Monster Beverage Aktie im Update: Gewinnmarge bricht ein, Wachstumsstory vorbei?

Im zweiten Quartal musste Monster Beverage einen Gewinneinbruch von 32 Prozent verkraften. Ursächlich dafür sind stark steigende Kosten. Ist die jahrelange Wachstumsstory der Monster Beverage Aktie nun vorbei?

Inhaltsverzeichnis

Übersicht zur Monster Beverage Aktie

Kurs je Aktie92 USD
KGV 2022e/23e39,0/30,0
FCF-Rendite 2022e/23e2,2 %/3,3 %
Div.-Rendite 2022e/23e0,0 %/0,0 %
ISINUS61174X1090

Geschäftsmodell

Monster Beverage ist nach Red Bull der weltweit zweitgrößte Hersteller von Energydrinks.

Investitionsthese

Das Unternehmen überzeugt mit einer Kombination aus hoher Cashgenerierung und attraktiven Wachstumsperspektiven.

Die mit Coca-Cola geschlossene Partnerschaft sorgt dafür, dass die Monster Energydrinks weltweit immer häufiger in die Regale einsortiert werden.

Monster Beverage ist auf dem Weg, zur global dominierenden Energydrink Plattform zu werden.

Wichtige KPIs zur operativen Entwicklung

Organisches Umsatzwachstum

Im zweiten Quartal konnte Monster Beverage den Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal währungsbereinigt um 17 % steigern. Damit liegt das Wachstum weiterhin oberhalb der von uns angenommenen langfristigen Wachstumsrate von 10 % pro Jahr.

Allerdings liegt die Inflationsrate derzeit nicht bei 2, sondern bei 8 %. Selbst nach nach Abzug von sechs Prozentpunkten Inflationsausgleich verbleibt immer noch eine inflationsbereinigte Wachstumsrate von 11 %.

Operative Gewinnmarge

Während die operative Gewinnmarge im zweiten Quartal 2021 noch einen Wert von 36 % erreichte, ist sie binnen eines Jahres auf nur noch 22,5 % eingebrochen.

Trotz des starken Umsatzwachstums ist der Gewinn je Aktie um 32 % auf nur noch 0,51 USD gesunken.

Ursächlich für den heftigen Gewinneinbruch sind Kostensteigerungen auf breiter Front:

  • die Notwendigkeit des Imports von Dosen sowie gestiegene Kosten für Seefrachten
  • das Ausweichen auf noch kostspieligere Luftfracht, um die Produktion sicherstellen zu können
  • höhere Lebensmittelpreise und teureres Verpackungsmaterial
  • der Aluminiumpreis, der den Bezug der Dosen verteuert
  • nach oben angepasste Preise in der Lagerhaltung sowie dem Vertrieb der Dosen (Transport zu den Verkaufsstellen)

Der Hintergrund: Aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage gab es in den USA und in Europa nicht mehr genügend Dosen. Also hat sich Monster Beverage dazu entschieden, die Dosen aus anderen Regionen der Welt zu importieren. Das Ziel des Managements ist es, eine bestmögliche Verfügbarkeit zu gewährleisten. So soll das mittel- und langfristige Wachstum sichergestellt werden.

Mittlerweile ist Monster Beverage wieder in der Lage, die Dosen größtenteils lokal zu beziehen. Das senkt die Kosten.

Zudem hat das Unternehmen erst recht spät mit Preiserhöhungen reagiert. Im ersten Quartal wurden die Preise um etwa 3 % nach oben angepasst. Zum 1. September soll im US-Markt eine weitere Preiserhöhung von ca. 6 % folgen.

Daher hat das Management im Earnings Call versichert, dass ab sofort wieder mit höheren Gewinnmargen zu rechnen ist.

Bilanz

Monster Beverage verfügt nach wie vor über eine schuldenfreie Bilanz und einen Cashbestand von 2,5 Mrd. USD (ca. 5 % der Marktkapitalisierung).

Im zweiten Quartal wurde nach einer zweijährigen Pause ein neues Aktienrückkaufprogramm gestartet. Es wurden 3,3 Mio. bzw. 0,6 % der ausstehenden Aktien zurückgekauft.

Der Aktienrückkauf hat zur Folge, dass der erwirtschaftete Gewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss, wodurch sich der Gewinnanteil jeder Aktie erhöht.

Erkenntnisse aus den Quartalszahlen und dem Management Call

Erfolge im internationalen Geschäft

Außerhalb der USA lag das organische Umsatzwachstum bei einem beeindruckenden Wert von 29 %. Bisher konnte Monster Beverage folgende Marktanteile aufbauen:

  • USA: 36 %
  • Kanada: 40 %
  • Spanien: 40 %
  • Brasilien: 40 %
  • Argentinien: 49 %
  • Japan: 57 %
  • Südkorea: 60 %

Aufgrund des anhaltend starken Wachstums im internationalen Geschäft beträgt der Umsatzanteil außerhalb der USA nun schon 39 %. Durch die internationale Expansion erschließt Monster neue Wachstumsquellen und kann zu einer global bekannten Marke aufsteigen.

Nur wenige Anleger wissen, dass zum Unternehmen neben der namensgebenden „Monster“-Marke auch rund 20 weitere Energydrinkmarken zählen. Die preiswerte Marke „Predator“ wird derzeit in zahlreichen Schwellenländern eingeführt. In einigen afrikanischen Märkten erzielt Monster Beverage bereits beachtliche Erfolge.

In Kenia ist der Marktanteil binnen eines Jahres von 17 auf 27 % gestiegen. In Nigeria konnte Monster Beverage den Marktanteil von 8 auf 15 % ausbauen.

Einführung einer alkoholischen Produktlinie steht bevor

Noch im vierten Quartal möchte Monster Beverage im US-amerikanischen Markt vier alkoholische Dosen auf den Markt bringen. Diese sollen einen Alkoholanteil von 6 % haben und den typischen Monster-Geschmack beinhalten.

Weitere alkoholische Getränke befinden sich dem Management zufolge bereits in der Entwicklungspipeline. Durch die Ausweitung des Produktangebotes soll das Wachstum angekurbelt werden.

Die Gewinnmarge sollte sich in den nächsten Quartalen normalisieren

Auch wenn der Gewinneinbruch des zweiten Quartals nicht schön aussieht, ist nun wohl die Talsohle durchschritten. Mehrere Effekte sollten zu einer Normalisierung der Gewinnmarge führen:

  • Mittlerweile kann Monster wieder auf lokal hergestellte Dosen zurückgreifen, somit werden Transportkosten eingespart
  • Der Aluminiumpreis ist gegenüber dem Hoch im März 2022 bereits um fast 40 % eingebrochen
  • Die Verfügbarkeit und der Preis der Seefracht verbessert sich, daher könnte die sehr kostspielige Luftfracht zurückgefahren werden
  • Am 1. September werden die Preise in den USA um 6 % angehoben

Traditionell gibt das Management von Monster Beverage keinen Ausblick auf die künftige Geschäftsentwicklung. Dieses Mal äußerte man sich im Earnings Call jedoch dahingehend, dass die Gewinnmarge in Zukunft wieder steigen soll. Wir gehen davon aus, dass eine vollständige Erholung einige Quartale dauern wird.

Fazit: Check bestanden, langfristige Aussichten über kurzfristige Gewinnmaximierung gestellt ✅

Unsere zentralen Annahmen (10 % jährliches Umsatzwachstum, stabile Marge) scheinen trotz des derzeitigen Margeneinbruchs mittelfristig intakt zu sein. CEO Hilton Schlosberg sagte im Earnings Call:

We are not in this business for the second quarter of 2022. We are in this business for the long-term and it’s important to us to ensure that our customers and our consumers continue to have energy products.

Wir sind nicht für das zweite Quartal 2022 in diesem Geschäft. Wir sind langfristig in diesem Geschäft, und es ist uns wichtig, sicherzustellen, dass unsere Kunden weiterhin ausreichend Energydrinks erhalten.

Q2 2022 Earnings Call Transkript, Monster Beverage.

Die Strategie, die Verfügbarkeit der Produkte auch in Zeiten angespannter Lieferketten sicherzustellen, hat ein Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich ermöglicht.

Höhere Kosten wurden bewusst in Kauf genommen, um das Wachstum aufrechterhalten zu können. Nun arbeitet das Management daran, zur alten Gewinnmarge zurückzukehren. Die dafür nötigen Kostensenkungen und Preiserhöhungen wurden bereits in die Wege geleitet.

Die Bewertung der Monster Beverage Aktie erscheint mit einem KGV von 30 (2023e) auf den ersten Blick recht teuer.

Allerdings sollten Anleger nicht vergessen, dass Monster 1) auf dem Weg zur global dominierenden Energydrinkmarke ist, 2) über ausgezeichnete Wachstumsperspektiven verfügt, 3) mit einer schuldenfreien Bilanz und 2,5 Mrd. Cash überzeugt und 4) auf Sicht der nächsten Jahre eine Erholung der Gewinnmarge zu erwarten ist. Das sollte den Weg frei machen für einige Jahre, in denen der Gewinn noch stärker als der Umsatz steigen kann.

Daher dürfte Monster Beverage schnell in das Bewertungsniveau hineinwachsen.

Als Autor des Artikels bin ich in der Monster Beverage Aktie investiert und sehe keinen Grund, meine Position wieder aufzulösen. Aufgrund der steigenden Zinsen könnten die Bewertungen am US-Markt mittelfristig zurückgehen. Das könnte auch den Kurs der Monster Beverage Aktie erwischen. Dann würde ich über eine Aufstockung nachdenken.

Eine Aktie für Investoren, die an den Siegeszug der Energydrinks glauben.

Alle unsere Artikel zur Monster Beverage Aktie

Recherchequellen

Dieser Abschnitt ist für alle, die auf eigene Faust weiter recherchieren möchten. Hier folgt eine Auflistung der wichtigsten Recherchequellen:

RecherchequelleWas ist dort zu finden?
AbilitatoMonster Beverage Aktienanalyse
Aktienfinder.netGrafiken und Kennzahlen zur fundamentalen Entwicklung 
Marketscreener.comAnalystenschätzungen zur künftigen Entwicklung
TIKR.comGrafiken und Kennzahlen zur fundamentalen Entwicklung
Monster BeverageQuartalszahlen Q2/2022
Seeking AlphaTranskript zum Monster Beverage Q2/2022 Management Call

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Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels ist der Autor in folgender Aktie aus dem Artikel investiert: Monster Beverage.

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Kommentare zu diesem Blogbeitrag

2 Kommentare

    1. Stand heute ist mir dazu nichts bekannt. Monster gibt überschüssige Liquidität lieber über Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück. Diese sind steuerfrei und erhöhen den Anteil jeder Aktie am Gesamtunternehmen. Somit haben Aktienrückkäufe den gleichen Effekt wie die steuerfreie Wiederanlage der Dividende. BG, Jon

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