autos durchgeführt. Auch wenn der Durchbruch dieser Technologie ungewiss ist, verspricht das Projekt potentiell große Einsparmöglichkeiten. Denn die Auslieferung ist besonders personalintensiv – und damit teuer.

Abschließend möchte Domino’s Pizza weiterhin die Burggraben-Strategie verfolgen (siehe Abschnitt Geschäftsmodell) und die Zahl der Stores in dicht besiedelten Regionen erhöhen.

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Finanzkennzahlen und Bewertung

Nachdem wir uns mit der Historie, der Branche, der Geschäftstätigkeit und den Zukunftsaussichten befasst haben, versuchen wir nun, die Aktie so gut wie möglich zu bewerten.

Historische Aktienkursentwicklung

Kursentwicklung der Domino's Pizza Aktie: 26 % pro Jahr seit dem Börsengang im Jahr 2004
Bildquelle: Comdirect.

Domino’s Pizza ging im Jahr 2004 zu einem Kurs von 14 USD je Aktie an die Börse. Bereits drei Jahre später wurde eine einmalige Sonderdividende von 13,50 USD je Aktie ausgeschüttet. Finanziert wurde diese Dividende mit der Aufnahme zusätzlicher Schulden.

Kurz darauf ist die Finanzkrise ausgebrochen. Die Liquidität trocknete aus, die Finanzierungsbedingungen verschlechterten sich. Die Domino’s Pizza Aktie sank auf einen Kurs von 3 USD.

Anschließend folgte eine spektakuläre Kursentwicklung. Einstiegsfenster gab es kaum. Ende 2021 erreichte die Domino’s Pizza Aktie einen Kurs von 564 USD.

In diesem Jahr hat die Domino’s Pizza Aktie den Rückwärtsgang eingelegt. Aktuell notiert das Wertpapier bei einem Kurs von 390 USD – und damit ganze 32 % unter dem Allzeithoch.

Das ist einer der stärksten Kursrücksetzer der letzten 10 Jahre. In der Vergangenheit hat die Aktie derartige Kursschwächen schnell überwunden und ist daraufhin auf neue Hochs geklettert.

Ob es dieses Mal wieder so laufen könnte, wollen wir in den folgenden Abschnitten herausarbeiten. Dazu schauen wir uns der Reihe nach verschiedene Kennzahlen und die Bewertung der Aktie an.

Davor werfen wir noch einen Blick auf die logarithmische Kursentwicklung der Domino’s Pizza Aktie. In dieser Darstellung wird die prozentuale Veränderung des Aktienkurses in den letzten Jahren besser sichtbar.

Die Domino's Pizza Aktie entwickelt sich seit Jahren überdurchschnittlich gut
Bildquelle: Comdirect.

Der langfristige Track Record der Domino’s Pizza Aktie ist mehr als überzeugend: 26 % jährliche Rendite hat das Wertpapier seit dem Börsengang eingebracht. Wer im Jahr 2004 1.000 USD investiert hätte, würde heute Aktien im Wert von 62.000 USD besitzen.

Trotz dieser außerordentlich guten Performance liegt die Marktkapitalisierung des Unternehmens erst bei 14 Mrd. USD. Damit ist das langfristige Potential noch lange nicht ausgeschöpft.

Umsatzentwicklung der Domino’s Pizza Aktie

Domino's Pizza Umsatzentwicklung, Quelle: Aktienfinder.net
Bildquelle: Aktienfinder.net.

Bis zum Jahr 2012 ist der Umsatz von Domino’s Pizza nur langsam gestiegen. Seitdem wächst er kräftig.

ZeitraumUmsatzwachstum pro Jahr (CAGR)
letzte 15 Jahre7,7 %
letzte 10 Jahre10,2 %
letzte 5 Jahre12,0 %
Management-Ziel der nächsten Jahre6-10 % (e)
Analystenerwartungen der nächsten 3 Jahre7,0 % (e)

Weiterhin fällt auf, dass der Umsatz sehr stabil ist und kaum Schwankungen unterliegt. Das ist auf die nichtzyklische Natur des Geschäftsmodells zurückzuführen. Domino’s Pizza bietet preiswertes Essen an, das auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nachgefragt wird.

Das Umsatzwachstum speist sich aus zwei Quellen:

1. Umsatzwachstum auf bestehender Fläche (Same Store Sales Growth, SSSG)

Die bestehenden Stores von Domino's Pizza erwirtschaften immer mehr Umsatz
Bildquelle: Investorenpräsentation, 2022, S. 22, Domino’s Pizza.

Diese Grafik gibt an, wie stark der Umsatz von Domino’s Pizza auf bestehender Fläche (ohne Neueröffnungen) wächst.

  • In den USA lag das jährliche Wachstum seit dem Jahr 2000 bei 4,1 %.
  • In den internationalen Märkten erreichte das Wachstum eine Rate von 5,6 % pro Jahr.

Allerdings sollte beachtet werden, dass die Inflationsrate in vielen Schwellenländern erhöht ist und daher das inflationsbereinigte Wachstum ähnlich wie in den USA gewesen sein dürfte.

Ein hohes Umsatzwachstum auf bereinigter Fläche ist aus folgenden Gründen von großer Bedeutung:

  • Es zeigt, dass die Attraktivität der Marke zunimmt.
  • Diese Art des Wachstums ist besonders profitabel, da kein zusätzliches Geld für die Eröffnung neuer Stores investiert werden muss (Kauf von Immobilien, Ausstattung der Immobilie, Anstellung der neuen Mitarbeiter).

2. Eröffnungen neuer Stores

Domino's Pizza ist es gelungen, die Zahl der Stores innerhalb von 10 Jahren fast zu verdoppeln
Bildquelle: Investorenpräsentation, 2022, S. 21, Domino’s Pizza.

Zudem ist die Zahl der Stores seit dem Jahr 2010 um 6,6 % pro Jahr gestiegen. Das entspricht einer Verdoppelung der Stores in elf Jahren.

Normalerweise ist die Eröffnung neuer Stores mit hohen Investitionen verbunden. Diese belasten die Cashgenerierung. Da Domino’s Pizza jedoch als Franchiseunternehmen organisiert ist, werden die Investitionen von den Franchisenehmern gestemmt.

Domino’s Pizza hat eine Möglichkeit gefunden, Wachstum und Cashgenerierung zu verbinden.

Entwicklung des Gewinns

Domino's Pizza Aktie: Entwicklung der operativen Gewinnmarge
Bildquelle: Aktienfinder.net.

Domino’s Pizza ist es in den letzten 20 Jahren gelungen, schrittweise immer profitabler zu werden. Die EBIT-Marge (rote Linie) nähert sich langsam der 20 %-Marke an.

Im internationalen Geschäft liegt die Marge bereits bei über 70 %, im US-Geschäft bei knapp 50 %. Auch bei der Marge zahlt sich das Franchisemodell aus. Die Franchisenehmer tragen die operativen Risiken, bei Domino’s Pizza kommen 3-6 % der Store-Umsätze als „Gewinn-Extrakt“ für die Austüftelung des Geschäftsmodells und die Nutzung der Marke an.

Verwässernd wirkt sich hingegen das Segment „Supply Chain“ aus. In diesem Segment liegt die Marge bei unter 10 %.

Langfristig gesehen dürfte die Marge Potential nach oben haben, da die Bedeutung des internationalen Geschäfts zunimmt.

Entwicklung des Gewinns je Aktie (EPS)

Gewinn je Aktie (EPS) der Domino's Pizza Aktie im zeitlichen Verlauf
Bildquelle: Aktienfinder.net.

Der Gewinn je Aktie (EPS) ist regelrecht explodiert. In den letzten 10 Jahren konnte das Unternehmen das EPS um 23,0 % pro Jahr steigern. Zum Vergleich: Der Umsatz ist um „nur“ 10,2 % pro Jahr gewachsen.

Neben der Steigerung der Gewinnmarge machen sich die hohen Aktienrückkäufe bemerkbar. Dazu gleich mehr. Dies erklärt auch die überdurchschnittliche Performance des Aktienkurses. Unter der Annahme eines konstanten KGVs „muss“ die Domino’s Pizza Aktie im Einklang mit dem Gewinnwachstum zulegen.

ZeitraumGewinnwachstum pro Jahr (CAGR)
letzte 15 Jahre15,1 %
letzte 10 Jahre23,0%
letzte 5 Jahre25,8 %
Management-Ziel der nächsten Jahre
Analystenerwartungen der nächsten 3 Jahre11,6 % (e)

Weiterhin fällt auf, dass der Gewinn je Aktie seit dem Jahr 2007 in jedem Jahr zugelegt hat. Erneut zeigt sich die stabile bzw. nichtzyklische Natur des Geschäftsmodells.

Blick auf die Bilanz

Nun wird es Zeit, einen tiefen Blick in die finanzielle Trickkiste des Managements zu werfen. Die Performance der Aktie wird mit einigen Mitteln optimiert. Dazu schauen wir uns zuerst einige Kennzahlen an, danach ziehen wir daraus Schlüsse.

Eigenkapital

Das Eigenkapital von Domino's Pizza ist im negativen Bereich
Bildquelle: TIKR.com.

Das Eigenkapital von Domino’s Pizza ist trotz der hohen Cashgenerierung immer weiter geschrumpft. Zuletzt erreichte es einen Wert von -4,2 Mrd. USD. Wie kann das Eigenkapital bei einem profitablen Unternehmen überhaupt negativ werden?

In unserer Starbucks Aktienanalyse haben wir es bereits erklärt.

Dazu fällt uns folgender Vergleich ein: Stellen wir uns vor, Max gibt jeden Monat das gesamte Gehalt aus. Nun möchte Max noch mehr konsumieren und geht zu einer Bank. Die Bank gibt Max einen Kredit, obwohl er kein Vermögen hat. Denn wenn Max eines Tages weniger verkonsumieren würde, könnte er den Kredit mit seinem Einkommen zurückzahlen. 

Ähnlich verhält es sich bei Domino’s Pizza. Das Unternehmen besitzt eine wertvolle Marke und hat ein Konzept aufgebaut, das reichlich Cash generiert. Letztlich beleiht das Unternehmen die erwartete künftige Cashgenerierung. Solange der Cashflow sprudelt, stellt das kein Problem dar. 

Nettofinanzverschuldung

Das Management von Domino's Pizza hat die Verschuldung über die Jahre immer weiter erhöht
Bildquelle: TIKR.com.

Während das Eigenkapital immer weiter gesunken ist, ist die Nettofinanzverschuldung treppenförmig gestiegen. Sie liegt mittlerweile bei mehr als 5 Mrd. USD.

Der absolute Schuldenberg sagt jedoch noch nichts darüber aus, wie angespannt die finanzielle Lage ist. Dazu müssen wir die Verschuldung ins Verhältnis zum Ertrag setzen:

Verhältnis aus Nettofinanzverschuldung zu EBITDA

Domino's Pizza ist strebt eine Verschuldung vom 3- bis 6-fachen EBITDA an
Bildquelle: TIKR.com.

Diese Grafik zeigt, mit welchem Vielfachen des aktuellen Gewinns (EBITDA) Domino’s Pizza verschuldet ist. Grundsätzlich gilt die Regel, dass eine Verschuldung bis zum 3-fachen EBITDA in Ordnung geht. Denn theoretisch könnte das Unternehmen dann die gesamten Schulden innerhalb weniger Jahre zurückführen.

Die ersten beiden Grafiken lassen eine stetige Verschlechterung der finanziellen Lage vermuten. Diese Grafik jedoch zeigt auf: Die Verschuldung ist im Einklang mit dem Gewinn gestiegen. Die finanzielle Lage ist somit nicht schlechter, aber auch nicht besser geworden.

Die Verschuldung von Domino’s Pizza liegt bei 167 % der Grenze vom 3-fachen EBITDA. Somit kann die Bilanz als deutlich gehebelt angesehen werden.

Das Management von Domino’s Pizza verweist jedoch auf zwei mildernde Faktoren:

  • Erstens kann das Geschäft bereits seit 20 Jahren mit dieser Bilanzstruktur betrieben werden.
  • Zweitens ist die Cashgenerierung aufgrund des bedürfnisorientierten Geschäftsmodells sehr verlässlich.

Zinsdeckungsgrad

Der Zinsdeckungsgrad der Domino's Pizza Aktie im zeitlichen Verlauf
Bildquelle: TIKR.com.

Der Zinsdeckungsgrad gibt an, wie oft die Zinsaufwendungen mit dem operativen Gewinn bedient werden können. Ein Zinsdeckungsgrad von 3,5 bedeutet, dass der operative Gewinn 3,5-mal so hoch wie die Zinsaufwendungen ist.

Erst wenn sich der Zinsaufwand verdreieinhalbfachen würde, wäre der Gewinn der Domino’s Pizza Aktie vollständig aufgezehrt. Da das Unternehmen aktuell bereits 4 % Zinskosten bezahlt, müsste der Zinssatz auf einen Wert von 14 % klettern. Das erscheint aus unserer Sicht unrealistisch.

Aktionärsstruktur der Domino’s Pizza Aktie

Der aktivistische Investor Bill Ackmann gab im Juli 2021 bekannt, in die Domino’s Pizza Aktie eingestiegen zu sein. Derzeit hält er ein Aktienpaket von 2,1 Mio. Aktien. Das entspricht einem Wert von ca. 820 Mio. USD bzw. knapp 6 % der Marktkapitalisierung von Domino’s Pizza.

Davor war er in der Starbucks Aktie investiert. Als diese zu Beginn des Jahres 2021 auf einen Kurs von deutlich über 100 geklettert ist, verkaufte er die Position. Dann hat er das Geld in Aktien von Domino’s Pizza investiert. Seinen Einstieg begründete er wie folgt:

It’s an extremely well-run company, they’ve done an incredible job on everything about the way they run the business, to the way they grow the business and to the way they allocate capital in the business. (…) We admired it for years, but it was never always cheap enough. But for about five minutes it got cheap.

Es ist ein extrem gut geführtes Unternehmen, das in allen Bereichen der Unternehmensführung, des Unternehmenswachstums und der Kapitalverteilung unglaubliche Arbeit geleistet hat. (…) Wir haben es jahrelang bewundert, aber es war nie billig genug. Dann wurde die Domino’s Pizza Aktie für einen kurzen Augenblick preiswert.

Bill Ackmann auf YouTube

Bill Ackmann hat in der Restaurant Industrie bereits mehrmals ein glückliches Händchen bewiesen. Nach seinem Einstieg ist die Domino’s Pizza Aktie innerhalb kurzer Zeit davongelaufen. In den letzten drei Monaten ist die Aktie jedoch in die Nähe des Kurses zurückgekehrt, zu dem er gekauft hat.

Die restlichen Aktien befinden sich im Streubesitz.

Management

Domino’s Pizza wird seit Juli 2018 von Ritch Allison geführt. Doch eine Änderung steht bevor: Er wird sein Amt Ende April an Russell Weiner übergeben.

Russell Weiner hat unter anderem im Marketing von PepsiCo gearbeitet. 2008 wechselte er als Chief Marketing Officer zu Domino’s Pizza. Unter seiner Führung ist es gelungen, den Anteil der digital erzielten Umsätze von 11 % auf mehr als 75 % zu erhöhen.

Aktuell ist er als COO (Chief Operating Officer) für Domino’s Pizza tätig. Er kennt das Unternehmen seit vielen Jahren, daher sieht es erst einmal nach einem sanften und geregelten Übergang aus.

Doch es wechselt nicht nur der CEO, sondern auch der Finanzvorstand (CFO). Gut möglich, dass das neue Führungsduo eigene Akzente setzen möchte und die Strategie etwas abändern wird.

Insofern besteht derzeit eine leicht erhöhte Unsicherheit. Wir werden die nächsten Management Calls genau studieren. In unserem kostenfreien Newsletter werden wir unsere Eindrücke dann mit euch teilen. Wer sich für den Newsletter bereits angemeldet hat, wird nichts verpassen.

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    Kapitalallokation/Capital Allocation

    Domino’s Pizza erwirtschaftet mehr als 500 Mio. USD Free Cash Flow pro Jahr. Für die langfristige Rendite ist es von entscheidender Bedeutung, wie gut oder schlecht dieser Cashflow angelegt wird.

    Blicken wir dazu auf die Historie der Capital Allocation:

    Domino's Pizza schüttet viel Geld an die Aktionäre aus
    Bildquelle: Investorenpräsentation, April 2021, S. 21, Domino’s Pizza.

    Domino’s Pizza ist ein wachsendes Unternehmen. Üblicherweise muss in der Wachstumsphase ein erheblicher Teil des Gewinns einbehalten werden, um Investitionen in das Wachstum finanzieren zu können.

    Nicht jedoch bei Domino’s Pizza: Durch das Franchisekonzept werden diese Investitionen von den Franchisenehmern bezahlt.

    • Mehrere hundert Mio. USD jährlich für die Eröffnung neuer Stores.
    • Zudem werden nochmals mehr als 500 Mio. USD jährlich für nationale Marketingkampagnen aufgewendet.

    Durch diese Investitionen steigt die künftige Ertragskraft an. Domino’s Pizza muss sie jedoch nicht selbst bezahlen. Ein geniales Geschäftsmodell. Folglich kann der gesamte Gewinn (und sogar noch mehr) an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

    Auf der linken Hälfte der oberen Grafik werden die Ausschüttungen in Kategorien eingeteilt:

    • Dunkelblau: Dividenden
    • Hellblau: Sonderdividenden
    • Rot: Aktienrückkäufe am offenen Markt
    • Grau: Beschleunigte Aktienrückkäufe (dazu gleich mehr)

    Beginnen wir mit den Dividenden.

    Dividendenhistorie von Domino’s Pizza

    Dividende der Domino's Pizza Aktie
    Bildquelle: Aktienfinder.net.

    2007 hat Domino’s Pizza eine riesige Sonderdividende ausgeschüttet. Anschließend wurde einige Jahre gar keine Dividende bezahlt. Seit 2013 ist das Unternehmen auf eine „normale“ Dividende umgestiegen.

    Diese Dividende wird seit neun Jahren jährlich erhöht. Zuletzt wurde sie Anfang 2022 um 17 % auf nun 4,40 USD pro Jahr angehoben. Auf Basis des aktuellen Aktienkurses von 390 USD ergibt sich eine Dividendenrendite von 1,1 %. Das ist nicht gerade viel, doch Domino’s Pizza lenkt den Großteil des Gewinns in Aktienrückkäufe und nicht in Dividenden:

    Ausschüttungsquote (Dividende/Gewinn je Aktie)

    Die Ausschüttungsquote der Domino's Pizza Aktie liegt bei rund 30 % des Gewinns
    Bildquelle: Aktienfinder.net.

    Die Ausschüttungsquote liegt seit Jahren stabil bei nur 25-30 % des Gewinns. Damit bleibt viel Geld für Aktienrückkäufe übrig. Blicken wir nun auf diese Form der Kapitalrückgabe.

    Entwicklung der Zahl der ausstehenden Aktien

    Durch Aktienrückkäufe ist die Zahl der Domino's Pizza Aktien in den letzten Jahren gesunken
    Bildquelle: Aktienfinder.net.

    Seit dem Jahr 2005 hat Domino’s Pizza etwa die Hälfte der Aktien zurückgekauft. Das hat zur Folge, dass sich der Gewinnanteil jeder Aktie in diesem Zeitraum verdoppelt hat.

    In den letzten Jahren hat das Management die Aktienrückkäufe hochgefahren:

    ZeitraumReduktion der ausstehenden Aktien pro Jahr (CAGR)
    letzte 15 Jahre3,5 %
    letzte 10 Jahre4,8 %
    letzte 5 Jahre5,5 %

    Normalerweise werden bei einem Rückkauf die Aktien an den Börsen gekauft und anschließend vernichtet. Das dauert je nach Umfang mehrere Monate. Für Domino’s Pizza ist das zu lange. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren fast jährlich eine sogenannte „Rekapitalisierungsmaßnahme“ durchgeführt.

    Im Rahmen dieser Rekapitalisierung greift das Unternehmen auf das Instrument des beschleunigten Aktienrückkaufs (Accelerated Share Repurchase Program) zurück. Im Abschnitt Bilanz haben wir diese Maßnahmen in einem sprunghaften Anstieg der Verschuldung beobachten können. Doch wie funktioniert der beschleunigte Rückkauf?

    • Domino’s Pizza nimmt zusätzliche Kredite im Umfang von mehreren hundert Mio. USD auf
    • Das Unternehmen schließt einen Vertrag zum beschleunigten Rückkauf ab
      • Eine Investmentbank verkauft an Domino’s Pizza eine große Zahl von Aktien
      • Domino’s Pizza bezahlt mit dem Geld, das aus der Schuldenaufnahme vorhanden ist
      • Der Preis liegt über dem an der Börse aufgerufenen Preis!
      • Die Investmentbank leiht sich die Aktien von eigenen Kunden aus
      • Nun muss die Investmentbank die ausgeliehen Aktien am Aktienmarkt zurückkaufen. Dabei hofft die Bank, dass sie durch die Käufe den Preis nicht zu sehr nach oben treibt
    • Als Folge dieser Vereinbarung kann Domino’s Pizza die Zahl der Aktien auf einen Schlag erheblich reduzieren
    • Der Gewinn wird auf weniger Aktien verteilt, sofort steigt der Gewinn je Aktie

    Dieses Verhalten ist ziemlich offensiv und steht daher immer wieder in der Kritik. Die Vorwürfe gehen dabei in folgende Richtungen:

    • Das Unternehmen zahlt einen Preis, der über dem Aktienkurs an der Börse liegt.
    • Eine solche Maßnahme kann kurz vor Quartalsende die Quartalszahlen retten bzw. optimieren.
    • Die Investmentbank muss die Aktien am Markt aufkaufen und treibt damit den Aktienkurs nach oben.

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    Ermittlung der Renditeerwartung

    Der fundamentale Wert eines Unternehmens ergibt sich aus den künftigen Cashflows, die den Eigentümern zustehen. Wenn wir den Wert eines Unternehmens berechnen wollen, müssen wir möglichst realistische Annahmen zur künftigen Geschäftsentwicklung treffen. Daher haben wir uns in den vorherigen Abschnitten viel mit der Geschäftstätigkeit beschäftigt.

    Relevante Faktoren für die Höhe der künftigen Cashgenerierung sind:

    • die Höhe des jährlichen Umsatzwachstums aus eigener Kraft
    • die Entwicklung der Gewinnmarge

    Höhe des Umsatzwachstums aus eigener Kraft

    Wir trauen Domino’s Pizza folgende Wachstumsraten zu:

    • 3 % jährliche Umsatzsteigerung auf bestehender Fläche (damit etwas weniger als die 4-6 %, die das Unternehmen in der Vergangenheit erreicht hat)
    • 5 % mehr Filialen pro Jahr (auch dieser Wert liegt unter den 6,6 %, die seit dem Jahr 2010 erreicht wurden)

    In Summe kommen wir auf ein Umsatzwachstum von etwa 8 % pro Jahr.

    Entwicklung der Gewinnmarge

    Es ist davon auszugehen, dass die Gewinnmarge in den nächsten Jahren leicht zulegen wird. Der Grund dafür ist, dass sich der Umsatzanteil der besonders profitablen Franchise-Einnahmen des internationalen Geschäfts (über 70 % Marge) erhöhen dürfte.

    Höhe der aktuellen Ertragskraft/ Höhe des Free Cash Flows

    • Die Cashgenerierung liegt bei ca. 520 Mio. USD bzw. 13,80 USD pro Jahr
    • Da Domino’s Pizza die Verschuldung seit Jahren beim 5-fachen EBITDA hält, kann auch in Zukunft davon ausgegangen werden, dass die Verschuldung mit einem wachsenden EBITDA erhöht werden wird. Wenn das EBITDA jährlich um 72 Mio. USD steigt (das entspricht einem Wachstum von 8 %), kann Domino’s Pizza die Verschuldung um 360 Mio. USD erhöhen. Auch dieses Geld wird in Aktienrückkäufe gesteckt.
    • Somit erhöhen sich die Ausschüttungen an die Aktionäre auf 880 Mio. USD bzw. 23,30 USD pro Aktie.

    Renditeerwartung in Abhängigkeit vom Einstandskurs

    Wenn die Ertragskraft von Domino’s Pizza langfristig um 8 % pro Jahr steigt, dann „muss“ auch der Aktienkurs um 8 % pro Jahr zulegen. Ansonsten würde sich die Bewertung verändern. Dazu kommt noch die Free Cash Flow-Rendite von 6 %, die Domino’s Pizza Jahr für Jahr an die Aktionäre ausschütten könnte, ohne dabei Substanzausschüttungen vornehmen zu müssen.

    In Summe trauen wir der Aktie beim aktuellen Kurs eine Renditeerwartung von etwa 14 % pro Jahr zu, die sich je nach Einstiegskurs verändern kann. Jeder Investor muss selbst festlegen, ab welcher Renditeerwartung er bereit ist, die mit einer Investition verbundenen Risiken einzugehen.

    Jährliche RenditeerwartungEinstandskurs
    11 %776 USD
    12 %582 USD
    13 %466 USD 
    14 %388 USD 
    15 %333 USD 
    16 %291 USD 
    17 %259 USD 
    18 %233 USD
    19 %212 USD
    20 %194 USD

    Ergänzende Bewertung anhand des KGVs

    Bewertung der Domino's Pizza Aktie anhand des KGVs (Kurs-Gewinn-Verhältnis)
    Bildquelle: Aktienfinder.net.

    In den letzten 10 Jahren lag das durchschnittliche KGV der Domino’s Pizza Aktie bei einem Wert von 29. Bezogen auf den 2023 erwarteten Gewinn wird die Aktie aktuell zum 24-fachen KGV gehandelt.

    Somit besteht rund 20 % Kurspotential zum durchschnittlichen KGV.

    Zudem fällt auf, dass die Bewertung seit dem Jahr 2014 nie unter das 20-fache KGV gesunken ist. Somit bestehen nur noch 10-20 % Abwärtspotential zum unteren Ende der historischen Bandbreite.

    Dieser Indikator sagt aus, dass die Domino’s Pizza Aktie derzeit leicht unterbewertet erscheint.

    Buy-and-Hold Checkliste

    KriteriumEinschätzungErfüllt
    1. Hohe Verzinsung des eingesetzten KapitalsDomino’s Pizza vergibt als Franchisegeber Lizenzen. Das Unternehmen muss kein eigenes Kapital in das Wachstum investieren.Ja
    2. Wachstum über viele Jahre möglich – RückenwindAllein in den 20 größten internationalen Märkten sieht das Management das Potential für mehr als 10.000 weitere Stores. Die Eroberung der Schwellenländer hat erst begonnen. Ja 
    3. Stabiler Burggraben und Wettbewerbsvorteile        Die bekannte Marke, das effiziente Storekonzept und das eigene Netzwerk zur Auslieferung der Pizzen stellen tiefe Burggräben dar. Ja 
    4. Wiederkehrender UmsatzViele Kunden bestellen immer wieder aufs Neue bei Domino’s Pizza. Die Gründe dafür sind vielfältig: Bequemlichkeit, Konsistenz, Geschwindigkeit, faire Preise und die Gewohnheit.Ja 
    5. Keine großen AbhängigkeitenDer Umsatz wird mit mehr als 100 Mio. verschiedenen Kunden erwirtschaftet.Ja
    6. Solide BilanzDie Nettofinanzverschuldung liegt beim 5-fachen EBITDA, das ist etwa 67 % höher als die Grenze mit dem 3-fachen EBITDA, die üblicherweise noch in Ordnung geht.Nein
    7. Gute KapitalallokationSeit dem Börsengang im Jahr 2004 ist die Aktie um jährlich 26 % gestiegen.Ja 

    Chancen und Risiken einer Investition in die Domino’s Pizza Aktie

    Wer in Aktien investiert, setzt sich unternehmerischen Chancen und Risiken aus. Eine Investition sollte nur dann erfolgen, wenn das Chance-Risiko-Verhältnis auf Basis eigener Überlegungen als positiv eingeschätzt wird.

    Chancen

    🍀 Wertvolle Marke: In den letzten fünf Jahren wurden allein in den USA 2,5 Mrd. USD in nationale Werbekampagnen investiert. Domino’s Pizza hat einen Marktanteil von 31 % aller in den USA ausgelieferten Pizzen erreicht.

    Die sich daraus ergebenden Größenvorteile sind nicht zu unterschätzen. Beim Wareneinkauf, der Logistik, dem Marketing, der Technologie und der schnellen Lieferung ist das Unternehmen lokalen Anbietern dauerhaft überlegen.

    🍀 Wachstumschancen: Bereits heute ist Indien der Markt, in dem Domino’s Pizza die zweigrößte Zahl der Stores betreibt. Mit wachsenden Einkommen können in den Schwellenländern zahlreiche neue Stores eröffnet werden.

    Auch in den USA eröffnen sich weiterhin Wachstumsperspektiven: Durch die Eröffnung von neuen Stores können Pizzen schneller und heißer ausgeliefert werden. Das führt zu mehr Bestellungen und geringeren Kosten bei der Auslieferung. Der Burggraben vergrößert sich.

    Im inflationären Umfeld könnten einige Konsumenten eine Bestellung bei Domino’s Pizza einem deutlich teureren Restaurantbesuch vorziehen.

    🍀 Nichtzyklisches Geschäftsmodell: Der Umsatz auf bestehender Fläche steigt im internationalen Geschäft seit 28 Jahren in jedem Quartal.

    🍀 Gehebelte Investition: Wenn die Ertragskraft um jährlich 8 % steigt, kann auch die Verschuldung um 8 % erhöht werden. Die durch die Schuldenaufnahme eingesammelten Finanzmittel können in Aktienrückkäufe investiert werden. So fließen jährlich etwa 170 % des Gewinns an die Aktionäre und das Wachstum beim Gewinn je Aktie steigt auf einen Wert von ca. 14 % pro Jahr.

    🍀 Übernahmekandidat: Mit einer Marktkapitalisierung von etwas mehr als 14 Mrd. USD könnte Domino’s Pizza eines Tages von Wettbewerbern wie Yum! Brands (unter anderem KFC, Pizza Hut, Taco Bell) oder Restaurant Brands (unter anderem Burger King) übernommen werden.

    Risiken

    ⚠️ Gehebelte Investition: Im Abschnitt Bilanz sind wir auf die erhöhte Verschuldung eingegangen. Domino’s Pizza ist mit 5.000 Mio. USD verschuldet. Aktuell deuten sich in den USA zahlreiche Zinserhöhungen an.

    Jeder Prozentpunkt Zinsanstieg erhöht den Zinsaufwand um 50 Mio. USD. Das führt zu einem Gewinnrückgang von 8 %. Bei einem Zinsanstieg von zwei Prozentpunkten wäre ein Sechstel des Gewinns ausradiert.

    Noch gefährlicher als ein Zinsanstieg wäre ein Rückgang des EBITDA. Je nach Höhe des Gewinnrückgangs würde sich das Verhältnis von Schulden zu EBITDA vom aktuell schon erhöhten 5-fachen Faktor weiter nach oben bewegen. Dann wird es zunehmend kritisch, die Aktie könnte erheblich nachgeben.

    Die Verschuldung von Domino's Pizza ist langfristig finanziert
    Bildquelle: Geschäftsbericht 2021, S. 69, Domino’s Pizza.

    Domino’s Pizza reduziert diese Risiken mit einer langen Laufzeit des Fremdkapitals. Erst im Jahr 2025 muss ein nennenswerter Betrag von 1,2 Mrd. USD refinanziert werden. Zudem ist die Cashgenerierung in der Vergangenheit verlässlich gewesen.

    ⚠️ Intensiver Wettbewerb: Die Kunden haben die Wahl aus zahlreichen Angeboten. Domino’s Pizza muss sich dem Wettbewerb stellen. Andere Küchen, direkte Wettbewerber im Pizzasegment, aufstrebende Lieferdienste oder das selbst zubereitete Essen zuhause könnten an Beliebtheit gewinnen.

    Damit nicht genug: Auch bei der Suche nach Mitarbeitern hat Domino’s Pizza mit der Konkurrenz zu kämpfen. Es gelingt derzeit nicht mehr, in allen Stores genügend Mitarbeiter zu finden.

    Als Folge dessen müssen unterbesetzte Stores mit verkürzten Öffnungszeiten und/oder begrenzten Lieferkapazitäten umgehen. Das bremst auf Sicht der nächsten Quartale das Wachstumspotential in den USA.

    Domino's Pizza hat mit dem Personalmangel in den USA zu kämpfen
    Bildquelle: Domino’s Pizza Q4 2021 Management Call Transkript, Seeking Alpha.

    Das Management erklärt im aktuellen Management Call, dass Stores mit besonders großem Mitarbeitermangel mit einem Umsatzrückgang von fast 7 % zu kämpfen haben.

    Domino’s Pizza steuert mit einer Reihe von Maßnahmen entgegen:

    • Die Löhne werden deutlich angehoben.
    • Die Abholung wird verglichen mit der personalintensiven Lieferung preislich attraktiver gestaltet.
    • Die Produktivität in den Stores wird erhöht. Bspw. bekommen die Fahrer die Pizzen nun vom Küchenteam ins Auto geliefert, um in einer Schicht noch mehr Pizzen ausliefern zu können.

    ⚠️ Hohe Inflationsraten: Die Kosten steigen auf breiter Front:

    • Mitarbeiter werden teurer.
    • Die Benzinkosten bei der Auslieferung verteuern sich.
    • Die Kosten für den Materialeinkauf erhöhen sich um 8-10 %.
    Domino's Pizza hat mit Kostensteigerungen bzw. der Inflation zu kämpfen
    Bildquelle: Domino’s Pizza Q4 2021 Management Call Transkript, Seeking Alpha.

    Auch bei diesem Punkt weiß das Management von Domino’s Pizza bereits gegenzusteuern. Durch eine Reduktion der Rabattaktionen sowie Preiserhöhungen werden die Kostensteigerungen an die Kunden weitergegeben.

    Allerdings sind die Spielräume dieser Preiserhöhungen begrenzt. Bei einer zu starken Erhöhung würden die Kunden ggf. zur Konkurrenz abwandern.

    ⚠️ Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens: Domino’s Pizza zählt zu den Profiteuren der Coronakrise. Das Unternehmen erzielt zwei Drittel des Umsatzes mit der Lieferung von Pizzen. Dieses Geschäft legte in Zeiten der Lockdowns deutlich zu.

    Mit Ausnahme von China sind die meisten Länder in den letzten Monaten zu einem normalen gesellschaftlichen Leben zurückgekehrt.

    Im letzten Jahr hat Domino’s Pizza noch von der Sonderkonjunktur profitiert. Aktuell liegt der Umsatz auf bestehender Fläche in den USA ganze 15 % über den 2019er-Werten. In den nächsten Quartalen wird es schwierig werden, diese hohen Vorjahreswerte zu übertreffen. Das Wachstum könnte vorübergehend schwächer ausfallen.

    ⚠️ Währungsrisiken: Trotz der in den USA sehr hohen Inflationsraten hat der USD gegenüber dem EUR aufgewertet und nicht abgewertet. Dieser Trend könnte sich in den nächsten Jahren umkehren.

    Selbst bei einer stabilen Entwicklung des Aktienkurses (in USD) würde der Kurs und die Dividenden auf EUR-Basis sinken.

    ⚠️ Image/Skandale: Sollte es einen Lebensmittel-Skandal geben, könnte das die Geschäftsentwicklung stark belasten.

    Fazit zur Domino’s Pizza Aktie: Zutaten für ein geniales Geschäftsmodell gefunden

    Operative Einschätzung: Domino’s Pizza ist die Nr. 1 Pizzakette der Welt. Insbesondere im wachstumsstarken Liefersegment ist das Unternehmen gut positioniert und erreicht in den USA einen Marktanteil von 31 %.

    International gibt es über Jahre hinweg gute Wachstumsperspektiven. Aufgrund des Franchisekonzeptes ist die Cashgenerierung besonders hoch. Zudem führt das Franchisekonzept dazu, dass Domino’s Pizza von der Kraft und der Leidenschaft von tausenden Franchisenehmern profitiert. Das Unternehmen wird schlank geführt.

    Einschätzung zur Bewertung: Die ohnehin schon hohe Cashgenerierung wird durch eine gehebelte Bilanz nochmals auf ein neues Level gehoben. Sobald die Ertragskraft gestiegen ist, macht das Unternehmen zusätzliche Schulden und kauft anschließend eigene Aktien zurück.

    Das führt zu einem besonders steilen Anstieg beim Gewinn je Aktie. Gleichzeitig hat das zur Folge, dass bereits zwei Prozentpunkte Zinsanstieg den Gewinn um ein Sechstel reduzieren würden. Vor diesem Hintergrund eignet sich die Aktie nicht für sicherheitsorientierte Anleger.

    Persönliche Einschätzung: Als Autor dieses Artikels bin ich bereits seit einigen Jahren in der Domino’s Pizza Aktie investiert. Generell verfolge in den Investmentansatz, dass Chancen und Risiken stets in einem guten Verhältnis zueinander stehen müssen.

    Ich denke, dass ich meine Position ab einer Renditeerwartung von mehr als 15 % pro Jahr aufstocken möchte. Eine solche Renditeerwartung halte ich angesichts der gehebelten Bilanz für notwendig. Das wäre ab einem Kurs von 333 USD der Fall. Dazu kommt, dass ich das Einstiegsniveau in USD pauschal zu einem Wechselkurs von 1,25 USD pro EUR umrechne. Somit ergibt sich ein Kursziel von 266 EUR, ab dem ich über einen Nachkauf nachdenken werde.

    Ich gehe davon aus, dass die nächsten beiden Quartale schwierig werden. Einerseits belasten die hohen Kostensteigerungen die Geschäftsentwicklung, anderseits können die Vorjahreswerte aufgrund der Corona-Sonderkonjunktur nur schwer getoppt werden. Dazu kommt noch der anstehende Management-Wechsel.

    Gut möglich, dass sich daher in den nächsten Monaten ein preiswertes Einstiegsfenster öffnet. Langfristig gesehen spricht aus heutiger Sicht alles für eine Fortsetzung der Erfolgsstory! Wir werden in unserem kostenfreien Newsletter darüber berichten. Melde dich jetzt dafür an und verpasse unsere Updates zur Domino’s Pizza Aktie nicht mehr.

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      Hast du noch Fragen zur Domino’s Pizza Aktie? Schreibe einfach einen Kommentar, wir freuen uns auf eine anregende Diskussion. Hat dir diese Analyse gefallen? Dann lies dir ebenfalls unsere Starbucks Analyse durch.

      Worauf in Zukunft achten?

      Ab sofort werden wir die weitere Entwicklung der Domino’s Pizza Aktie verfolgen. In Zukunft sollten aus unserer Sicht folgende Punkte besonders genau beobachtet werden:

      Neues Management: Ab Mai 2022 wird Domino’s Pizza von einem neuen CEO und CFO geführt werden. Wie tritt das neue Team in den Management Calls auf? Welche Akzente werden gesetzt?

      Wachstumsmodell intakt/ Global Retail Sales Growth: Wie stark wächst der Umsatz aller Stores im Domino’s Pizza System? Ca. 3-6 % dieses Umsatzes fließen Domino’s Pizza in Form der Franchise-Gebühren zu. Je höher der Umsatz im System, desto höher die Ertragskraft von Domino’s Pizza. Der Umsatz kann über zwei Wege wachsen:

      • Umsatzwachstum auf bestehender Fläche (Same Store Sales Growth): Langfristig trauen wir Domino’s Pizza 3 % pro Jahr zu (dabei gehen wir von 2 % kalkulatorischer Inflationsrate aus). Im Falle einer höheren Inflation muss das Wachstum entsprechend höher ausfallen.
      • Neueröffnungen: Wir erwarten, dass Domino’s Pizza die Zahl der Stores um jährlich 5 % erhöhen wird.

      Profitabilität der Franchisenehmer: Diese Kennzahl ist von enormer Bedeutung. Je stärker sich der Betrieb der Stores lohnt, desto mehr neue Stores wollen die Franchisenehmer eröffnen. Das wiederum führt mittelfristig zu mehr oder weniger Wachstum.

      Entwicklung der 10-jährigen Zinsen der US-Staatsanleihen: Je stärker die Zinsen steigen, desto höher werden die Zinsaufwendungen für Domino’s Pizza. Mittelfristig wird jeder Prozentpunkt Zinsanstieg etwa 8 % des Gewinns ausradieren.

      Recherchequellen

      Dieser Abschnitt ist für alle, die auf eigene Faust weiter recherchieren möchten. Hier folgt eine Auflistung der wichtigsten Recherchequellen sowie der noch nicht im Verlauf der Analyse aufgeführten Quellen:

      RecherchequelleWas ist dort zu finden?
      Abilitato Starbucks Aktienanalyse
      Aktienfinder.netGrafiken und Kennzahlen zur fundamentalen Entwicklung 
      Marketscreener.comAnalystenschätzungen zur künftigen Entwicklung
      TIKR.comGrafiken und Kennzahlen zur fundamentalen Entwicklung
      Domino’s PizzaGeschäftsbericht 2021 
      Domino’s PizzaInvestorenpräsentation April 2021
      Domino’s PizzaPressemeldung: CEO Ritch Allison geht in Rente 
      Seeking AlphaDomino’s Pizza Investorenpräsentation 2022 
      Seeking AlphaQ4 2021 Management Call Transkript 
      SeekingAlphaQ3 2021 Management Call Transkript 
      Domino’s PizzaQ4 2021 Quartalszahlen 
      YouTubeInvestor Bill Ackmann spricht über die Domino’s Pizza Aktie
      YouTubeCNBC berichtet über den Aufstieg der Pizzakette

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