Übersicht zur Einhell Aktie
| Datum | 29. Juli 2026 |
| Zahl der Aktien | 11,3 Mio. |
| Aktienkurs | 68,00 EUR |
| Marktkapitalisierung | 770 Mio. EUR |
| Nettofinanzverschuldung | 0 Mio. EUR |
| Unternehmenswert | 770 Mio. EUR |
| KGV 2026e/2027e | 9,0/8,6 |
| Dividendenrendite 2026e/2027e | 2,9 %/3,1 % |
| ISIN | DE000A40ESU3 |

Geschäftstätigkeit
Unternehmensgeschichte
1964: Josef Thannhuber übernimmt den kleinen Handwerksbetrieb seines Onkels Hans Einhell und legt damit den Grundstein für den heutigen Einhell-Konzern.
1968: Einhell entwickelt sich vom lokalen Betrieb zu einem handelsnahen Produktions- und Vertriebsunternehmen mit Standorten und Kontakten in Europa und Asien.
1970er/80er: Das Geschäftsmodell ist lange weniger eine Premium-Marke als eine effiziente Handelsplattform: Preiswerte Werkzeuge für den Massenvertrieb über Supermärkte, Baumärkte und andere Händler.
1987: Einhell geht an die Börse und schafft sich damit die Kapitalbasis für die weitere internationale Expansion.
1990er: Nach der Öffnung Osteuropas nutzt Einhell die neuen Märkte und baut das internationale Vertriebsnetz weiter aus.
2012: Mit der Übernahme von kwb stärkt Einhell das Zubehörgeschäft und ergänzt das Gerätegeschäft um wiederkehrende Umsätze. Die Markenaufbau wird mit der Werbekampagne „Einhell – Gut gemacht.“ forciert.
2013: Durch die Übernahme von Ozito in Australien bekommt Einhell Zugang zu einem der wichtigsten Überseemärkte und baut seine Präsenz außerhalb Europas deutlich aus.
2015: Mit Power X-Change startet Einhell seine zentrale Akkuplattform; aus vielen Einzelprodukten entsteht Schritt für Schritt ein zusammenhängendes Ökosystem.
2022: Mit der Übernahme von King Canada öffnet sich Einhell den kanadischen Markt und überschreitet gleichzeitig erstmals die Umsatzmarke von 1 Mrd. Euro.
2024/25: Die Akkuplattform Power X-Change wird zum Kern der Investmentstory und umfasst inzwischen mehr als 350 Geräte, die mit einem einzigen Akku betrieben werden können.

Branche und Wettbewerb
Einhell bewegt sich im Markt für DIY-Werkzeuge, Gartengeräte, Zubehör und angrenzende Freizeit- und Haushaltsanwendungen.

Die Firma erzielt 62 % des Umsatzes in Westeuropa (die darin enthaltene DACH-Region steht für ca. 35 % der Erlöse).
Das internationale Übersee-Geschäft steuert weitere 25 % bei (davon Australien mit ca. 17 %) und in Osteuropa werden die restlichen 13 % des Umsatzes erwirtschaftet.
Bei den meisten Kernmärkten handelt es sich um Nationen, deren Wirtschaftskraft bereits ein hohes Niveau erreicht hat und kaum noch wächst.
Infolgedessen legt die Nachfrage nach DIY-Werkzeugen nur noch langsam zu.
Die Neubautätigkeit ist zyklisch und die Konsumentenstimmung schwankt mit Inflation, Zinsen und Realeinkommen.
Beeindruckende Entwicklung
Gerade das macht die Entwicklung von Einhell so beeindruckend:
Das starke Wachstum der vergangenen Jahre ergab sich nicht aus dem generellen Markt, sondern aus verstärkten Händlerlistings, Marktanteilsgewinnen und der internationalen Expansion.
Einhell überzeugt die Baumärkte dabei nicht einfach mit einem Produktkatalog, sondern mit einem konkreten Konzept für das Regal.
Das Unternehmen analysiert das bestehende Sortiment, zeigt mögliche Lücken auf und erklärt, wie der Händler mit Einhell mehr Umsatz und Marge pro Meter Regalfläche erzielen kann.
Häufig startet die Zusammenarbeit zunächst in einem Pilotmarkt. Erst wenn sich dort Abverkauf, Preispunkte und Profitabilität bewähren, wird das Sortiment auf weitere Filialen des neuen Kunden ausgerollt.

Damit reduziert Einhell die Risiken der Händler, da die Wettbewerbsintensität in der Elektrowerkzeugbranche hoch ist.
Große Hersteller aus Deutschland, Japan, den USA und China kämpfen mit etablierten Marken und eigenen Akkusystemen um Marktanteile.
Gleichzeitig drängen weitere asiatische Anbieter mit preisaggressiven Produkten in den DIY-Markt.
Hinzu kommen Baumarkt- und Discounter-Eigenmarken, die erheblichen Preisdruck ausüben können.
Entsprechend sind fast alle Segmente und Produktgruppen von einem starken Preisdruck betroffen.
Auch der aktuelle Branchenzyklus spricht eher gegen als für ein Investment in Einhell.
Die Bautätigkeit ist in zahlreichen Ländern schwach, während die Konsumstimmung durch hohe Lebenshaltungskosten und wirtschaftliche Unsicherheit belastet bleibt.
Dennoch blickt Einhell vorsichtig optimistisch auf 2026 und verweist auf stabile Kundenbeziehungen, langfristige Listungen, eine gestiegene Markenbekanntheit und ein attraktives Produktsortiment.
Für die Analyse ist wichtig: Wenn Einhell bereits in diesem Umfeld wächst und die Marge hält, ist das ein deutlich stärkeres Signal als Wachstum in einem Boomjahr.
Stuck in the middle?
Wettbewerbsseitig befindet sich Einhell zwischen etablierten Markenherstellern wie Bosch, Makita, Milwaukee oder DeWalt und preisaggressiven asiatischen Anbietern sowie Handelsmarken.

Als ich mich vor 15 Jahren das erste Mal mit Einhell beschäftigt habe, war eine meiner Sorgen, dass die Marke zwischen preiswerten und hochqualitativen Produkten eingequetscht wird: „stuck in the middle“. Dieses Szenario ist jedoch nicht eingetreten.
Stattdessen hat sich Einhell im oberen Mittelfeld positioniert und spricht mit einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis sowohl Heimwerker als auch zunehmend mehr semiprofessionelle und professionelle Anwender an.
Die Produkte sind günstiger als viele klassische Profimarken, gleichzeitig führt Einhell eine riesige Produktauswahl und versucht dabei in der Qualität näher an die Konkurrenz von oben heranzurücken.
Der größere Wettbewerbsdruck dürfte aus meiner Sicht deshalb eher von unten als von oben kommen.
Lidl greift Einhell an
Besonders relevant in der Konkurrenzlandschaft ist die Lidl-Eigenmarke Parkside.
Die Marke wurde bereits 1996 eingeführt, seit 2022 von Lidl jedoch deutlich strategischer aufgebaut.
Parkside wurde zu einer eigenständigen Ankermarke und zu einer der zentralen Non-Food-Themenwelten des Konzerns entwickelt.
Seit 2023 werden die Produkte zusätzlich über Kaufland vertrieben; gleichzeitig erhöhte Lidl mit Arnold Schwarzenegger als internationalem Markenbotschafter die Sichtbarkeit von Parkside deutlich.
Die Marke ist damit längst mehr als eine klassische Aktions-Eigenmarke. Lidl verbindet ein günstiges Preisniveau mit einer europaweiten Markenführung, einem eigenen Akkusystem und der Kontrolle über den Vertrieb.
Mit mehr als 100 kompatiblen Geräten (Einhell: 350 Geräte) ist die Parkside-Akkuplattform zudem breit genug, um in einem normalen Heimwerkerhaushalt einen vergleichbaren Lock-in-Effekt wie Power X-Change von Einhell zu erzeugen.
Für einen Kunden, der Rasenmäher, Heckenschere, Bohrschrauber und Winkelschleifer benötigt, sind 100 statt 350 Geräte zunächst nicht zwingend entscheidend. Hier kann der deutlich niedrigere Einstiegspreis wichtiger sein.

Bislang spricht die Marktanteilsentwicklung jedoch für Einhell.
Öffentlich verfügbare Marktdaten zeigen, dass der Anteil des Unternehmens bei Power Tools in Deutschland von rund 9 % im Jahr 2019 auf knapp 11 % im Jahr 2020 gestiegen ist.
Aktuell gehört Einhell eigenen Angaben zufolge auf Stückzahlbasis gemeinsam mit Bosch (41 %) und Makita (15 %) durchgehend zu den drei führenden Anbietern und ist bei kabellosen Gartengeräten sogar zum Marktführer aufgestiegen.
Parkside gehört noch zu den 33 % restlichen Anbietern in Deutschland.
Wettbewerbsvergleich
| Unternehmen | Positionierung | Relevanz für Einhell | Umsatz | Operative Marge |
| TTI (Milwaukee) | hochpreisig, professionelle Anwender | wichtige Benchmark | 12,6 Mrd. EUR (1) | 8,8 % Konzern-marge |
| Stanley Black & Decker (De Walt) | breites Portfolio vom Preiseinstieg bis zum professionellen Anwender | globaler Plattform- und Portfoliovergleich | 11,6 Mrd. EUR (2) | 10,1 % Segment-marge |
| Hilti | hochpreisig, professionelle Anwender | kein direkter DIY-Wettbewerber | 6,8 Mrd. EUR, 2025 | 11,6 % |
| STIHL | hochpreisig, Forstwirtschaft, Garten- und Landschaftspflege | kein direkter DIY-Wettbewerber | 5,5 Mrd. EUR, 2025 | keine Daten |
| Bosch Power Tools | breite Palette vom DIY-Kunden bis zu professionellen Anwendern | wichtigster Wettbewerber im DACH-Raum | 5,0 Mrd. EUR, 2025 | keine Daten |
| Makita | professionell geprägt, sehr breites Sortiment | Qualitätsbenchmark | 4,2 Mrd. EUR, 2025 | 13,5 % Konzern-Marge |
| Einhell | DIY-Heimwerker und zunehmend semiprofessionelle Anwender | Herausforderer mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis | 1,2 Mrd. EUR, 2025 | 9,6 % Konzern-Marge |
| Lidl (Parkside) | preiseinstieg, exklusiv über Lidl und Kaufland vertrieben | wichtigster Wettbewerber von unten; verbindet niedrige Preise und Vertriebsmacht der Schwarz-Gruppe | keine Daten | keine Daten |
Geschäftsmodell und Kundenstruktur

Einhell entwickelt und vertreibt DIY-Werkzeuge rund um Haus, Werkstatt, Garten und Freizeit.
Das Sortiment umfasst handgeführte und stationäre Werkzeuge mitsamt Zubehör und Produkte zur Garten- und Rasenpflege.
Zunehmend tritt Einhell auch in die Bereiche Reinigung, Camping und Outdoor vor, bspw. mit Staubsaugern und Kühlboxen.

Der strategische Kern ist Power X-Change: Ein Akku soll möglichst viele Geräte antreiben.
Dadurch verändert sich die Logik des Geschäfts. Einhell verkauft nicht mehr nur einzelne Werkzeuge, sondern versucht, Kunden dauerhaft in einem Akku-Ökosystem zu binden.
Das verbindet Einhell mit der Positionierung, Markenqualität an den Kunden zu einem bestmöglichen Preis zu verkaufen.
Die Produktion ist asset-light, aber trotzdem wird einiges an Kapital gebunden. Produktfindung, Produktentwicklung, Beschaffung, Qualitätskontrolle, Marketing, Vertrieb und Service sind die zentralen Wertschöpfungsbestandteile.
Die Produktion findet überwiegend in Asien in Auftragsfertigung statt. Gleichzeitig baut Einhell für strategisch wichtige Komponenten wie Akkus und Ladegeräte eigene Produktionskapazitäten in China und Ungarn auf.
Das reduziert perspektivisch Abhängigkeiten, erhöht aber auch die Komplexität und bindet Kapital.
Umsatz nach Absatzkanälen

Verkauft wird über Baumärkte (DIY), E-Commerce (Amazon ist einer der größten Absatzkanäle) und traditionelle Werkzeug-/Eisenwarengeschäfte.
In den Gesprächen mit Einhell wurde deutlich, wie wichtig der Kampf um Regalfläche ist.
Baumärkte vergeben Sortimente oft über mehrere Jahre. Einhell kommt deshalb nicht nur mit einem Produktkatalog, sondern mit einer vollständigen Kategoriestory: Welche Marke besetzt welches Preis- und Qualitätssegment, welche Drehzahl pro laufendem Meter ist realistisch, und warum verbessert Einhell für den Händler die Flächenproduktivität?
Genau diese Vertriebs-Execution dürfte ein zentraler Grund für die Marktanteilsgewinne sein.
Trotzdem hat Einhell eine relevante Kundenkonzentration.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden mit den zwei größten Kunden mehr als 30 % des Konzernumsatzes erzielt. Mit einem Kunden wurden 202 Mio. EUR (17 %) Umsatz erwirtschaftet, mit einem weiteren 190 Mio. EUR (16 %).
Bei dem ersten Großkunden dürfte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Bunnings in Australien handeln.
Der zweite Großkunde ist aus den veröffentlichten Angaben nicht eindeutig ableitbar; naheliegend ist ein großer internationaler Handels- oder Onlinekunde.
Das Management sieht daraus keine Abhängigkeit. Allerdings erhöhen solche Kundenbeziehungen die Verhandlungsmacht der Handelsseite und würden bei einem Ausfall ein deutliches Loch in die Umsatzentwicklung reißen.
Wichtiger soll in Zukunft Zubehör und Verbrauchsmaterial werden. Schleifmittel, Sägeblätter, Bohrer oder Bits drehen sich am Regal schneller als Maschinen und können einen margenstärkeren Folgeumsatz liefern.
Die geplante stärkere Integration von kwb, dem vor mehr als 10 Jahren übernommen Zubehörspezialisten, in die Einhell-Marke passt dazu.
Wenn Zubehör sichtbarer Teil des Einhell-Ökosystems wird, verbessert das die Wiederkaufraten zusätzlich.

Strategie: So stellt sich Einhell die Zukunft vor

Einhell hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 einen Umsatz von 2 Mrd. EUR zu erreichen. Dieses Ziel wurde strategisch untermauert.
Die Strategie lässt sich wie folgt verdichten: Power X-Change ausbauen, die Marke stärken sowie neue Länder und Kundengruppen erschließen.
1) Power X-Change ausbauen
Besonders wichtig ist dabei der Plattformcharakter. Der Umsatzanteil von Power X-Change-Geräten lag 2025 bereits bei 54 % und soll mittelfristig auf über 70 % steigen.

Dabei ist hervorzuheben, dass Einhell bereits 44 Mio. Akkus verkauft hat.
Hat der Kunde erst einmal einen oder zwei Akkus im Haus, ist es nahliegend, das nächste Gerät ebenfalls von Einhell ohne Akku zu kaufen, da dieser einer der teuersten Komponenten bei vielen Geräten ist und damit der Kauf eines anderen Systems inklusive neuem Akku deutlich teurer wird.

Gleichzeitig möchte Einhell das Produktangebot der Akkuplattform bis Ende 2029 auf über 500 Produkte ausweiten (aktuell 350 Artikel).

Mit mehr Geräten kann Einhell weitere Regalflächen mit bereits etablierten Kunden besetzen und hat damit das Potenzial, auch in einem gesättigten Markt überdurchschnittlich zu wachsen.
2) Marke stärken
Ein weiterer strategischer Hebel ist die Marke.

Einhell hat in den vergangenen Jahren massiv in Sichtbarkeit investiert, unter anderem über den FC Bayern und Mercedes-AMG PETRONAS F1.
Das ist teuer, aber strategisch nachvollziehbar: Wer Händler überzeugen und aus der reinen B-Marken-Wahrnehmung herauskommen will, muss beim Endkunden Bekanntheit und Begehrlichkeit aufbauen.
Die Strategie ist eine klassische Push-Pull-Strategie: Einerseits wird die Regalfläche durch neue Produkte ausgeweitet (Push), andererseits arbeitet Einhell durch Marketingmaßnahmen daran, die Kunden zum Kauf zu animieren (Pull).
3) Neue Länder und Kundengruppen erschließen
Die neue Linie Einhell Professional ist der nächste Schritt.
Sie soll bis Ende 2026 auf rund 128 Produkte anwachsen und neue Kundengruppen wie ambitionierte Heimwerker, Facility Manager, Landschaftspfleger und kleine Gewerbebetriebe ansprechen.

Ziel der Professional-Linie ist es, bei der Langlebigkeit zu Makita und Bosch aufzuschließen, dabei aber trotzdem einen attraktiven Preis zu wahren.

Seit 2023 konnte der Professional-Umsatz fast verdoppelt werden, absolut gesehen ist das Geschäft derzeit aber noch unbedeutend.
Zur Internationalisierung: Einhell verfügt inzwischen über 51 Tochtergesellschaften und ist in mehr als 100 Ländern aktiv.
Besonders Australien und Kanada zeigen, dass Übernahmen als Markteintritt funktionieren können, wenn lokale Händlerbeziehungen bereits vorhanden sind.
Auserkorene Ziele sind dabei:

Einordnung der Strategie
Ich halte die Strategie grundsätzlich für schlüssig. Kritisch ist weniger die Richtung als die Umsetzung.
Die Ziele sind ambitioniert, aber Einhell hat in den vergangenen Jahren mehrfach gezeigt, dass es Marktanteilsgewinne, Margenverbesserung und Internationalisierung parallel schaffen kann.
Das größte strategische Risiko liegt aus meiner Sicht im Managementwechsel und in der Frage, ob die harte Vertriebs- und Performance-Kultur in der nächsten Führungsgeneration unverändert erhalten bleibt.

Finanzkennzahlen und Bewertung
Nachdem wir uns mit der Historie, der Branche, der Geschäftstätigkeit und den Zukunftsaussichten befasst haben, versuchen wir nun, die Einhell Aktie so gut wie möglich zu bewerten.
Langfristige Kursentwicklung

Die Kursentwicklung der Einhell Aktie ist eine Erfolgsgeschichte, das Wertpapier ist aber nichts für schwache Nerven.
Seit 2006 liegt die Performance bei rund 7,5 % p.a. (9,5 % p.a. inkl. Dividenden).
Über zehn Jahre fällt die Rendite deutlich höher aus (21 % p.a.), was aber wesentlich am starken Lauf seit 2020 liegt.
Die Historie zeigt ein wiederkehrendes Muster: In guten Phasen wird die Aktie entdeckt, in schlechten Phasen abverkauft:
- Von 2003 bis 2007 stieg der Kurs ungefähr von 4 EUR auf 20 EUR (x5)
- Danach fiel die Aktie in der Finanzkrise um rund 80 % zurück auf etwa 4 EUR
- Von 2009 bis 2018 folgte der nächste Boom von etwa 4 EUR auf 32 EUR (x8)
- Bevor die Aktie 2018 bis 2020 erneut rund 50 % verlor
- Seit 2020 hat sich der Kurs von etwa 16 EUR auf fast 90 EUR erneut vervielfacht, um in diesem Jahr durch erhöhte Marktunsicherheit auf ungefähr 70 EUR zurückzukommen
Umsatzwachstum

| Zeitraum | Umsatzwachstum pro Jahr (CAGR) |
| 2005-2025 (20 Jahre) | 5,6 % |
| 2015-2025 (10 Jahre) | 10,1 % |
| 2020-2025 (5 Jahre) | 9,8 % |
| Management-Ziel der nächsten Jahre | 8,6 % |
| Analystenerwartungen der nächsten 3 Jahre | 5,5 % |
Das Umsatzwachstum ist der beeindruckendste Teil der Einhell-Story.
In den letzten sechs Jahren (von 2019 bis 2025) stieg der Erlös von 605 Mio. EUR auf 1.157 Mio. EUR im Jahr 2025.
Selbst nachdem der pandemiebedingte Boom abebbte, blieb das Niveau hoch. 2023 musste die Firma zwar einen Umsatzrückgang von 6 % verkraften, doch 2024 wuchs Einhell bereits wieder um 14 %.
2025 ging es, trotz schwachem Konsumumfeld, um 4 % nach oben.
In Zukunft halte ich 5 % jährliches Umsatzwachstum (über den Zyklus hinweg betrachtet) für realistisch.
Das ist zwar weniger als in den letzten zehn Jahren erreicht wurde und liegt unterhalb der internen Erwartungen des Managements. Gleichzeitig würde Einhell jedoch immer noch deutlich stärker wachsen als der zugrundeliegende DIY-Markt.
Die Annahme wird durch mehrere Faktoren gestützt:
- Mehr internationale Listungen
- Breiteres Power X-Change Sortiment
- Neue Professional-Linie
- Mehr Zubehör
- Sowie eine mögliche Normalisierung der Konsumentenstimmung
Gewinnentwicklung

| Zeitraum | Operatives Gewinnwachstum pro Jahr (CAGR) |
| 2005-2025 (20 Jahre) | 7,8 % |
| 2015-2025 (10 Jahre) | 23,2 % |
| 2020-2025 (5 Jahre) | 13,6 % |
| Analystenerwartungen der nächsten 3 Jahre | 7,2 % |

Noch wichtiger als das Umsatzwachstum ist die Margenentwicklung.
Einhell hatte lange eine eher niedrige Profitabilität – typisch für eine B-Marke mit Handels- und Beschaffungsfokus.
Seit 2019 konnte der operative Gewinn jedoch mehr als verdreifacht werden!
2025 lag die operative Marge bei knapp 10 % – sechs Jahre zuvor waren es noch weniger als 6 %.
Die Bruttomarge (Umsatz nach Abzug von Herstellungskosten) stieg in den letzten Jahren von etwa 30 % auf über 43 %.
Das spricht dafür, dass der Mix aus Power X-Change, gestärkter Marke und Skaleneffekten wirkt.
Ich würde 10 % EBIT-Marge als normalisierte Zielgröße ansetzen.
In einem Boomjahr kann es auch mehr sein, in einem schwachen Jahr weniger. Wenn der Power X-Change-Anteil Richtung 70 % steigt und Zubehör stärker integriert wird, spricht viel dafür, dass das historische Margenniveau von 6 %-8 % nicht mehr der richtige Anker ist.

| Zeitraum | Wachstum des Gewinns je Aktie pro Jahr (CAGR) |
| 2005-2025 (20 Jahre) | 8,6 % |
| 2015-2025 (10 Jahre) | 26,4 % |
| 2020-2025 (5 Jahre) | 13,2 % |
| Analystenerwartungen der nächsten 3 Jahre | 6,6 % |
Der Gewinn pro Aktie ist langfristig noch stärker gewachsen als der operative Gewinn.
Die Zahl der Aktien ist aber stabil. Einhell hat die Wertsteigerung also nicht durch aggressive Aktienrückkäufe erzeugt, sondern weniger Zinsen und Steuern gezahlt.
Blick auf die Bilanz

Einhell verfügt über eine solide Bilanz. Die Eigenkapitalquote liegt derzeit bei 50 %.
Zudem ist der Konzern schuldenfrei: Den Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 95 Mio. EUR stehen 90 Mio. EUR an liquiden Mitteln gegenüber.
Das verschafft Einhell finanziellen Spielraum für Wachstum und Übernahmen.
Der kritische Punkt sind nicht die Finanzschulden, sondern das Working Capital.
Auffällig waren vor allem die Jahre 2021 und 2022, in denen Einhell massiv Lagerbestände aufgebaut hat. Ab 2023 normalisierte sich die Menge des Inventars, sodass wieder Liquidität freigesetzt wurde.

Der Lagerumschlag ist in den letzten Jahren deutlich gefallen, das heißt, die Ware, die im Lager gebunden ist, verbleibt dort im Schnitt länger als in der Vergangenheit.
Ein Teil davon ist strategisch nachvollziehbar, weil Einhell internationaler ist, wesentlich mehr eigene Produkte führt und Händler zuverlässig beliefern muss.
Als Handelsunternehmen für Eigenmarken der Baumärkte konnte man Waren deutlich schneller drehen.
Trotzdem ist für die Bewertung wichtig: Wachstum bei Einhell ist nicht kostenlos, sondern bindet Kapital.
Aktionärsstruktur

Das Grundkapital ist aufgeteilt in 6,28 Mio. stimmberechtigte Stammaktien und 5,04 Mio. stimmrechtslose (börsennotierte) Vorzugsaktien.
Der Großteil der (nicht börsennotierten) Stammaktien befindet sich im Besitz der Thannhuber AG. Einhell ist damit ein Familienunternehmen mit börsennotierten Vorzugsaktien.
Das gefällt mir grundsätzlich, weil die Kapitalstruktur konservativ ist und das Unternehmen langfristig geführt wird.
Die Familie ist nicht nur über den Aufsichtsrat präsent; mit Dr. Markus Thannhuber sitzt auch ein Familienmitglied im Vorstand, interessanterweise als CTO und nicht CEO.
Diese Konstruktion ist ungewöhnlich, aber bisher hat sie operativ sehr gut funktioniert.
Management
CEO ist Andreas Kroiss. Sein Verantwortungsbereich umfasst Produktmanagement, Einkauf, Marketing, Vertrieb und die Unternehmensstrategie.
Gerade diese Kombination ist für Einhell zentral, weil der Erfolg nicht nur aus Technik, sondern aus Vertrieb, Kategorie-Management und der Marke entsteht.
Dr. Markus Thannhuber (Mitglied der Gründerfamilie) verantwortet Technik, Produktentwicklung, Qualitätssicherung, Supply Chain-Management und die Produktion.
Außerdem gibt es noch einen IT- sowie einen Finanzvorstand.
Der Track-Record des Managements ist stark – die Vergütung aber auch.
Die Vorstände haben 2025 im Schnitt 3,75 Mio. EUR pro Kopf verdient. Das ist für ein Unternehmen dieser Größe ziemlich viel!
Die Gesamtvergütung des Managements belief sich 2025 auf ungefähr 15 Mio. EUR, das entspricht 15 % des Nettogewinns.
Von diesen 15 Mio. sind 90 % auf variable bzw. erfolgsabhängige Komponenten entfallen.
Dr. Markus Thannhuber ist jedoch selbst in erheblichem Umfang am Unternehmen beteiligt, sodass ich davon ausgehe, dass das Management grundsätzlich im Interesse der Aktionäre handelt.
Insgesamt ist das Vergütungssystem stark leistungsorientiert und passt zur ausgeprägten Performance-Kultur von Einhell.
Aus Aktionärssicht wären niedrigere Vergütungen und höhere Dividenden jedoch wünschenswert.

Kapitalallokation
Für die langfristige Rendite einer Aktienanlage ist es von entscheidender Bedeutung, wie gut der erwirtschaftete operative Cashflow angelegt wird.
Wir trauen Einhell für das Geschäftsjahr 2026 auf nachhaltiger Basis folgende Kennzahlen zu:
- Umsatz: 1.220 Mio. EUR
- EBIT-Marge: 10 %
- EBIT: 122 Mio. EUR
- Steuerquote: 30 %
- Nettogewinn: 85 Mio. EUR
- Gewinn je Aktie: 7,52 EUR
Betrachten wir nun, wie der Gewinn in Höhe von 85 Mio. EUR aufgeteilt wird.
Investitionen in organisches Wachstum (24 Mio. EUR oder 28 % des Gewinns)

Auch wenn Einhell ein Geschäft ohne große Investitionen betreibt und eine auskömmliche Eigenkapitalrendite erwirtschaftet, benötigt das Unternehmen Kapital, um weiter wachsen zu können.
Im Kern braucht die Firma Working Capital in Form von Lagerhaltung.
In der Vergangenheit hat Einhell etwa 40 % des Umsatzes als Eigenkapitalbasis benötigt.
Um nachhaltig um 5 % wachsen zu können, müssen bei einem Umsatzniveau von 1.200 Mio. EUR also rund 24,0 Mio. EUR pro Jahr im Unternehmen verbleiben.
Vom normalisierten Gewinn von rund 85 Mio. EUR bleiben damit nach Finanzierung des Wachstums 61 Mio. EUR frei verfügbar. Das entspricht 5,39 EUR je Aktie.
Einhell Aktie Dividende (22,6 Mio. EUR oder 27 % des Gewinns)

| Zeitraum | Dividendenwachstum pro Jahr (CAGR) |
| 2005-2025 (20 Jahre) | 11,1 % |
| 2015-2025 (10 Jahre) | 25,2 % |
| 2020-2025 (5 Jahre) | 21,1 % |
| Management-Ziel | 20-30 % Ausschüttungsquote |
| Analystenerwartungen der nächsten 3 Jahre | 3,5 % |

Die Dividende ist nicht der Hauptgrund für ein Investment in Einhell, aber sie ist ein guter Indikator für die konservative Kapitalallokation.
Für 2025 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat 1,90 EUR je Vorzugsaktie vor. Das entspricht beim aktuellen Kurs von 68,00 EUR einer Dividendenrendite von 2,8 %.
Die Dividendenpolitik des Unternehmens sieht eine Ausschüttung von 20-30 % des Konzernjahresüberschusses vor.
Aus meiner Sicht könnte die Ausschüttungsquote künftig eher steigen, falls keine größeren Übernahmen kommen.
Gleichzeitig passt eine zu hohe Ausschüttung nicht zur Wachstumslogik. Einhell dürfte Kapital lieber in neue Länder, Listings, Professional-Produkte, Zubehör, IT und Supply Chain stecken.
Das ist sinnvoll, solange die Renditen auf das zusätzlich investierte Kapital hoch bleiben.
Für 2026 gehe ich von 2,00 EUR pro Aktie Dividende aus.
Aktienrückkäufe (0 Mio. EUR oder 0 % des Gewinns)

Aktienrückkäufe spielen bei Einhell bislang keine Rolle. Die Aktienzahl ist über die Historie stabil.
Angesichts der kontrollierenden Stammaktionärsstruktur und der geringen Liquidität der Vorzugsaktien wären größere Rückkäufe auch nicht der naheliegendste Kapitalverwendungsweg.
Wichtiger sind organisches Wachstum, Dividenden und punktuelle Übernahmen.
Verbleibender Betrag (38,4 Mio. EUR oder 45 % des Gewinns)
Zusammengefasst ergibt sich folgende Kapitalallokation:
| in EUR | in % | |
| Nachhaltige Ertragskraft | 85 Mio. | 100 % |
| abzgl. Wachstumsinvestitionen | -24 Mio. | -28 % |
| abzgl. Dividendenzahlungen | -22,6 Mio. | -27 % |
| abzgl. Aktienrückkäufe | -0 Mio. | -0 % |
| = verbleibender Betrag | 38,4 Mio. | 45 % |
Da Einhell für seine Strategie „2 Mrd. EUR Umsatz 2030“ explizit Übernahmen als Teil sieht und das Unternehmen auch in der Vergangenheit immer wieder opportunistisch eingekauft hat, gehe ich davon aus, dass dies auch in der Zukunft passiert.
Beispiele für Übernahmen in der Vergangenheit sind kwb im Zubehörgeschäft, Ozito in Australien, King Canada, das Einhell-Geschäft in Finnland sowie Aktivitäten in Thailand und Vietnam.
Das Muster ist nachvollziehbar: Einhell kauft bevorzugt lokale Marktpositionen, Händlerbeziehungen oder Sourcing-Kompetenz, die anschließend in die eigene Plattform integriert werden können.
Ich gehe davon aus, dass Einhell auch künftig wachstumshungrig bleibt. Das ist Chance und Risiko zugleich.
Kleine bis mittlere Akquisitionen in neuen Ländern können sehr wertstiftend sein, wenn sie Zugang zu Händlern und bestehenden Vertriebsstrukturen liefern.
Gleichzeitig sind diese Übernahmen anders als bei einem Serial-Acquirer schlecht planbar, sodass ich Übernahmen nicht explizit ins erwartete Wachstum mit aufnehme.
Sollte Einhell weiterhin gute Übernahmen tätigen, wären Wachstumsannahmen von nahe 10 % realistisch.
Ansonsten gehe ich davon aus, dass das Geld irgendwann an die Aktionäre zurückgeführt werden wird.

Jährliche Renditeerwartung
Der fundamentale Wert eines Unternehmens ergibt sich aus den künftigen Cashflows, die den Eigentümern zustehen.
Wenn wir den Wert eines Unternehmens berechnen wollen, müssen wir möglichst realistische Annahmen zur künftigen Geschäftsentwicklung treffen. Daher haben wir uns in den vorherigen Abschnitten viel mit der Geschäftstätigkeit befasst.
In unserem Bewertungsmodell gehen wir von einer langfristigen Anlage aus.
KGV-Bewertung der Einhell Aktie
Jetzt validieren wir unsere Einschätzung zur Bewertung der Einhell Aktie noch anhand des historischen Kurs-Gewinn-Verhältnisses.

| Zeitraum | Durchschnittliches KGV |
| 2016-2026 (10 Jahre) | 10,5 |
| 2021-2026 (5 Jahre) | 10,7 |
| Aktuell (2026e/2027e) | 9,0/8,6 |
In den letzten zehn Jahren wurde die Einhell Aktie durchschnittlich mit einem KGV von 10,5 bewertet.
Aufgrund der zyklischen Geschäftsentwicklung würde ich der Aktie auch kein deutlich höheres KGV zusprechen.
Für den erwarteten Gewinn des laufenden Jahres ergibt sich damit auch auf Basis des KGVs eine leichte Unterbewertung von ca. 15 %.
Buy-and-Hold Checkliste
| Kriterium | Einschätzung | Erfüllt |
| 1. Hohe Verzinsung des eingesetzten Kapitals | Einhell erwirtschaftet deutliche zweistellige Eigenkapitalrenditen bei einer konservativen Bilanzstruktur. | Ja |
| 2. Wachstum über viele Jahre möglich – Rückenwind | Einhell kann über Produkt- und Ländererweiterungen noch viele Jahre lang wachsen. | Ja |
| 3. Stabiler Burggraben und Wettbewerbsvorteile | Das Power X-Change-System schließt Bestandskunden in die umfangreiche Akku-Plattform ein. | Ja |
| 4. Wiederkehrender Umsatz | Zubehör ist noch kein großes Geschäft von Einhell. Der Umsatz ist konjunkturabhängig. | Nein |
| 5. Keine großen Abhängigkeiten | Einhell hat zwei Großkunden, die zusammen über 30 % des Umsatzes ausmachen. | Nein |
| 6. Solide Bilanz | Einhell ist schuldenfrei und die Eigenkapitalquote liegt bei 50 %. | Ja |
| 7. Gute Kapitalallokation | In der Vergangenheit wurde ein Großteil des Cashflows erfolgreich in organisches Wachstum und opportunistische Übernahmen gelenkt. | Ja |
Einhell ist grundsätzlich für eine langfristige Anlage geeignet.
Das Unternehmen verbindet langjährige Wachstumsmöglichkeiten mit hohen Kapitalrenditen und einer soliden Bilanz.
Wegen der konjunkturabhängigen Nachfrage, der hohen Kundenkonzentration und den historisch starken Kursschwankungen ist die Aktie jedoch kein defensiver Buy-and-Hold-Wert.
Die Einhell Aktie eignet sich vor allem für risikobereite und langfristig orientierte Value-Investoren, die zwischenzeitliche Kursrückgänge aushalten und beim Einstieg auf eine attraktive Bewertung achten.
Weniger geeignet ist das Wertpapier dagegen für Anleger, die stabile Erträge und geringe Kursschwankungen suchen.

Chancen und Risiken einer Investition in die Einhell Aktie
Wer in Aktien investiert, setzt sich unternehmerischen Chancen und Risiken aus. Eine Investition sollte nur dann erfolgen, wenn das Chance-Risiko-Verhältnis auf Basis eigener Überlegungen als positiv eingeschätzt wird.
Chancen
🍀 Weitere Marktanteilsgewinne
Einhell wächst seit Jahren schneller als der DIY-Markt. Neue Händlerlistungen und eine größere Regalpräsenz bieten weiteres Potenzial für Marktanteilsgewinne.
🍀 Wachsender Plattformeffekt von Power X-Change
Jeder verkaufte Akku erhöht die Wahrscheinlichkeit weiterer Käufe innerhalb des Systems. Der geplante Ausbau von über 350 auf mehr als 500 Produkte verstärkt Kundenbindung und Lock-in-Effekt.
🍀 Internationale Expansion und Übernahmen
In vielen Ländern besitzt Einhell noch geringe Marktanteile. Übernahmen, Vertriebsgesellschaften und regionale Sales Hubs können die Expansion beschleunigen.
🍀 Erschließung neuer Kundengruppen und Kategorien
Einhell Professional erschließt kleinere Gewerbebetriebe und professionelle Anwender. Neue Kategorien wie Reinigung, Freizeit und Camping vergrößern zusätzlich den adressierbaren Markt.
🍀 Höhere Bewertung aufgrund besserer Sichtbarkeit
Die SDAX-Aufnahme (9. März 2026) verbessert Sichtbarkeit und Liquidität der Aktie. Bei anhaltendem Wachstum könnte der Kapitalmarkt Einhell künftig einen Plattform- und Markenaufschlag zugestehen. Falls sich das KGV erhöht, würde der Aktienkurs steigen.
🍀 Bessere Rahmenbedingungen
Falls die Wirtschaft in wichtigen Absatzmärkten wieder stärker wächst, würde die branchenweite Nachfrage anziehen. Das würde zu weiteren Skaleneffekten und höheren Margen führen.
Risiken
⚠️ Konjunktur- und Konsumabhängigkeit
Werkzeuge und Gartengeräte sind aufschiebbare Anschaffungen. Eine weiterhin schwache Baukonjunktur oder Konsumstimmung wirken sich auf Umsatz- und Gewinnwachstum aus.

Aktuell werden erst 10 % des Umsatzes mit Zubehör und Verschleißteilen erwirtschaftet. Einhell bleibt also weiterhin abhängig von der Konsumentenstimmung.
⚠️ Kundenkonzentration
Zwei Großkunden stehen für mehr als 30 % des Umsatzes. Der Verlust einer Listung oder schlechtere Konditionen hätten daher erhebliche Auswirkungen.
⚠️ Lieferketten-, Währungs- und Lagerrisiken
Die asiatische Beschaffung schafft Abhängigkeiten von Frachtraten, Währungen, Zöllen und geopolitischen Entwicklungen.
Der Großteil der Produkte wird in China beschafft. Zwar arbeitet Einhell daran, künftig mehr Werkzeuge aus Thailand und Vietnam zu beziehen, allerdings handelt es sich dabei um Tochtergesellschaften von chinesischen Auftragsfertigern.
Auch werden die Produkte überwiegend in USD eingekauft, sodass eine Währungsaufwertung des USD kurzfristig die Marge belasten würde, wie es auch schon in der Vergangenheit aufgetreten ist.
⚠️ Erhöhte Kursschwankungen
Die Einhell Aktie verlor in früheren Abschwüngen mehrfach mehr als 50 %. Die geringe Liquidität des Wertpapieres kann auch in Zukunft zu solchen Kurseinbrüchen führen.
⚠️ Mangementwechsel
Das größte strategische Risiko liegt im Führungswechsel. Entscheidend ist, ob die konsequente Vertriebs- und Performance-Kultur erhalten bleibt.
Kurzfristig dürfte das Risiko allerdings begrenzt sein, da Andreas Kroiss und Dr. Markus Thannhuber dem Unternehmen voraussichtlich noch mehrere Jahre erhalten bleiben.

Fazit zur Einhell Aktie: Hervorragend geführter und wachstumsstarker Zykliker
Operative Entwicklung
Einhell ist für mich eine der spannendsten deutschen Nebenwertestorys der vergangenen Jahre.
Das Unternehmen hat früh erkannt, dass eine eigene Akku-Plattform der entscheidende Schlüssel ist, und es hat diese Idee konsequent mit Markenaufwertung, Vertriebsinitiativen und internationaler Expansion verbunden.
Die Marktanteilsgewinne sind nicht zufällig, sondern das Ergebnis eines mutigen, unternehmerisch handelnden und fokussierten Managements.
Aufgrund der noch kleinen Unternehmensgröße halte ich weiterhin Wachstumsraten von 5 % bis 10 % (abhängig von Übernahmen) für möglich.
Das größte Risiko sehe ich in der weiteren Konjunkturentwicklung sowie den ausgeprägten Kursschwankungen der nur wenig gehandelten Einhell Aktie.
Einschätzung zur Bewertung
Einhell ist ein zyklisches Unternehmen mit erhöhter Kapitalbindung.
Der faire Wert hängt stark davon ab, ob man die Firma als zyklischen Werkzeuganbieter oder zunehmend als Akku-Plattform mit planbareren Erlösen bewertet.
Bei 12 % Renditeanforderung liegt der faire Wert zwischen 70 bis 80 EUR. Bei 10 % Renditeanforderung und stärkerem Plattformvertrauen sind rund 100 EUR vertretbar.
Einhell hat das Potenzial, wenn man die Aktie günstig kauft, in einer Boomphase massiv nach oben zu laufen. Vor diesem Hintergrund gehört der Titel auf die Watchlist aller Value Investoren.
Für konservative Anleger ist das Wertpapier aber nur bedingt geeignet.
Persönliches Vorgehen
Ich habe die Einhell Aktie auf meine Beobachtungsliste genommen, um in einem allgemeinen Abverkauf den Einstieg nicht zu verpassen.
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Worauf in Zukunft achten?
Ab sofort werden wir die weitere Entwicklung der Einhell Aktie verfolgen. In Zukunft sollten aus unserer Sicht folgende Punkte besonders genau beobachtet werden:
Organisches Umsatzwachstum
- Einhell sollte über den Zyklus aus eigener Kraft um 5 % pro Jahr wachsen und sich damit weiterhin besser als der DIY-Markt und die wesentlichen Wettbewerber entwickeln
Power X-Change-Umsatzanteil
- Der Anteil lag 2025 bei 54 % und sollte kontinuierlich in Richtung des mittelfristigen Ziels von mehr als 70 % steigen. Eine Stagnation wäre ein Warnsignal für den Plattformeffekt
EBIT-Marge
- Eine normalisierte operative Marge von rund 10 % erscheint nachhaltig. Ein dauerhafter Rückgang unter 8 % würde auf Preisdruck, höhere Kosten oder operative Probleme hindeuten
Vorräte und Lagerumschlag
- Die Vorräte sollten nicht dauerhaft schneller als der Umsatz wachsen. Entscheidend ist, ob Einhell den Lagerumschlag verbessert und Wachstum wieder mit weniger zusätzlicher Kapitalbindung erreicht
Übernahmen und Kapitalrendite
- Bei Akquisitionen sollte darauf geachtet werden, ob Händlerzugang, Umsatz und Ergebnis wie geplant integriert werden
- Entscheidend ist nicht das zusätzliche Wachstum allein, sondern eine dauerhaft attraktive Rendite auf das eingesetzte Kapital
Recherchequellen
Dieser Abschnitt ist für alle, die auf eigene Faust weiter recherchieren möchten.
Hier folgt eine Auflistung der wichtigsten Recherchequellen sowie der noch nicht im Verlauf der Analyse aufgeführten Quellen:
| Recherchequelle | Was ist dort zu finden? |
| Aktienfinder.net | Grafiken und Kennzahlen zur fundamentalen Entwicklung |
| Marketscreener.com | Analystenschätzungen zur künftigen Entwicklung |
| TIKR.com | Grafiken und Kennzahlen zur fundamentalen Entwicklung |
| Einhell | Geschäftsbericht 2025 |
| Einhell | Pressemeldung Juli 2026: Einhell setzt Wachstumskurs fort |
| Einhell | Investorenpräsentation, April 2026 |
| Einhell | Investor Relations Website von Einhell |
| Stanley, Black & Decker Investor Relations | Investor Relations Website von Stanley, Black & Decker |
| Makita | Investor Relations Website von Makita |
| TTI | Investor Relations Website von TTI (Milwaukee) |
| Lidl | Pressemeldung: PARKSIDE feiert 30-jähriges Jubiläum |
| Hauck & Aufhäuser | Analystenstudie zur Einhell Aktie |
| Parkside | Parkside Unternehmenswebseite |
| Hans Böckler Stiftung | Branchenanalyse Elektrowerkzeuge |
| Makita | Annual Report 2025 |
| Statista | Statistiken zum DIY-Handel |