Japanische Aktien kaufen: Einführung für Aktionäre

Japan ist die drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt. Die Bewertungen sind günstig, die Bilanzen von hervorragender Qualität. Wir haben eine Einführung für Aktionäre geschrieben, um einen Zugang herzustellen. Zudem stellen wir 13 interessante japanische Aktien vor.

Inhaltsverzeichnis

Über diesen Artikel

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt: Nach den USA und China ist Japan die drittgrößte Wirtschaftsnation. Deutschland liegt auf dem vierten Platz. Das Land hat sich Know-How in den Bereichen der Automatisierung, dem Roboterbau und der Elektronik aufgebaut.

Der Zugang fehlt: Japan ist weit entfernt. Sprache und Kultur unterscheiden sich stark von der westlichen Welt. Im Alltag kommen wir kaum mit Japan in Berührung. Folglich fehlt vielen Anlegern der Zugang. In diesem Artikel gehen wir auf die japanische Kultur, das Wirtschaftssystem sowie einige volkswirtschaftliche Fragestellungen ein. Zudem stellen wir euch 13 interessante japanische Aktien kurz vor.

Günstige Bewertungen: Nach einigen Tagen der Recherche sind wir nicht nur von der japanischen Kultur, sondern auch von den dort vorhandenen Investmentchancen fasziniert. Obwohl das Land eine stabile Demokratie ohne die bei uns so gegenwärtige Inflationsproblematik ist, erscheinen die Bewertungen der Aktien sehr günstig.

Japan: Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt im Überblick

Ein Hinweis zu Beginn des Artikels: Am Tag der Veröffentlichung hat uns die traurige Nachricht erreicht, dass Japans Ex-Regierungschef Shinzo Abe auf offener Straße angeschossen und tödlich verletzt wurde. Das Attentat hat weltweit Trauer und Entsetzen ausgelöst. Die Tagesschau berichtet.

Nun zu unserem Artikel: Während sich viele Privatanleger besonders gerne über amerikanische Aktien austauschen, wird der japanische Aktienmarkt nahezu vollständig ignoriert.

Das ist einerseits verständlich, schließlich gibt es im deutschsprachigen Raum dazu kaum Informationen. Anderseits ist das schade. Denn das Ignorieren der immerhin drittgrößten Volkswirtschaft der Welt hat zur Folge, dass die Depots nicht optimal diversifiziert sind.

Mit diesem Artikel wollen wir eine Grundlage für Investitionen in den japanischen Aktienmarkt schaffen. Wir betonen, dass wir keine Japan-Experten sind. Im Zuge der Recherchen haben wir uns einige Stunden in die japanische Kultur, das Wirtschaftssystem und volkswirtschaftliche Fragestellungen eingearbeitet.

Die Erkenntnisse haben wir euch in diesem Artikel in strukturierter Form aufgearbeitet. Wie gewohnt haben wir am Ende des Artikels einige weiterführende Quellen aufgelistet. Bitte bedenkt, dass dieser Artikel kein vollständiges Handbuch zum Investieren in den japanischen Aktienmarkt darstellt, sondern eher als erster Türöffner verstanden werden sollte.

Warum sollte man sich überhaupt mit dem japanischen Aktienmarkt beschäftigen?

In der Vergangenheit hat es sich an der Börse oftmals ausgezahlt, immer dann hinzusehen, wenn das kaum jemand anderes gemacht hat. Die letzten Jahre waren hauptsächlich amerikanische Tech-Aktien in Mode. Entsprechend stark sind die Bewertungen dieser Wertpapiere gestiegen – was in Zukunft geringere Renditen erwarten lässt.

Japan hingegen befindet sich seit drei Jahrzehnten in einer Phase der wirtschaftlichen Stagnation. Das ganze Land scheint sich in einer Art „Dämmerschlaf“ zu befinden. Doch dieser Eindruck täuscht. Tatsächlich gibt es einige positive Entwicklungen:

  • Angesichts einer schrumpfenden Bevölkerung führt selbst eine wirtschaftliche Stagnation zu einer Steigerung des BIPs pro Kopf.
  • Zudem führt die Arbeitskräfteknappheit dazu, dass Produktivitätssteigerungen besonders wichtig sind. Unter anderem deshalb sind in Japan einige der führenden Unternehmen im Bereich der Automatisierung angesiedelt.
  • Viele japanische Unternehmen können aufgrund ihrer globalen Aufstellung an den Wachstumschancen in den internationalen Märkten teilhaben.

Japan im Vergleich mit Deutschland und den USA

LandJapanDeutschland USA
Einwohner127 Mio.84 Mio.329 Mio.
BIP4,9 Bio. USD4,2 Bio. USD23 Bio. USD
BIP pro Kopf35.000 USD41.000 USD58.000 USD
Lebenserwartung85 Jahre81 Jahre79 Jahre
Geburtenrate, in Kindern pro Frau1,41,61,8
Inflationsrate2,5 %7,6 %8,6 %
Staatsverschuldung/BIP266 %69 %137 %
Quellen: Einwohner, Lebenserwartung und Geburtenrate: Our World in Data; BIP, BIP/Kopf, Inflationsrate und Staatsverschuldung/BIP: TRADING ECONOMICS.

Entwicklung des BIPs pro Kopf

BIP pro Kopf in Japan, Deutschland und den USA.
Bildquelle: Our World in Data.

Als Volkswirtschaft gesehen ist Japan nach den USA und China die drittgrößte Wirtschaftskraft. Pro Kopf liegt die Wirtschaftskraft jedoch etwas unterhalb der USA und Deutschlands.

In den letzten 30 Jahren ist das BIP pro Kopf langsamer als in den USA und in Deutschland gestiegen. Dafür überzeugt Japan bei anderen Indikatoren:

Entwicklung der Lebenserwartung

Lebenserwartung in Japan, Deutschland und den USA
Bildquelle: Our World in Data.

Bei der Entwicklung der Lebenserwartung ist Japan Deutschland und vor allem den USA weit enteilt. Obwohl das BIP in den USA pro Kopf in unserem Vergleich der drei Nationen am höchsten ist, steigt die Lebenserwartung dort nicht mehr an.

Geburtenrate in Kindern pro Frau

Geburtenrate in Japan, Deutschland und den USA
Bildquelle: Our World in Data.

Statistisch gesehen ist ein Durchschnitt von 2,1 Kindern pro Frau notwendig, um die Bevölkerungszahl stabil zu halten. Die USA liegen mit 1,8 Kindern je Frau noch recht nahe an diesem Punkt. Deutschland hat in den letzten Jahren aufgeholt. In Japan bekommen Frauen im Durchschnitt nur 1,4 Kinder.

Das hat zur Folge, dass die Zahl der Einwohner sinkt. Selbst wenn die Wirtschaftsleistung nur auf dem heutigen Niveau gehalten werden soll, muss sich die Produktivität pro Arbeitsstunde laufend erhöhen.

Welches System ist nun besser: Japan, Deutschland oder die USA?

Aus unserer Sicht ist es falsch, eine Wertung vorzunehmen. Alle Länder haben ihre Stärken und Schwächen.

Aufgrund der seit dreißig Jahren sehr stabilen Preise ist das Leben in Japan vergleichsweise bezahlbar geblieben. Tokio ist weltweit die einzige Großstadt, in der ein durchschnittlicher Starbucks Mitarbeiter eine Wohnung im Umkreis von 45 Minuten um das Stadtzentrum abzahlen kann.

Die japanische Kultur ist stärker auf das Gemeinwohl, langfristiges Denken, Sicherheit und Stabilität ausgerichtet als die amerikanische.

Das japanische System ist nicht besser oder schlechter, sondern anders.

Chancen und Risiken des japanischen Aktienmarktes

Neben den üblichen Chancen und Risiken ergeben sich bei Investments in japanische Aktien folgende besondere Einflussfaktoren:

Chancen

🍀 stabile Demokratie

Das Land ist eine stabile Demokratie. Die Rechtssicherheit ist hoch, das führt zu kalkulierbaren Rahmenbedingungen. Durch diese Basis wurde der Aufstieg zur drittgrößten Volkswirtschaft möglich.

🍀 kaum Inflation

Selbst im Mai 2022 lag die Inflation in Japan bei einem Wert von nur 2,5 %. Zum Vergleich: In Deutschland und den USA steigen die Preise derzeit um 7-8 % pro Jahr.

Japan ist ein rohstoffarmes Land und muss wie die Bundesrepublik Rohstoffe importieren. Das müsste sich in der Inflationsrate bemerkbar machen. Warum also ist die Preisstabilität im Land der aufgehenden Sonne noch immer gewährleistet?

Zuerst einmal ist festzuhalten, dass in Japan nach drei Jahrzehnten stagnierender Preise ein Gewöhnungseffekt eingesetzt hat. Mitarbeiter haben keine Erwartungen mehr an steigende Löhne. Umgekehrt sind die Kunden nicht bereit, Preiserhöhungen von Unternehmen zu akzeptieren.

Obwohl die Importpreise einiger Rohstoffe gestiegen sind, ändert sich im Land kaum etwas. Die Unternehmen fangen die gestiegenen Kosten – sofern möglich – in der eigenen Gewinn- und Verlustrechnung auf. Dann sinkt die Gewinnspanne eben ein bisschen.

Dazu kommt: Historisch und geografisch bedingt ist die japanische Wirtschaft nicht so eng mit anderen Nationen verbunden. Der Wertschöpfungsanteil im Inland ist bei vielen Produkten so hoch, dass sich Preissteigerungen in anderen Märkten kaum auswirken.

Aus heutiger Sicht deutet vieles darauf hin, dass es in Japan auch in Zukunft gar keine oder nur sehr geringe Preissteigerungen geben wird.

🍀 hervorragende Bilanzen

Diese Beobachtung gilt natürlich nicht für jedes in Japan notierte Unternehmen. Bei unseren Recherchen ist uns aufgefallen, dass es einige japanische Unternehmen gibt, die regelrecht im Cash schwimmen.

Angesichts der nicht vorhandenen Inflation ist das verständlich, denn die Kaufkraft des Geldes bleibt gewahrt.

Somit könnten die Unternehmen die Ausschüttungsquote der Dividende erhöhen oder (mehr) eigene Aktien zurückkaufen.

Womit wir schon wieder bei den kulturellen Unterschieden angekommen sind: In Japan geht es eben nicht darum, den Aktienkurs im nächsten Monat oder nächsten Quartal zu maximieren. Viel wichtiger ist, dass die Arbeitsplätze sicher sind und das Unternehmen auch in 50 oder 100 Jahren noch existiert.

Daher sind die Risiken der im Cash schwimmenden Unternehmen geringer als die Risiken von stark gehebelten amerikanischen Konkurrenten.

Sollte es eines Tages eine Bewegung in Richtung mehr Kapitaleffizienz geben (Reduzierung des im Unternehmen gebundenen Kapitals, Auskehrung überschüssiger Liquidität, Aufnahme von Fremdkapital im vertretbaren Ausmaß), dann besteht ein großes Wertsteigerungspotential der bisher nicht vollständig optimierten Unternehmen.

🍀 günstige Bewertungen

Auch diese Beobachtung trifft nicht auf alle in Japan gelisteten Unternehmen zu. Generell gesehen erscheinet das Bewertungsniveau dennoch deutlich günstiger als im amerikanischen Aktienmarkt.

Egal, ob das KUV, KBV oder KGV betrachtet wird: Fast immer ist die Bewertung der japanischen Aktien geringer als die der in den USA gelisteten Konkurrenten.

Teilweise sind die Bewertungsabschläge gerechtfertigt. Wenn der japanische Anbieter langsamer wächst, ist eine geringere Bewertung eine logische Folge. Gleichzeitig bedeuten die Bewertungsabschläge jedoch auch: Selbst wenn die japanischen Unternehmen langsamer als ihre westlichen Konkurrenten wachsen, kann die Rendite für die Aktionäre trotzdem auskömmlich ausfallen.

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🍀 Diversifikation erhöhen

Japanische Aktien führen ein Eigenleben. Teilweise schwanken die Kurse jahrelang seitwärts, bevor dann innerhalb kürzester Zeit ein kräftiger Schub nach oben erfolgt.

Durch den großen Anteil der Binnenwirtschaft ist die wirtschaftliche Entwicklung ein wenig von der Großmacht USA abgekoppelt.

Daher kann die Situation eintreten, dass sich japanische Aktien vergleichsweise stabil halten, wenn es bei uns kräftig abwärts geht.

Durch eine Beimischung von japanischen Aktien verbessert sich die Diversifikation. Volatilität und Drawdown können etwas reduziert werden.

Die letzten Jahre lag der Fokus stärker auf dem US-Aktienmarkt. Doch das könnte sich in Zukunft ändern. Aktuell haben viele Anleger den japanischen Aktienmarkt untergewichtet. Sollte dieser jedoch anspringen, könnten viele Anleger zum „Nachziehen“ gezwungen werden. Wenn sie nicht mitmachen, würde ihnen Rendite entgehen. Dieses prozyklische Verhalten befeuert die Kursentwicklung weiter.

An der Börse wechseln sich alle paar Jahre die großen Storys ab. Ob und wann Japan als Thema wieder gespielt wird, ist offen. Falls ja, würde sich eine frühzeitige Positionierung auszahlen.

🍀 einzigartige Unternehmen

In Japan gibt es einige einzigartige Unternehmen. Insbesondere in den Hochtechnologiebereichen der Automatisierung, bei Robotern und im Bereich der Elektronik ist das Land führend.

Es gibt eine Reihe von Unternehmen, die zum Weltmarktführer aufgestiegen sind. Wer um japanische Aktien einen Bogen macht, kann sich an diesen Trends und Themen nicht beteiligen.

🍀 steuerfreundliches Land

Die Quellensteuer auf Dividenden liegt bei 15,315 %. Ein Doppelbesteuerungsabkommen sorgt dafür, dass bei den Anlegern verglichen mit einer inländischen Aktie nahezu der gleiche Nettoanteil der Dividende auf dem Konto ankommt.

🍀 Währungschancen

Aufgrund der außergewöhnlich niedrigen Inflation ist der japanische Yen eine vergleichsweise stabile Währung. Seit dem Ende der 90er-Jahre hat sich die Währung unter Schwankungen parallel zum Euro entwickelt.

Wechselkurs EUR zu JPY.
Bildquelle: Finanzen.net.

In den letzten Monaten kam es zu einer Abwertung des japanischen Yen. Anleger erhalten für denselben Eurobetrag nun mehr japanische Yen. Sollte sich diese Entwicklung mittelfristig umkehren, würde es zu Währungsgewinnen kommen.

Natürlich ist es ebenso denkbar, dass der japanische Yen weiter abwertet. Dann würde es zu Verlusten aus der Wechselkursumrechnung kommen. Diese treten zum Beispiel bei Dividendenzahlungen auf, weil dann die gleiche Menge an japanischen Yen bei der Umrechnung zu weniger Euros werden.

Wichtig: Je internationaler ein Unternehmen aufgestellt ist, desto irrelevanter werden die Wechselkursänderungen. Denn wenn der operative Gewinn in verschiedenen Währungsräumen erzielt wird, gleichen sich die Wechselkursschwankungen gegenseitig aus.

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    Risiken

    ⚠️ seit drei Jahrzehnten stagnierende Wirtschaft

    In den letzten 30 Jahren ist die japanische Wirtschaft kaum noch gewachsen. Die Bevölkerung schrumpft sogar. Daher ist es für Unternehmen, die ausschließlich im japanischen Markt tätig sind, schwierig, Wachstum zu generieren.

    Anleger können diese Wachstumsschwäche jedoch dadurch umgehen, dass sie auf Unternehmen setzen, die zwar in Japan notiert sind, ihre Produkte aber weltweit verkaufen können. Daher sollte vor einem Einstieg stets geprüft werden, wie hoch der Gewinnanteil im japanischen Heimatmarkt ausfällt.

    Auf volkswirtschaftlicher Ebene ist die Idee einer dauerhaft stagnierender Wirtschaft vermutlich gar nicht so schlimm:

    • die Währung ist seit 30 Jahren extrem wertstabil
    • es gibt keine bzw. kaum Preiserhöhungen
    • die Arbeitslosenquote liegt bei unter 3 % und ist in den letzten Jahren tendenziell gesunken

    Arbeitslosenquote in Japan seit dem Jahr 1999

    Arbeitslosenrate in Japan.
    Bildquelle: Statista.

    ⚠️ demographische Herausforderungen

    Größer werden die Probleme, wenn wir auf der Zeitachse einen Sprung nach vorne machen und an das Jahr 2050 denken. Bis dahin wird die Zahl der Erwerbstätigen in Japan Schätzungen zufolge um bis zu einem Drittel sinken.

    In anderen Worten: Immer weniger erwerbstätige Personen müssen die gleiche Menge an Gütern und Dienstleistungen produzieren und dabei auch noch immer mehr Rentner versorgen.

    Theoretisch könnte Japan die Situation durch eine gezielte Einwanderungspolitik abmildern bzw. sogar ganz beheben. Doch die Einwanderung ist in Japan gesellschaftlich nicht wirklich akzeptiert. Vielleicht ändert sich bei diesem Punkt in den nächsten Jahren etwas.

    Insofern bleibt dann nur noch der Weg, die Produktivität je geleisteter Arbeitsstunde laufend zu erhöhen. Das ist in den letzten Jahren gelungen.

    Dennoch ist es gerade mittel- und langfristig unabsehbar, ob Japan die demographischen Herausforderungen dauerhaft bewältigen können wird.

    ⚠️ hohe Staatsverschuldung

    Gemessen an der Staatsverschuldung ist Japan weltweit gesehen das am stärksten verschuldete Land. Die Staatsschulden liegen bei unglaublichen 266 % des BIPs. Zur Einordnung: Deutschland kommt auf einen Wert von 69 %, die USA sind mit 137 % der Wirtschaftsleistung verschuldet.

    Vor dem Hintergrund der enormen Verschuldung fragen sich viele Anleger, wieso Japan nicht schon längst insolvent geworden ist. Um diese Frage beantworten zu können, werfen wir einen Blick auf die Käufer von japanischen Staatsanleihen:

    Wer hat die japanischen Staatsanleihen gekauft?

    Wer hat die japanischen Staatsanleihen gekauft?
    Bildquelle: Statista.

    Der Anteil der von der japanischen Notenbank gehaltenen Staatsschulden beträgt fast 50 %. Jeden Monat werden von der Notenbank zusätzliche Staatsanleihen aufgekauft.

    Dieser Schritt ist zwar extrem ungewöhnlich, aber es gibt Überlegungen, dass die Notenbank dem Staat die Schulden einfach erlassen könnte. Alternativ könnten die Verbindlichkeiten neu strukturiert werden, bspw. in zinslose Anleihen mit einer Fälligkeit in 100 Jahren. Auch wenn diese Schritte derzeit noch als undenkbar gelten, gibt es Szenarien, in denen sich das Land auf einen Schlag stark entschulden könnte.

    Weiterhin ist es wichtig zu verstehen, woher die hohe Staatsverschuldung kommt. Eine Volkswirtschaft kann in die drei Sektoren private Haushalte, Unternehmen und den Staat eingeteilt werden. Um einen Einbruch der Wirtschaftsleistung zu verhindern, müssen sich die Ersparnisse und Aufnahme von Schulden ausgleichen.

    Aufgrund der demographischen Entwicklung (z. B. finanzielle Vorsorge für die lange Rentenphase) und anderer Gründe geben in Japan die privaten Haushalte und auch die Unternehmen weniger Geld aus als sie einnehmen. Folglich ist der Staat fast schon gezwungen, Jahr für Jahr mit einem Defizit abzuschließen, um die Wirtschaftsleistung auf einem stabilen Niveau halten zu können.

    Daher ist davon auszugehen, dass die Staatsverschuldung in Japan sogar weiter steigen wird. Daraus ergeben sich natürlich gewaltige Gefahren, allerdings behalten die Kritiker seit Jahrzehnten unrecht – die japanische Volkswirtschaft entwickelt sich trotz steigender Schulden recht solide.

    Das liegt auch daran, dass nur 7 % der Staatsverschuldung in ausländischen Händen liegen. Dieser Teil der Verschuldung ist besonders gefährlich, weil er ganze Volkswirtschaften in Abhängigkeiten führen kann. Im Falle Japans ist der Anteil jedoch verschwindend gering, zudem verfügt das Land über Auslandsvermögen im Billionenbereich.

    Wie es mit dem Verschuldungsproblem weitergeht, wird die Zukunft zeigen. Wir trauen uns keine Prognose zu, haben jedoch einige mögliche Auswege zumindest kurz skizziert.

    ⚠️ geringe Bedeutung des Shareholder Value

    Während im US-amerikanischen Wirtschaftsraum ein starker Fokus auf der Maximierung des Aktienkurses liegt, herrscht in Japan eine andere Kultur.

    Werte wie Arbeitsplatzsicherheit, gesellschaftlicher Zusammenhalt sowie eine größtmögliche Sicherheit der Unternehmensexistenz in 100 Jahren stehen im Vordergrund.

    Daher gehen die Unternehmen typischerweise nur geringe Risiken ein, achten auf eine solide Bilanz und verändern sich nur langsam. Das hingegen kann in einer sich immer schneller verändernden Welt schon wieder zu einem Risiko werden. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

    Wenn ein Unternehmen Risiken minimiert, reduziert es auch die sich bietenden Chancen. Doch es wäre falsch, alle Unternehmen über einen Kamm zu scheren. Daher ist es wichtig, vor einem Einstieg in japanische Aktien einige Punkte abzuklopfen. Mehr dazu findest du im folgenden Kapitel „In japanische Aktien investieren: So gelingt es“.

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    Fazit

    In Japan laufen einige Dinge besser, andere schlechter. Das Land hat seit dem Ende des zweiten Weltkriegs viel erreicht. In den letzten 30 Jahren ist es jedoch auf der Bremse gestanden. Die Wirtschaft stagniert.

    Angesichts einer schrumpfenden Bevölkerung kann selbst bei einer Stagnation der Wohlstand pro Kopf zulegen. Es besteht durchaus die Chance, dass sich in Japan über die nächsten Jahre einiges bewegt.

    Das Land scheint sich in einer Art „Dauerschlaf“ zu befinden. Wenn Schritte in die richtige Richtung erfolgen, könnte Japan aufwachen. Auf Seite der Unternehmen besteht großes Optimierungspotential. Das Wachstum könnte zulegen, die Margen gesteigert und überschüssiges Kapital freigesetzt werden. Im Gegensatz zu den USA sind die Unternehmen kaum optimiert und nicht auf Kapitaleffizienz und Margenmaximierung getrimmt.

    Weil sich Japan in dieser Stagnationsphase befindet, hat das Interesse gegenüber japanischen Aktien abgenommen. So hat sich seit 1990 die Zahl der in Japan tätigen Aktienanalysten halbiert. In anderen Worten: Der Markt wird ineffizienter. Der Blog Undervalued Japan brachte die Situation gut auf den Punkt:

    Are profits and payouts worth less in Japan than in the rest of the world?

    Blog „Undervalued Japan“, Artikel: „10 Years Blogging: Japan Still Undervalued„, Mai 2022

    Vielleicht geht es in den nächsten 10 bis 20 Jahren auch in Japan wieder ein Stück vorwärts. Dann würde großes Potential im Aktienmarkt bestehen. Doch selbst bei einer Fortführung der „Stagnationsphase“ bieten sich den international tätigen Unternehmen erhebliche Wachstumschancen.

    In japanische Aktien investieren: So gelingt es

    Soll ich überhaupt in den japanischen Aktienmarkt investieren?

    Zu Beginn stellt sich die Frage, ob man sich als Anleger überhaupt im japanischen Markt positionieren möchte. Die damit einhergehenden Chancen und Risiken haben wir weiter oben im Artikel aufgeführt.

    Die Antwort auf diese Fragestellung muss jeder Anleger selbst finden. Letztlich geht es darum, ob man davon ausgeht, dass man seine finanziellen Ziele besser erreichen kann, wenn dem Depot ein gewisser Japan-Anteil hinzugefügt wird.

    Als Orientierung dient unserer Meinung nach der MSCI World Index. In diesem Index liegt die Ländergewichtung von Japan bei ca. 6 %. Vor 10 Jahren lag der Wert noch bei etwa 10 %.

    Wer sein Depot in etwa so wie der MSCI World aufstellen möchte, kann 5 bis 10 % des Depots in japanische Aktien investieren. Das ist auch der Wert, den ich als Autor dieses Artikels anstrebe.

    Aus unserer Sicht ist es sinnvoll, sich einen angestrebten Depotanteil zu überlegen – und über diesen dann auch nicht hinauszugehen. So werden die Risiken begrenzt.

    Wer sein Depot ganz oder teilweise mit breit gestreuten ETFs aufgebaut hat, sollte prüfen, wie hoch der darin enthaltene Japan-Anteil bereits ist.

    Über ETFs oder Einzelaktien in Japan investieren?

    Jetzt stellt sich die Frage, ob der japanische Aktienmarkt mit ETFs oder Einzelaktien abgedeckt werden soll.

    Die beiden Investoren Tobias Kramer und Christian W. Röhl haben kürzlich ein über einstündiges Japan-Video auf YouTube hochgeladen. In diesem Video haben sie verschiedene ETFs auf den japanischen Aktienmarkt untersucht.

    Wer den japanischen Markt lieber mit Einzelaktien abdecken möchte, sollte folgende Punkte beachten:

    KUV, KBV und KGV mit eingeschränkter Aussagekraft

    Nur weil eine oder mehrere dieser Kennziffern besonders günstig erscheinen, heißt das noch überhaupt nichts. Es gibt eine Reihe von japanischen Unternehmen, die bereits seit vielen Jahren extrem günstig wirken, sich daran jedoch nie etwas ändert.

    Das kann bspw. darauf zurückzuführen sein, dass ein Großaktionär überhaupt kein Interesse an einem steigenden Aktienkurs hat. Alternativ besteht das Risiko, dass die erwirtschafteten und nicht ausgeschütteten Gewinne in kaum oder gar nicht rentable Beteiligungen fließen.

    In diesem Fall mag ein Anleger die Aktie zwar für den halben Wert kaufen, doch man kann den wahren Wert als machtloser Kleinaktionär eben nie heben. Daher lauten unsere Tipps:

    Auf etablierte und klar definierte Geschäftsmodelle setzen

    In Japan gibt es einige Unternehmen, die in unzähligen Geschäftsfeldern gleichzeitig tätig sind. Davon würden wir Abstand nehmen. Am sinnvollsten erscheint es aus unserer Sicht, auf die japanischen Konkurrenten von im Westen besonders erfolgreichen Geschäftsmodellen zu setzen.

    Hierzu ein paar Beispiele:

    • Linde: Nippon Sanso
    • Stanley Black & Decker: Makita
    • KUKA: Fanuc
    • Microsoft: Nintendo
    • Caterpillar: Komatsu
    • Deere: Kubota
    • Diageo: Asahi

    Wenn die Geschäftsmodelle etabliert und klar definiert sind, fällt das Verständnis des Geschäftsmodells und der Werttreiber leichter.

    Auf Historie der Wertsteigerung achten (Track-Record)

    Hierzu schauen wir uns einen möglichst langfristigen Chart des jeweiligen Unternehmens an. Wie stark ist der Aktienkurs in den letzten 10 Jahren jährlich gestiegen?

    Zwar ist eine in der Vergangenheit erzielte hohe Aktionärsrendite keinesfalls eine Garantie für künftige Steigerungen, doch es ist zumindest ein Signal dafür, dass sich im jeweiligen Geschäftsmodell Werte für die Aktionäre heben lassen konnten.

    Auskömmliche Eigenkapitalrendite

    Auch dieser Filter soll dazu dienen, potentielle „Value Traps“ nach Möglichkeit zu umgehen. Langfristig gesehen kann die jährliche Rendite einer Aktie maximal so hoch ausfallen wie die auf Unternehmensebene erwirtschaftete Eigenkapitalrendite.

    Und: Je höher die Eigenkapitalrendite ausfällt, desto eher ist das ein Anzeichen für Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz. Nach Möglichkeit sollten alle Unternehmen eine Eigenkapitalrendite von mindestens 10 % erwirtschaften.

    Klar kommunizierte Capital Allocation

    Das Unternehmen sollte seinen Aktionären kommunizieren, wie es den erwirtschafteten operativen Cashflow aufteilen möchte:

    • bestandserhaltende und erweiternde Investitionen (CAPEX)
    • Übernahmen (M&A)
    • Dividenden
    • Aktienrückkäufe
    • Schuldenrückführung/Aufbau einer Nettofinanzposition

    Je nach Wachstumsmöglichkeiten und Geschäftsmodell ist eine andere Aufteilung sinnvoll. Wichtig ist, dass die geplante Aufteilung klar kommuniziert wird und nachvollziehbar erscheint.

    Wenn das nicht der Fall ist, droht über die Jahre eine Reduktion der Eigenkapitalrendite und damit auch des Bewertungsniveaus der jeweiligen Aktie.

    International etabliert

    Da der japanische Markt stagniert, sollte das Unternehmen auch in internationalen Märkten etabliert sein. So wird zusätzliches Wachstumspotential erschlossen.

    Als Indikator schauen wir uns dafür den Gewinnanteil im japanischen Heimatmarkt an.

    Beim Kauf auf Spreads und Handelszeiten achten

    Wer japanische Aktien kaufen möchte, sollte dabei einige Punkte beachten.

    Typischerweise erreicht der Spread zwischen Geld- und Briefkurs bei japanischen Aktien einen Wert von ein bis drei Prozent. Das liegt neben der geringen Handelsaktivität auch daran, dass die japanischen und europäischen Börsen zu unterschiedlichen Zeiten geöffnet sind.

    Doch in der Sommerzeit gibt es eine Ausnahme: Die Börse in Tokio ist dann bis 8:00 Uhr deutsche Zeit geöffnet. Die LS Exchange und Lang & Schwarz Handelsplätze starten den Handel ab 7:30 Uhr. Somit öffnet sich eine 30-minütige Überschneidung mit Japan. In diesem Zeitfenster kennen die deutschen Makler die Referenzkurse an der japanischen Hauptbörse und können geringere Spreads anbieten.

    Daher kann es sich lohnen, in diesem Zeitfenster die Spreads zu betrachten und ggf. zu handeln. Grundsätzlich sollte die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs über einige Tage hinweg beobachtet werden, um ein Gefühl für die typischen Aufschläge zu bekommen. Weiterhin sollte der Handel ausschließlich über Limitorders erfolgen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

    Wer japanische Aktien im größeren Umfang kaufen möchte, kann alternativ direkt über die Börse in Japan ordern. Dafür ist ein Broker mit einer Anbindung an den Börsenplatz in Tokio erforderlich. Zudem sollten Investoren vor der Orderaufgabe im Preis- und Leistungsverzeichnis der jeweiligen Bank prüfen, welche Gebühren zu erwarten sind.

    Weil das Ganze noch nicht kompliziert genug ist, folgt an dieser Stelle noch eine weitere Ergänzung: In Japan werden Aktien nur in 100er-Paketen gehandelt. Wer an der Börse in Tokio Aktien kaufen oder verkaufen möchte, muss je nach Aktienkurs daher eine recht große Summe in die jeweilige Position investieren.

    Weitere Informationen zum Kauf und Verkauf von japanischen Aktien könnt ihr im Blogartikel „Japanische Aktien“ von Finanzgeschichten.com nachlesen.

    Damit sind wir nun bereit für die Kurzvorstellung von 13 ausgewählten Aktien, die wir uns in den letzten Tagen angeschaut haben.

    Interessante japanische Aktien in der Kurzvorstellung

    Die meisten der aufgeführten Unternehmen haben wir noch nicht im Detail betrachtet. Welche der genannten Aktien besonders vielversprechend erscheinen, muss eine genauere Analyse beantworten.

    Bei der folgenden Liste handelt es sich ausschließlich um eine Inspirationsquelle. Auf Basis dieser Liste werden wir die 3-5 aus unserer Sicht interessantesten Aktien auswählen und diese in den nächsten Wochen ausführlich auf unserem Blog vorstellen.

    Shimano Aktie

    Geschäftsmodell:  Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Fahrradkomponenten und Angelgeräten.

    Das macht die Aktie interessant: Fahrrad fahren ist besonders günstig, umweltfreundlich und steigert die körperliche Fitness. Mit einer Investition in die Shimano Aktie können sich Anleger positionieren und von diesem Trend profitieren.

    Marktkapitalisierung15.100 Mio. EUR
    KGV 2023e18,3
    Dividendenrendite1,0 %
    Eigenkapitalrendite20,1 %
    jährlicher Zuwachs des Aktienkurses in den letzten 10 Jahren16,4 %
    Nettoverschuldung/EBITDA-2,1

    Daikin Industries Aktie

    Geschäftsmodell: Herstellung und Verkauf von Klimaanlagen, Klimasystemen, Luftfilteranlagen und Heizungen. Marktführer bei Wärmepumpen in Europa. 

    Das macht die Aktie interessant: Durch den Klimawandel wird der Einsatz von Klimaanlagen in immer mehr Regionen der Welt relevant. Wärmepumpen tragen dazu bei, den Energieverbrauch zu reduzieren. Die Nachfrage dürfte über viele Jahre stark zulegen.

    Marktkapitalisierung44.600 Mio. EUR
    KGV 2023e25,6
    Dividendenrendite1,0 %
    Eigenkapitalrendite12,0 %
    jährlicher Zuwachs des Aktienkurses in den letzten 10 Jahren25,6 %
    Nettoverschuldung/EBITDA0,0

    Nippon Sanso Aktie

    Geschäftsmodell: Herstellung und Verkauf von Industriegasen, Flüssiggasen, medizinischen Gasen und Spezialgasen.

    Das macht die Aktie interessant: Sehr stabile Cashgenerierung. Westliche Konkurrenten wie Linde oder Air Liquide erwirtschaften seit Jahrzehnten hohe Renditen für ihre Aktionäre. Wachstumsphantasie durch zunehmende Bedeutung des Wasserstoff-Geschäfts.

    Hinweis: Zur Nippon Sanso Aktie gibt es von uns bereits zwei Blogartikel. Wir beobachten das Unternehmen bereits seit einem knappen Jahr.

    Marktkapitalisierung6.600 Mio. EUR
    KGV 2023e13,6
    Dividendenrendite1,7 %
    Eigenkapitalrendite11,2 %
    jährlicher Zuwachs des Aktienkurses in den letzten 10 Jahren16,7 %
    Nettoverschuldung/EBITDA4,1

    Makita Aktie

    Geschäftsmodell: Produktion von Vertrieb von Elektrowerkzeugen, Gartengeräten und Haushaltsgeräten. 

    Das macht die Aktie interessant: Die Produkte gelten unter Heimwerkern als besonders hochwertig. Makita und westliche Konkurrenten wie Stanley, Black & Decker können derzeit mit einem hohen Rabatt auf das Allzeithoch in das Depot gekauft werden. 

    Marktkapitalisierung6.600 Mio. EUR
    KGV 2023e15,4
    Dividendenrendite2,1 %
    Eigenkapitalrendite9,2 %
    jährlicher Zuwachs des Aktienkurses in den letzten 10 Jahren9,8 %
    Nettoverschuldung/EBITDA-1,1

    SMC Corporation Aktie

    Geschäftsmodell: Weltmarktführer im Bereich der pneumatischen Automatisierungstechnik. Das Unternehmen stellt Equipment für den Aufbau hochautomatisierter Fabriken über Druckluftsysteme bereit. 

    Das macht die Aktie interessant: Angesichts der geopolitischen Zeitenwende dürfte eine Lokalisierung der Produktion auf den einzelnen Kontinenten erfolgen. In entwickelten Ländern sind die Lohnkosten so hoch, dass nur eine hochautomatisierte Produktion wirtschaftlich ist. SMC Corp. ist eine Art Schaufelverkäufer im Goldrausch und liefert die dafür erforderlichen Teile. Der globale Marktanteil des Unternehmens erreicht fast 40 %.

    Marktkapitalisierung28.100 Mio. EUR
    KGV 2023e20,3
    Dividendenrendite1,4 %
    Eigenkapitalrendite13,2 %
    jährlicher Zuwachs des Aktienkurses in den letzten 10 Jahren15,8 %
    Nettoverschuldung/EBITDA-2,8

    Fanuc Corporation Aktie 

    Geschäftsmodell: Entwicklung, Herstellung, Vertrieb und Wartung von Industrierobotern, CNC-Systemen und Lasern. Die Produkte helfen dabei, die Automatisierung in industriellen Produktionsprozessen voranzutreiben. 

    Das macht die Aktie interessant: Angesichts der geopolitischen Zeitenwende dürfte eine Lokalisierung der Produktion auf den einzelnen Kontinenten erfolgen. In entwickelten Ländern sind die Lohnkosten so hoch, dass nur eine hoch automatisierte Produktion wirtschaftlich ist. FANUC ist eine Art Schaufelverkäufer im Goldrausch und liefert die dafür erforderlichen Roboter. Der deutsche Konkurrent Kuka ist in chinesische Hände gewandert. Fanuc könnte künftig mehr Aufträge in der westlichen Welt einsammeln.

    Marktkapitalisierung28.600 Mio. EUR
    KGV 2023e22,6
    Dividendenrendite2,7 %
    Eigenkapitalrendite10,5 %
    jährlicher Zuwachs des Aktienkurses in den letzten 10 Jahren4,8 %
    Nettoverschuldung/EBITDA-2,6

    Nintendo Aktie 

    Geschäftsmodell: Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Spielekonsolen und zugehörigen Videospielen. 

    Das macht die Aktie interessant: Mittel- und langfristig besteht im Gamingmarkt erhebliches Wachstumspotential. Nintendo hat eine treue Kundenbasis aufgebaut. 

    Marktkapitalisierung48.700 Mio. EUR
    KGV 2023e15,3
    Dividendenrendite3,4 %
    Eigenkapitalrendite24,2 %
    jährlicher Zuwachs des Aktienkurses in den letzten 10 Jahren20,0 %
    Nettoverschuldung/EBITDA-2,0

    ITOCHU Corporation Aktie

    Geschäftsmodell: Eines der sieben großen japanischen Handelshäuser. Handel, Import und Export zahlreicher Güter. Über 700 Unternehmen aus 8 Geschäftsbereichen unter einem Dach. 

    Das macht die Aktie interessant: ITOCHU wirkt fast schon wie ein Small- und Micdap-ETF auf die japanische Wirtschaft. Die Bewertung erscheint sehr preiswert. Warren Buffett hat sich am Unternehmen beteiligt. 

    Marktkapitalisierung34.000 Mio. EUR
    KGV 2023e7,7
    Dividendenrendite3,5 %
    Eigenkapitalrendite21,8 %
    jährlicher Zuwachs des Aktienkurses in den letzten 10 Jahren15,8 %
    Nettoverschuldung/EBITDA2,3

    Komatsu Aktie 

    Geschäftsmodell: Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Baumaschinen wie Baggern, Radladern, Planierraupen und Muldenkippern. Zudem werden Gabelstapler, Industrieroboter und Tunnelmaschinen angeboten. 

    Das macht die Aktie interessant: Zusammen mit dem US-amerikanischen Konkurrenten Caterpillar beträgt der Weltmarktanteil im Bereich der Bergbaumaschinen 85 %. Die Klimawende und das weltweite Wirtschaftswachstum erfordern den Abbau von Rohstoffen in einem enormen Umfang. Das dürfte zu vollen Auftragsbüchern bei Komatsu führen. 

    Marktkapitalisierung19.000 Mio. EUR
    KGV 2023e10,5
    Dividendenrendite3,8 %
    Eigenkapitalrendite10,9 %
    jährlicher Zuwachs des Aktienkurses in den letzten 10 Jahren3,8 %
    Nettoverschuldung/EBITDA1,4

    Kubota Aktie

    Geschäftsmodell: Entwicklung, Produktion und Vertrieb von landwirtschaftlichen Maschinen wie Traktoren, Erntemaschinen, Pflanz- und Mähmaschinen sowie von Rasenmähern und Baumaschinen. 

    Das macht die Aktie interessant: In vielen Ländern steht die Effizienzsteigerung in der Landwirtschaft erst am Anfang. Kubota betreibt darüber hinaus ein Wassergeschäft, das eine sichere und saubere Versorgung mit Trinkwasser ermöglicht. Zudem ist das Unternehmen in der Wasseraufbereitung tätig. 

    Marktkapitalisierung17.000 Mio. EUR
    KGV 2023e12,2
    Dividendenrendite2,4 %
    Eigenkapitalrendite11,1 %
    jährlicher Zuwachs des Aktienkurses in den letzten 10 Jahren10,5 %
    Nettoverschuldung/EBITDA2,6

    Japan Tobacco Aktie

    Geschäftsmodell: Herstellung und Vermarktung von Tabakprodukten wie Zigaretten der Marken Winston und Camel. Zudem Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Medikamenten und Lebensmitteln.

    Das macht die Aktie interessant: Cashgenerierung und Dividendenrendite fallen üppig aus.

    Marktkapitalisierung29.200 Mio. EUR
    KGV 2023e11,9
    Dividendenrendite6,3 %
    Eigenkapitalrendite12,7 %
    jährlicher Zuwachs des Aktienkurses in den letzten 10 Jahren-0,1 %
    Nettoverschuldung/EBITDA0,3

    Asahi Group Aktie

    Geschäftsmodell: Herstellung von Bieren, Spirituosen, Weinen und Softdrinks. 

    Das macht die Aktie interessant: Im Vergleich zu westlichen Konkurrenten wie Diageo erscheint die Bewertung günstig. In den nächsten Jahren möchte das Management den Gewinn jährlich um einen hohen einstelligen Prozentwert erhöhen. 

    Marktkapitalisierung15.800 Mio. EUR
    KGV 2023e15,3
    Dividendenrendite2,5 %
    Eigenkapitalrendite9,4 %
    jährlicher Zuwachs des Aktienkurses in den letzten 10 Jahren10,0 %
    Nettoverschuldung/EBITDA4,5

    Toyota Aktie

    Geschäftsmodell: Einer der weltgrößten Automobilhersteller mit den Marken Toyota, Lexus und Daihatsu.

    Das macht die Aktie interessant: Die starke Positionierung im besonders profitablen US-Automarkt. Die Gewinnmarge von Toyota fällt im Vergleich mit anderen Volumenherstellern besonders üppig und stabil aus.

    Marktkapitalisierung200.700 Mio. EUR
    KGV 2023e9,7
    Dividendenrendite3,0 %
    Eigenkapitalrendite11,5 %
    jährlicher Zuwachs des Aktienkurses in den letzten 10 Jahren10,7 %
    Nettoverschuldung/EBITDA

    Fazit und Ausblick: So geht’s jetzt weiter

    Dieser Artikel war unser Einstieg in den japanischen Aktienmarkt. Wir hoffen, dass wir euch einige Dinge erklären und den Aktienmarkt im Land der aufgehenden Sonne etwas näher bringen konnten.

    Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft und findet aus unserer Sicht unter Privatanlegern zu wenig Beachtung. Wir haben einige landesspezifische Chancen, aber auch Risiken erklärt. Weiterhin haben wir die Punkte aufgezählt, die aus unserer Sicht bei der Investition in japanische Aktien besonders wichtig sind. Abschließend haben wir euch 13 ausgewählte japanische Unternehmen kurz vorgestellt.

    Während unserer Recherchen haben wir eine gewisse Faszination für das japanische System und den dortigen Aktienmarkt entwickelt. Viele Themen werden dort anders angegangen und gelöst. Die Bilanzqualität, Einzigartigkeit der Unternehmen sowie die tiefen Bewertungsniveaus machen definitiv Lust auf mehr.

    Daher werden wir euch in den nächsten Wochen einige der 13 genannten Unternehmen ausführlich vorstellen. Wir haben bereits mit den Recherchen begonnen und können es kaum erwarten, die Erkenntnisse mit euch zu teilen.

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      Jetzt bist du an der Reihe: Welche weiteren japanischen Aktien sind aus deiner Sicht einen Blick wert? Welche kulturellen Unterschiede und Erlebnisse möchtest du mit uns teilen? Schreibe einfach einen kurzen Kommentar unter diesem Artikel. Wir freuen uns auf den Austausch.

      Recherchequellen

      Dieser Abschnitt ist für alle, die auf eigene Faust weiter recherchieren möchten. Hier folgt eine Auflistung der wichtigsten Recherchequellen:

      RecherchequelleWas ist dort zu finden?
      Abilitato Unsere Artikel und Updates zur Nippon Sanso Aktie
      Finanzgeschichten.comArtikel zur Besteuerung und dem Kauf japanischer Aktien
      Aktienfinder.netGrafiken und Kennzahlen zur fundamentalen Entwicklung 
      Marketscreener.comAnalystenschätzungen zur künftigen Entwicklung
      TIKR.comGrafiken und Kennzahlen zur fundamentalen Entwicklung 
      TOKIO KEIZAIJapan Company Handbook
      The Economics ReviewArtikel zur hohen Staatsverschuldung in Japan
      StatistaWer hat in japanische Staatsanleihen investiert?
      TradingeconomicsStatistiken zur Staatsverschuldung, der Inflation und dem BIP von Japan, Deutschland und den USA
      Our World in DataStatistiken zur Zahl der Einwohner, der Lebenserwartung und der Geburtenrate in Japan, Deutschland und den USA
      Financial TimesArtikel zur Inflation und Abwertung der Währung in Japan
      The New York TimesArtikel zur Inflation und Abwertung der Währung in Japan
      Financial TimesArtikel zur nach wie vor geringen Inflation in Japan
      Undervalued JapanArtikel zum schwachen Yen
      Finanzen.netWechselkurs Euro – japanischer Yen
      Undervalued JapanArtikel zur Unterbewertung des japanischen Aktienmarkt
      YouTubeFrom Japan to the World: Seiichi Kondo at TEDxKyoto 2013
      YouTubeThe Core of Cool Japan: Sustainability vs. Stagnation | Roland Kelts | TEDxHaneda
      Statista Entwicklung der Arbeitslosenquote in Japan
      YouTubeWarum (so gut wie) NIEMAND in JAPAN investiert! – VisualPolitik DE
      YouTubeGünstige Aktien, kaum Inflation: Endlich Sonnenaufgang in Japan? | Zwei Top-ETF | Nikkei 225 | Yen – echtgeld.tv
      YouTubeJapan-Aktien: Heute billig, morgen teuer? | Sony | Nintendo | Itochu | Softbank | Toyota vs. VW – echtgeld.tv

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