Übersicht zur Deere Aktie
| Zahl der Aktien | 270,7 Mio. |
| Aktienkurs | 680 USD |
| Marktkapitalisierung | 184.000 Mio. USD |
| Net Debt-Position (31.12.2025)* | 2.000 Mio. USD |
| Unternehmenswert* | 186.000 Mio. USD |
| KGV 2026e/2027e | 36,7/30,2 |
| Div.-Rendite 2026e/2027e | 1,0 %/1,0 % |
| ISIN | US2441991054 |

Geschäftsmodell
Deere ist mit großem Abstand der weltweit führende Hersteller von Landmaschinen, Baumaschinen und Forstmaschinen.
An der Börse ist der Platzhirsch zehnmal so wertvoll wie CNH Industrial oder Kubota. Bei allen relevanten Punkten (Technologie, Marktanteile, Umsatz und Ertragskraft) spielt Deere in einer eigenen Liga.
Das eröffnet für Anleger die Chance, sich mit dem Wertpapier an den Wachstums- und Werttreibern der Landwirtschaft zu beteiligen.
Was Deere darüber hinaus spannend macht, ist der Wandel vom Maschinenhersteller zum Technologieunternehmen.
Bevor wir im Abschnitt Investitionsthese auf die Megatrends eingehen, verschaffen wir uns noch ein Bild der aktuellen Aufstellung.
Umsatz nach Regionen

Im Bereich von leistungsstarken Traktoren und großen Erntemaschinen erreicht Deere den höchsten Marktanteil. In Nordamerika liegt dieser bei über 50 %.
Das erklärt, warum 61 % des Umsatzes in Nordamerika erwirtschaftet werden. Die zweitwichtigste Region ist Europa (18 % vom Erlös), in allen anderen Regionen werden 21 % des Umsatzes erzielt.
Aufgrund einer seit Jahren verfolgten Diversifikationsstrategie teilt sich der Umsatz mittlerweile recht gleichmäßig auf vier Segmente auf.
Umsatz nach Segmenten
| Segment | Umsatz 2025 | Anteil am konzernweiten Umsatz |
| Precision Agriculture (Präzisionslandwirtschaft) | 17.300 Mio. USD | 38 % |
| Small Agriculture (kleinere Landmaschinen) | 10.200 Mio. USD | 22 % |
| Construction (Baumaschinen) | 11.400 Mio. USD | 25 % |
| Financial Services (Finanzierung der Maschinen) | 6.700 Mio. USD | 15 % |
Die breite Aufstellung hilft dabei, Nachfrageschwankungen einzelner Bereiche auszugleichen.

Schauen wir uns die einzelnen Segmente der Reihe nach an.
Precision Agriculture (Präzisionslandwirtschaft)

Im Segment Präzisionslandwirtschaft werden leistungsstarke Traktoren und Erntemaschinen angeboten.
Dazu kommen noch Geräte zur Bodenbearbeitung, Aussaat und Sprühmaschinen, mit denen Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden.
Die hochpreisigen und vollständig automatisierten Maschinen lohnen sich nur auf riesigen Flächen, wie sie vor allem in Nord- und Südamerika zu finden sind.
Einsatzgebiete sind der Anbau von Mais, Sojabohnen, Getreide, Zuckerrohr und Baumwolle.
Wie bereits erwähnt, ist Deere in diesem Segment mit großem Abstand der globale Technologie- und Marktführer.
Small Agriculture (kleinere Landmaschinen)

Kleine und mittelgroße Maschinen werden dem Segment „Small Ag & Turf“ zugeordnet. Dazu zählen beispielsweise Traktoren der niedrigen und mittleren Leistungsklasse, Heu- und Ballenpressen, Mähgeräte und Aufsitzmäher.
Diese werden global nachgefragt, mit Schwerpunkten in Nordamerika, Europa und Indien.
Zum Einsatz kommen die Maschinen vor allem bei der Viehhaltung, dem Anbau von Obst und Gemüse, der Grünflächenpflege und im Winterdienst.
In diesem Segment variiert der Marktanteil je nach Region und Produkt, Deere zählt zu den Marktführern.
Construction (Baumaschinen)

Durch einen konsequenten Ausbau des Produktportfolios und durch Zukäufe ist es Deere gelungen, neben landwirtschaftlichen Maschinen auch noch im Bereich von Baumaschinen eine führende Marktstellung einzunehmen.
Dazu zählen beispielsweise Raupen, Bagger, Forstmaschinen (zur Holzernte) und auch Geräte für den Straßenbau.
Diese werden seit 2017 angeboten, damals hat der Industriekonzern den deutschen Weltmarktführer „Wirtgen Group“ für rund 5 Mrd. USD übernommen.
Seitdem beträgt der globale Marktanteil von Deere im Straßenbau rund 30-70 %, je nach Maschinensegment.
Da viele Straßen in die Jahre gekommen sind und nun aufwendig saniert werden müssen, bieten sich in diesem Bereich exzellente Wachstumsperspektiven.
Aber auch aus eigener Kraft wird das Angebot weiter ausgebaut, aktuell werden beispielsweise Bagger zwischen 1 und 50 Tonnen neu auf den Markt gebracht.
Im Bereich großer Baumaschinen verfügt Caterpillar über eine noch bessere Marktstellung, in anderen Segmenten ist Deere der globale Marktführer.
Financial Services (Finanzierung der Maschinen)
Angesichts von Stückpreisen von bis zu 1 Mio. USD bietet Deere den Händlern und Kunden eine Vielzahl von Finanzierungsoptionen an.
Das Segment Financial Services ermöglicht es, den Absatz zu steigern, Kunden zu binden und zusätzliche Zinseinnahmen zu erwirtschaften.
Die Laufzeit der Kredite beträgt in der Regel zwischen einem und sieben Jahren, die Forderungen sind durch Maschinen besichert.
In den USA finanziert Deere die Anschaffung neuer Großgeräte in zwei von drei Fällen.
Das daraus entstandene Kreditbuch umfasst 65 Mrd. USD und generiert einen Nettogewinn von ca. 900 Mio. USD, was 10-20 % der konzernweiten Ertragskraft entspricht.
Da die Einnahmen wiederkehrender Natur sind, stabilisiert das Geschäft die Gewinnentwicklung in zyklischen Tiefs.
Womit wir beim nächsten Punkt angekommen sind, der für das Verständnis der Deere Aktie äußerst wichtig ist.
Zyklische Schwankungen
Abhängig davon, wie gut es den Landwirten geht, investieren diese mehr oder weniger in ihren Fuhrpark:
- In Zeiten niedriger Gewinne werden Neuanschaffungen in die Zukunft verschoben
- Wenn Landwirte viel Geld verdienen, investieren diese verstärkt in die Modernisierung des Maschinenparks
Der Haupttreiber für die Einkommen der Landwirte sind Veränderungen der Rohstoffpreise (Soja, Mais und Weizen).
Auf der folgenden Grafik ist zu sehen, dass der Umsatz des Segments Präzisionslandwirtschaft in den Jahren 2021-2023 enorm stark gestiegen ist.

2024 und 2025 ging der Erlös dagegen zurück, weil die Landwirte nur wenig Geld verdienten.
Daher befindet sich Deere aktuell in einem zyklischen Tief, mit einer Nachfrage, die deutlich unterhalb des langfristigen Durchschnitts liegt.

Im Vergütungsbericht (Proxy Statement) ist zu erkennen, dass die Nachfrage letztes Jahr nur bei 76 % des langfristigen Durchschnitts (Mid-Cycle) lag.
Machen wir die Probe und betrachten die Entwicklung des Maispreises der letzten Jahre:

- Von 2021-2023 verdoppelte sich dieser, was den Landwirten hohe Gewinne beschert hat. Folglich stieg die Nachfrage bei Deere stark an
- Von 2023-2025 hat sich der Maispreis wieder halbiert, weshalb die Neubestellungen zurückgegangen sind
- Im bisherigen Jahresverlauf stieg der Maispreis um rund 20 %, sodass sich die Aussichten zuletzt wieder aufgehellt haben
Folglich erwartet das Management 2026 den Tiefpunkt des aktuellen Zyklus.
Der Aufschwung steht kurz bevor
Es werden aktuell nur sehr wenige neue Maschinen hergestellt.
Dadurch kann das Inventar bei den Händlern auf einem geringen Niveau gehalten werden und die Preise bleiben trotz des zyklischen Tiefs stabil.

Im zuletzt abgeschlossenen Quartal konnte Deere den Umsatz immerhin schon wieder um 5 % steigern.
Ein weiterer Indikator für eine sich bessernde Geschäftsentwicklung ist das Auftragsbuch: So haben die Landwirte zuletzt wieder mehr Vorbestellungen als im Vorjahr getätigt.
Dazu kommt, dass nach mehreren Jahren geringer Investitionen die Maschinen der Landwirte einen erheblichen Modernisierungsbedarf aufweisen. Auch das deutet auf eine zukünftig höhere Nachfrage hin.
Deere steht also kurz davor, das zyklische Tief zu verlassen.
Da zuletzt aber nicht nur die Agrarpreise, sondern auch die Kosten der Landwirte gestiegen sind (unter anderem Kraftstoffe und Düngemittel), rechnet das Management mit einer schrittweisen Erholung, die sich über mehrere Jahre strecken wird.

Investitionsthese zur Deere Aktie
Intakte Wachstumstreiber
Zwar kommt es bei Deere zu zyklischen Schwankungen, jedoch mit einer steigenden Tendenz.
Verantwortlich dafür sind verschiedene Megatrends, die in einer immer höheren Nachfrage resultieren:
- Die Weltbevölkerung wird bis 2050 auf 10 Mrd. Menschen steigen – bis dahin benötigt die Menschheit 50 % mehr Nahrungsmittel, da sich neben dem Bevölkerungswachstum auch noch die Essgewohnheiten verändern
- Eine steigende Nachfrage aus dem Bereich grüner Kraftstoffe: Gerade in Zeiten hoher Ölpreise sowie aus dem Gedanken heraus, den CO2-Verbrauch zu reduzieren
- Der Klimawandel macht den Anbau von Lebensmitteln zunehmend schwieriger, zudem sind die Anbauflächen begrenzt
Mit anderen Worten: Es geht darum, den Ertrag pro Fläche zu steigern. Ermöglicht wird das durch technologiebasierte Lösungen von Deere.
Der Wandel vom Maschinenhersteller zum Technologieunternehmen
Die Firma befindet sich inmitten eines Wandels vom Maschinenhersteller zum Technologieunternehmen.
Das wird an der im Zeitverlauf steigenden Gewinnmarge sichtbar.

Während die Gewinnmarge in vergangenen zyklischen Tiefs bei 4 % (2009) bzw. 6 % (2016) lag, konnte Deere die Profitabilität im aktuellen zyklischen Tief bei 11 % halten.
Deere wird immer profitabler.
Wie das Kunststück gelingt? Bereits seit etwa 15 Jahren sind alle neu ausgelieferten Großmaschinen mit Sensoren und einer Mobilfunkverbindung ausgestattet.
Die erzeugten Daten werden in einer eigenen Cloud gespeichert und helfen Landwirten, ihren Ertrag zu optimieren.
Das gelingt u.a. durch den Abgleich mit Wetterdaten und Satellitenbildern, sodass optimale Zeitpunkte für Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz und Ernte gewählt werden können.
Autonome Fahrzeuge
2022 folgte dann der nächste große Schritt: Seitdem können einige der Maschinen vollständig autonom fahren. Das wird in folgendem Video sichtbar:
Dadurch können Landwirte mehr Arbeit mit weniger Maschinen und einem geringeren Personaleinsatz erledigen.
Doch damit nicht genug: Bei allen Schritten des Getreideanbaus konnten durch den Einsatz von modernen Technologien enorme Fortschritte erzielt werden:
- Aussaat: Erfolgt hochpräzise und kann genau eingestellt werden (idealer Abstand zwischen den Saatkörnen und optimierte Aussaattiefe –> mehr Ertrag)
- Düngung: Früher wurde das ganze Feld gedüngt. Mittlerweile ist es möglich, präziser vorzugehen (die Düngung wird direkt neben jedem einzelnen Saatgut platziert –> bis zu 70 % weniger Düngemitteleinsatz)
- Pflanzenschutz: Anstatt wie früher den ganzen Acker zu besprühen, erkennen Kameras und Sensoren, wo sich Schädlinge befinden (die Schutzmittel werden nur noch punktuell angebracht –> bis zu 60 % weniger Pflanzenschutzmittel)
Diese Innovationen ermöglichen es den Landwirten, ihre Ernte zu steigern und dabei gleichzeitig weniger Ressourcen einzusetzen.
Anders ausgedrückt: Der Wert des Maschinenparks steigt enorm – wofür sich Deere über höhere Preise vergüten lässt.
Für den Marktführer ergeben sich daraus eine höhere Pricing Power und wiederkehrende Einnahmen, da die Systeme von den Landwirten teilweise im Abo bzw. nutzungsbasiert pro Hektar bezahlt werden.
Finanzielle Ziele

Ausgehend vom aktuellen zyklischen Tief traut sich Deere bis 2030 ein Umsatzwachstum von 10 % p.a. zu.
Die operative Gewinnmarge der industriellen Aktivitäten soll in einem normalen (zyklusbereinigten) Jahr von derzeit 17,5 % auf 20,0 % steigen.
Wer sich für die Details interessiert: In einem vor wenigen Tagen erschienenen Interview erklärt der Deere CEO die Strategie im Detail:
Fazit zur Investitionsthese
Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass Deere strukturell immer profitabler wird.
Allerdings hat sich mittlerweile auch unter Investoren herumgesprochen: Trotz des zyklischen Tiefs notiert der Aktienkurs auf einem Allzeithoch.

Kursentwicklung der Deere Aktie

In den letzten 20 Jahren konnten Investoren mit dem Kauf von Deere Aktien eine Rendite von 15 % p.a. erzielen. Inklusive Dividendenzahlungen liegt der Total Return sogar bei 17 % p.a.
Das ist eine weit überdurchschnittliche Rendite und stellt einen Beweis dafür dar, dass Deere in der Lage ist, Werte für die Eigentümer zu schaffen.
Die Entwicklung erfolgte jedoch nicht stetig, sondern in Zyklen – was auf das Geschäftsmodell zurückzuführen ist.
Operativ gesehen befindet sich Deere aktuell in einem zyklischen Tief. Gleichzeitig notiert der Aktienkurs auf einem Allzeithoch. Eigentlich passt das nicht zusammen.
Unsere Eklärungsansätze:
- Hohe Bewertungen von amerikanischen Blue Chip Unternehmen (unter anderem getrieben von den immer beliebteren ETF-Konzepten)
- Der Kapitalmarkt bewertet Deere nicht mehr als zyklischen Maschinenbauer, sondern als wachstumsstarkes Technologieunternehmen
Trotzdem gehen wir davon aus, dass sich das irgendwann wieder ändern wird.
Um bereit zu sein, wenn sich eine preiswerte Gelegenheit bietet, betrachten wir nun die Entwicklung der relevanten Kennzahlen, um daraus einen fairen Wert zu ermitteln.

Operative Performance
Kennzahlenübersicht
| Jahr | 2024 | 2025 | 2026(e) | 2027(e) | Zyklusbereinigt | Langfristige Erwartung |
| Umsatz in Mio. USD | 51.700 | 45.700 | 48.600 | 52.400 | 57.000 | 5 % p.a. |
| Gewinn in Mio. USD | 7.100 | 5.000 | 5.000 | 6.000 | 7.800 | 5 % p.a. |
| Gewinnmarge | 13,7 % | 11,0 % | 10,3 % | 11,5 % | 13,7 % | |
| EPS in USD | 25,60 | 18,50 | 18,50 | 22,50 | 29,20 | 7,5 % p.a. |
| Dividende in USD | 5,80 | 6,30 | 6,80 | 7,00 | 8,80 | 7,5 % p.a. |
| Ausschüttungsquote | 22 % | 34 % | 37 % | 31 % | 30 % |
Aufgrund des zyklischen Tiefs sind Umsatz und Gewinn 2025 zurückgegangen. Für 2026 deutet sich eine Stablisierung an, ab 2027 wird Deere voraussichtlich auf den Wachstumskurs zurückkehren.
Bei der Bewertung kommt es darauf an, nicht auf ein einzelnes Jahr abzustellen, sondern die zyklusbereinigte bzw. durchschnittliche Ertragskraft zu ermitteln.
Umsatzwachstum

| Zeitraum | Umsatzwachstum pro Jahr (CAGR) |
| 2005-2025 (20 Jahre) | 3,9 % |
| 2015-2025 (10 Jahre) | 4,7 % |
| 2020-2025 (5 Jahre) | 5,2 % |
Im langfristigen Durchschnitt ist es Deere gelungen, den Umsatz um 5 % p.a. zu steigern.
Damit wächst der Marktführer schneller als das Welt-BIP.
In den letzten drei zyklischen Tiefs lag der Umsatz bei 23.000 Mio. USD (2009), 27.000 Millionen USD (2016) und 46.000 Mio. USD (2025).
Das verdeutlicht, dass Deere neben den zyklischen Schwankungen über eine strukturelle Wachstumskomponente verfügt.
Die Wachstumstreiber der nächsten Jahre sind:
- Rückkehr zu einer normalen Nachfrage / Mid-Cycle (über 30 % Aufholpotential)
- Preiserhöhungen im Einklang mit der generellen Teuerung (2 % p.a.)
- Internationale Expansion / Ausbau der lokalen Produktion in Südamerika und Indien
- Laufend optimierte Technologien führen zu mehr wiederkehrenden bzw. nutzungsbasierten Einnahmen
Gewinnentwicklung

Beim Blick auf die Gewinnentwicklung fallen die zyklischen Schwankungen noch stärker ins Auge.
Während der Nettogewinn in vergangen zyklischen Tiefs nur bei 900 Mio. USD bzw. 1.500 Mio. USD (2009 und 2016) lag, konnte die Ertragskraft im aktuellen Zyklus bei 5.000 Mio. USD gehalten werden.

Die zyklusbereinigte Gewinnmarge konnte erheblich gesteigert werden.

| Zeitraum | Gewinnwachstum pro Jahr (CAGR) |
| 2005-2025 (20 Jahre) | 9,7 % |
| 2015-2025 (10 Jahre) | 12,4 % |
| 2020-2025 (5 Jahre) | 16,3 % |
Das führt zu einem Gewinnwachstum, das weit über den Umsatzsteigerungen liegt.
Während der Gewinn je Aktie im letzten zyklische Tief (2016) bei 4,80 USD lag, wurden 2025 immerhin noch 18,50 USD erwirtschaftet.
Das Management hält weitere Margensteigerungen für möglich. Bis 2030 traut der Vorstand dem Unternehmen in einem durchschnittlichen Jahr (Mid-Cycle) ein EPS von 42,50 USD zu.
In Spitzenjahren könnte Deere dann bis zu 60 USD Gewinn je Aktie erzielen.
Kurzer Blick auf die Bilanz der Deere Aktie

In der konzernweiten Betrachtung liegt die Eigenkapitalquote aktuell bei 24 %. Das ist deutlich mehr als noch vor einigen Jahren.
Für ein besseres Verständnis der finanziellen Situation sollten Investoren das Unternehmen gedanklich in zwei Teile zerlegen:
- Equipment Operations (Maschinenbau)
- Financial Services (Finanzierungsgeschäft)
Deere veröffentlicht im Geschäftsbericht die Werte beider Segmente.

Das führt zu spannenden Erkenntnissen:
- Im Maschinenbau liegt die Eigenkapitalquote bei sehr soliden 44 %. Das Segment ist mit einer Nettofinanzverschuldung von nur 2.000 Mio. USD nahezu schuldenfrei
- Das Finanzierungsgeschäft kommt auf eine branchentypische Eigenkapitalquote von 10 %. Da es sich um ein breit diversifiziertes und gut besichertes Kreditbuch handelt, geht der Wert in Ordnung

Konzernweit liegt die Eigenkapitalrendite je nach Zyklus in einem Bereich von 20-50 %. Deere arbeitet also hochprofitabel.

Kapitalallokation
Für die langfristige Rendite einer Aktienanlage ist es von entscheidender Bedeutung, wie gut der erwirtschaftete operative Cashflow angelegt wird.
Wir trauen Deere auf nachhaltiger Basis (2027e) folgende Kennzahlen zu:
- Umsatz: 57.000 Mio. USD
- Nettogewinnmarge: 13,7 %
- Nettogewinn: 7.800 Mio. USD
- Zahl der Aktien: 266,9 Mio.
- Zyklusbereinigter Gewinn je Aktie: 29,20 USD
Diese Werte weichen stark von den aktuellen Kennzahlen ab. Bei der Ermittlung der nachhaltigen Ertragskraft sind wir wie folgt vorgegangen:
| Kennzahl | Industriegeschäft | Finanzierungsgeschäft | Gesamt |
| Umsatz 2025, in Mio. USD | 39.000 | 6.000 | 45.000 |
| Nachfrage (100 % = normales Jahr) | 76 % | 100 % | |
| Umsatzmultiplikator für Berechnung des bereinigten Umsatzes (Mid-Cycle) | 1,31 | 1,00 | |
| Zyklusbereinigter Umsatz, in Mio. USD | 51.000 | 6.000 | 57.000 |
Nun geht es noch darum, die Ertragskraft zu ermitteln:
- Das Management traut sich im Industriegeschäft in einem normalen Jahr eine EBIT-Marge von 17,5 % zu
- Das führt zu einem operativen Gewinn von 8.900 Mio. USD
- Nach Abzug von Steuern (22 % Steuerquote) verbleibt ein zyklusbereinigter Nettogewinn von 6.900 Mio. USD
- Dazu kommt noch der Nettogewinn von 900 Mio. USD, der sich aus dem Finanzierungsgeschäft ergibt
- Insgesamt schätzen wir die nachhaltige Ertragskraft der Deere Aktie daher auf 7.800 Mio. USD, was einem EPS von 29,20 USD entspricht
Betrachten wir nun, wie der Gewinn in Höhe von 7.800 Mio. USD aufgeteilt wird.
Wachstumsinvestitionen (1.400 Mio. USD oder 18 % des Gewinns)
Das aktuelle Eigenkapital von Deere beträgt 28.000 Mio. USD.
Unter der Annahme eines zyklusbereinigten Umsatzwachstums von 5 % p.a. muss das Eigenkapital ebenfalls um 5 % p.a. bzw. um 1.400 Mio. USD pro Jahr gestärkt werden.
Dieser Teil des Gewinns wird einbehalten, um Investitionen in den Ausbau der Produktionskapazitäten und des Finanzierungsgeschäfts tätigen zu können.
Somit schätzen wir den nachhaltig ausschüttbaren Free Cash Flow auf 6.400 Mio. USD, was 24,00 USD je Deere Aktie entspricht.
Deere Aktie Dividende (1.900 Mio. USD oder 24 % des Gewinns)

Trotz der zyklischen Geschäftsentwicklung ist Deere ein sehr verlässlicher Dividendenzahler. Die letzte Dividendenkürzung gab es vor fast 40 Jahren.
Das liegt daran, dass der Platzhirsch auch in Zeiten einer geringen Nachfrage weiterhin profitabel bleibt.
Dazu kommt eine eher geringe Ausschüttungsquote von lediglich 25-35 % des zyklusbereinigten Gewinns.

So erklärt sich auch die geringe anfängliche Dividendenrendite von aktuell nur 1,0 %.
Aktienrückkäufe (4.500 Mio. USD oder 58 % des Gewinns)

Während der Konzern einen vergleichsweise geringen Anteil des Gewinns über Dividenden ausschüttet, werden dafür umso mehr eigene Aktien zurückgekauft.
Mathematisch betrachtet haben Aktienrückkäufe denselben Effekt wie den einer Reinvestition von Dividendenzahlungen: Der Anteil, den man am Unternehmen hält, steigt.
Im Gegensatz zu Dividendenzahlungen müssen Aktienrückkäufe aber kaum versteuert werden.
Und dann gibt es noch einen wichtigen weiteren Grund, warum Deere bei der Kapitalrückgabe vor allem auf Aktienrückkäufe setzt:
Diese lassen sich je nach Geschäftslage flexibel hoch- oder runterfahren.
Im langfristigen Durchschnitt kaufte Deere jährlich 2-3 % der ausstehenden Aktien zurück. Dieser Trend dürfte sich in Zukunft fortsetzen.
Verbleibender Betrag (0 Mio. USD oder 0 % des Gewinns)
Zusammengefasst ergibt sich folgende Kapitalallokation:
| in USD | in % | |
| Nachhaltige Ertragskraft | 7.800 Mio. | 100 % |
| abzgl. Wachstumsinvestitionen | -1.400 Mio. | -18 % |
| abzgl. Dividendenzahlungen | -1.900 Mio. | -24 % |
| abzgl. Aktienrückkäufe | -4.500 Mio. | -58 % |
| = verbleibender Betrag | 0 Mio. | 0 % |
Deere ist selbst nach Abzug von Wachstumsinvestitionen ein äußerst cashgenerierendes Unternehmen.
Während die Dividendenrendite nur bei 1,0 % liegt, kauft das Unternehmen jährlich auch noch eigene Aktien im Umfang von 2,5 % der ausstehenden Anteilsscheine zurück.
In Summe liegt die jährliche Ausschüttungsrendite also bei ca. 3,5 % des aktuellen Kursniveaus.
Wir stufen die Kapitalallokation des Unternehmens als sehr aktionärsfreundlich ein. Dieses Vorgehen ist einer der Gründe, warum sich das Wertpapier in den letzten 20 Jahren so gut entwickelt hat.

Bewertung der Deere Aktie
In den folgenden Abschnitten
- ermitteln wir die jährliche Renditeerwartung einer Investition,
- kalkulieren den fairen Wert der Deere Aktie
- und beschreiben die optimale Investitionsstrategie
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Bewertung anhand des KGV
Jetzt validieren wir unsere Einschätzung zur Bewertung der Deere Aktie noch anhand des historischen Kurs-Gewinn-Verhältnisses.

| Zeitraum | Durchschnittliches KGV |
| 2006-2026 (20 Jahre) | 15,9 |
| 2016-2026 (10 Jahre) | 18,1 |
| 2021-2026 (5 Jahre) | 19,4 |
In den letzten 20 Jahren wurde die Deere Aktie durchschnittlich mit einem KGV von 16 bewertet.
Durch den starken Kursanstieg inmitten eines zyklischen Tiefs ist das KGV in den letzten beiden Jahren immer weiter gestiegen.
Aktuell kostet das Wertpapier den 30-fachen erwarteten Gewinn des nächsten Jahres.
Ist die Deere Aktie also völlig überbewertet? So einfach ist es dann auch wieder nicht:
- Erstens befindet sich Deere aktuell in einem zyklischen Tief. Bezogen auf unsere Schätzung der zyklusbereinigten Ertragskraft liegt das KGV „nur“ bei 23,3
- Zweitens ist es dem Unternehmen in den letzten Jahren gelungen, immer profitabler zu werden. Der Kapitalmarkt betrachtet den Titel nicht mehr als zyklischen Maschinenbauer, sondern als Technologieunternehmen
Daher können wir uns vorstellen, dass die Deere Aktie künftig mit einem KGV-Durchschnitt von 20 bewertet werden wird.
Das führt zu einem Kursziel von 580 USD – immer noch rund 15 % weniger als ein Anteilsschein aktuell kostet.
Auch auf Basis der KGV-Bewertung stufen wir die Deere Aktie momentan als leicht überbewertet ein, trotz der Qualitätseigenschaften des Unternehmens.
Die Erfahrung zeigt, dass sich von Zeit zu Zeit immer wieder Einstiegschancen bieten. Deshalb lohnt es sich, den Titel auf die Watchlist zu setzen.

Chancen und Risiken
Auf die Wachstums- und Werttreiber sind wir bereits eingegangen. Daher folgen an dieser Stelle noch ein paar Worte zu den Risiken:
Zyklisches Tief könnte länger anhalten: Wenn sich die Gewinne der Landwirte nicht erhöhen, könnte die Nachfrage nach den von Deere hergestellten Maschinen noch länger auf einem niedrigen Niveau bleiben.
Das würde die aktuell eingepreisten Hoffnungen eines baldigen Aufschwungs zerschlagen.
Generelle Marktkorrektur: Wenn die Kurse auf breiter Front sinken, würde sich das auch bei der Deere Aktie bemerkbar machen.
Das Wertpapier notiert deshalb so hoch, weil der US-Markt insgesamt recht teuer ist und von ETF-Zuflüssen weiter nach oben getrieben wird.
Zölle: Deere produziert seine Maschinen weltweit, unter anderem auch in Europa und Mexiko.
Wenn die Zölle erneut steigen, müssten höhere Kosten auf die Landwirte umgelegt werden. Das könnte den erwarteten Aufschwung ebenfalls abwürgen.
Konjunkturentwicklung: Das schöne am Agrarzyklus ist, dass er sich unabhängig vom Wirtschaftswachstum entwickelt.
Da mittlerweile ein Viertel des Umsatzes mit Baumaschinen erzielt wird, ist eine gewisse Abhängigkeit von der Baukonjunktur entstanden.
Chinesische Wettbewerber: Deere erzielt 61 % des Umsatzes in Nordamerika. In dieser Region wird darauf geachtet, keine vernetzten Maschinen mit sensiblen Daten aus China zu importieren.
In anderen Gegenden besteht dagegen das Risiko, dass chinesische Wettbewerber einen Preiskampf auslösen.

Fazit: Ist Deere eine gute Aktie?
Operative Entwicklung
Deere ist eines der wenigen börsennotierten Unternehmen, das die Bezeichnung Qualitätsaktie wirklich verdient hat.
Der Titel eignet sich aus verschiedenen Gründen sehr gut für eine langfristig ausgerichtete Buy-and-Hold-Strategie:
- Klarer Markt- und Technologieführer
- Behauptet sich bereits seit fast 200 Jahren
- Ist auf einem robusten Wachstumskurs
- Verfügt über weiteres Expansionspotential
- Bleibt auch in schwierigen Jahren profitabel
- Abgesichert durch eine solide Bilanz
- Diversifikationsstrategie verringert die zyklischen Schwankungen
- Auf dem Weg zu einem Technologieunternehmen
- Wird zunehmend profitabler
Die Firma kommt gerade aus einem zyklischen Tief und wird voraussichtlich einige Jahre lang überdurchschnittlich stark wachsen.
Allerdings wurde das daraus hervorgehende Potential bereits in den Aktienkurs eingepreist.
Einschätzung zur Bewertung der Deere Aktie
Mit einem KGV von 30 (2027e) ist die Deere Aktie aktuell ziemlich teuer bewertet.
Wer auf den zyklusbereinigten Gewinn abstellt, landet immer noch bei einem 23er-KGV.
Zum Vergleich: In den letzten 20 Jahren wurde das Wertpapier durchschnittlich zum 16-fachen Gewinn gehandelt.
Persönliches Vorgehen
Landwirtschaftliche Maschinen verursachen nur 15 % der Kosten der Landwirte. Gleichzeitig sind sie entscheidend, um eine möglichst hohe Erntemenge einzufahren.
Diese Gemengelage führt zu einer hohen Pricing Power. Dazu kommt der Wandel vom Maschinenbauer zum Technologieunternehmen.
Ich traue Deere daher mittel- und langfristig betrachtet eine sehr erfolgreiche Geschäftsentwicklung zu.
Um einen Fuß in die Tür zu bekommen, habe ich mich trotz des hohen Bewertungsniveaus dazu entschieden, mit einem Aktiensparplan zu starten.
Sobald der Kurs korrigiert, möchte ich diesen deutlich aufstocken und/oder durch manuelle Käufe ergänzen.
Die Deere Aktie gefällt mir auch deshalb so gut, weil der Agrarzyklus unabhängig vom Konjunkturzyklus verläuft. Wer das Unternehmen in seinem Depot hat, verbessert die Diversifikation.
Sobald sich eine interessante Einstiegsgelegenheit ergibt, werden wir das nächste Update zur Deere Aktie veröffentlichen.
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Alle unsere Artikel zur Deere Aktie
Recherchequellen
Hier folgt eine Auflistung der wichtigsten Recherchequellen:
| Recherchequelle | Was ist dort zu finden? |
| Aktienfinder.net | Grafiken und Kennzahlen zur fundamentalen Entwicklung |
| Marketscreener.com | Analystenschätzungen zur künftigen Entwicklung |
| TIKR.com | Grafiken und Kennzahlen zur fundamentalen Entwicklung |
| Abilitato | Kubota Aktienanalyse, Juli 2026 |
| Deere | Investorenpräsentation, Mai 2026 |
| Deere | Geschäftsbericht 2025 |
| Deere | Investorenpräsentation Q3/2026 |
| Deere | Transkript des Q3/2026 Management-Calls |
| Deere | Pressemeldung Q3/2026 Zahlen |
| Deere | Proxy Statement 2026 |
| YouTube | Autonomer Traktor von Deere |
| Deere | Investorenpräsentation Q2/2026 |
| Deere | Transkript des Q2/2026 Management-Calls |
| Deere | Fact Book 2025 |
| YouTube | Deere 2025 Investor Day Event |
| Deere | Transkript des 2025 Investor Day Events |
| YouTube | Nicolas Tangen, CEO von Norges Bank Investment Management interviewt den Deere CEO |